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Kati Wilhelm beendet ihre Karriere
Nach elf erfolgreichen Jahren im Biathlonzirkus hat Kati Wilhelm entschieden, ihre sportliche Karriere nach dem letzten Weltcup-Rennen der Saison zu beenden. Vor knapp zwei Wochen errang die 33-Jährige bei ihren vierten Olympischen Winterspielen in ihrem Lieblingsreiseland Kanada Bronze mit der Staffel. Sie setzte so einen würdigen Schlusspunkt hinter eine herausragende Karriere: Wilhelm ist dreifache Olympiasiegerin, fünffache Weltmeisterin, Weltcup-Gesamtsiegerin und gewann insgesamt 17 Einzelrennen. 2006 wurde sie zur Sportlerin des Jahres gewählt. „Ich habe alles erreicht, was es zu erreichen gibt. Die Olympischen Winterspiele waren noch einmal ein Höhepunkt, aber nun ist es Zeit, die Biathlonstrecke jüngeren Leuten zu überlassen. Bedanken möchte ich mich ganz herzlich bei allen Menschen, die es mir ermöglicht haben, meinen Sport so auszuüben, wie ich es in den vergangenen Jahren getan habe“, sagt die gebürtige Thüringerin, die seit sechs Jahren auch in Ruhpolding trainiert.
Zielstrebig wie Kati Wilhelm bisher ihren Weg gegangen ist, nimmt sie gleich neue Ziele in Angriff: „Ich möchte mein Studium beenden und mich zukünftig so orientieren, dass ich im Beruf ebenso viel Spaß habe wie bei der Medaillenjagd.“ Dass sie dabei auch dem Sport in anderen Funktionen zur Verfügung steht, schließt sie nicht aus. Wilhelm freut sich auf ihre letzten Weltcup-Rennen in Finnland, Norwegen und Russland und hat sich dafür nur eins vorgenommen: „Ich will die Wettkämpfe noch einmal richtig genießen. Sollte ein Platz auf dem Treppchen dabei herauskommen, wäre das natürlich toll.“´
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Hitzer erfolgreichste Starterin bei Biathlon-EM
Mit zweiten Plätzen in den Verfolgungsrennen durch Katrin Hitzer (Gosheim) und Erik Lesser (Frankenhain) endeten die Biathlon-Europameisterschaften in Otepää (Estland). Hitzer stürmte vom zehnten Platz nach dem Sprint trotz drei Strafrunden in der zehn Kilometer langen Konkurrenz noch auf den Ehrenplatz hinter der neuen Europameisterin Vita Semerenko aus der Ukraine nach vorn. Zuvor hatte Hitzer bereits beim Einzelrennen sowie mit der deutschen Staffel gewonnen und war damit erfolgreichste Teilnehmerin der EM, bei der Skijäger bis zum Alter von 25 Jahre starten dürfen. Erik Lesser musste am Schlusstag über 12,5 Kilometer nur dem Russen Alexej Wolkow den Vortritt lassen. Dritter wurde Christoph Knie aus Bad Berleburg. Daniel Böhm aus Buntenbock hatte im Harz tags zuvor den Sprint über zehn Kilometer gewonnen und damit nach dem Staffelsieg ebenfalls seinen zweiten Titel erkämpft. Mit fünfmal Gold in den acht Entscheidungen war die «zweite Reihe» der deutschen Skijäger auch die erfolgreichste EM-Mannschaft.
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Neuner wünscht sich die Normalität zurück
Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner möchte kein Star sein. „Ich wünsche mir, mein Leben bleibt so, wie es war“, so die 22-Jährige, die über ein frühes Karriereende nachdenkt. "Gold-Lena" Neuner will kein Star sein und kann sich nach einem möglichen frühzeitigen Karriereende einen Job bei Rekordmeister Bayern München vorstellen. Die Doppel-Olympiasiegerin von Vancouver wünschte sich am Rande des großen Empfangs in ihrer Heimatgemeinde Wallgau vor allem die Normalität in ihrem Leben zurück und kritisierte das teilweise respektlose Verhalten der Öffentlichkeit. "Ich bin nicht Olympiasiegerin geworden, um ein Star zu werden. Ich wünsche mir, mein Leben bleibt so, wie es war", sagte die Spitzen-Biathletin auf einer Pressekonferenz im Haus des Gastes von Wallgau. Die Jagdszenen bei der Ankunft auf dem Flughafen am Dienstag bezeichnete die mit zweimal Gold und einmal Silber erfolgreichste deutsche Sportlerin bei den Winterspielen als respektlos: "Ich habe gedacht, sie bringen mich um." Wohl auch deshalb ließ Neuner nach ihrer grandiosen Olympia-Premiere offen, ob sie ihre Karriere bis zu den Winterspielen 2014 in Sotschi fortsetzen will. "Ich entscheide von Jahr zu Jahr. Wichtig ist, dass man die nötige Motivation hat. Momentan ist das noch so", sagte die 22-Jährige. Sie hatte schon vor den Winterspielen ein frühzeitiges Karriereende angekündigt, auf jeden Fall vor möglichen Winterspielen 2018 in München. Ein mögliches Finalziel könnte die Heim-WM 2012 in Ruhpolding sein.
Uli Hoeneß auf dem Anrufbeantworter
Schon jetzt macht sie sich Gedanken über ihre Zukunft nach der sportlichen Laufbahn, deshalb war sie über die persönliche Nachricht von Uli Hoeneß auf dem Anrufbeantworter auch besonders erfreut. Der Präsident des FC Bayern hatte ihr einen Job in der Marketingabteilung angeboten. "Es ehrt mich unheimlich. Man macht sich ja Gedanken, was danach kommt. Ich will mir das Ganze offenhalten", sagte Neuner. Erstmal sei das Ziel in den verbleibenden drei Weltcups bis zum Saisonende jedoch der Gewinn des Gesamtweltcups, wo Neuner mit ihren grandiosen Erfolgen die Führung übernommen hat. "Ich bin hoch motiviert und will den großen Pokal holen. Ich habe beste Chancen, dass ich das schaffe." Viel Zeit für Training bleibt bis zum Abflug nach Finnland am kommenden Mittwoch allerdings nicht. Neben Wäschewaschen muss sich Neuner daheim durch einen Postberg "im ganzen Flur" kämpfen. Zudem steht am Samstag ein Auftritt im Aktuellen Sportstudio auf dem Programm.
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Die deutschen Skijäger rechnen ab
Seinen Abschied wird sich der scheidende Biathlon-Bundestrainer Frank Ullrich anders vorgestellt haben: Mit einer ernüchternden Bilanz reist sein Team aus Vancouver ab. Um eine ähnliche Blamage bei den Winterspielen 2014 zu vermeiden, stehen personelle Konsequenzen bevor. An der olympischen Biathlon-Anlage in Whistler wurden schon die Kabel eingerollt und die Holzabsperrungen per Motorschlitten abtransportiert, als Thomas Pfüller in einer Ecke des Stadions mit den Tränen kämpfte. Der Schneefall, der den Zieleinlauf der norwegischen Siegerstaffel eine halbe Stunde zuvor begleitet hatte, war inzwischen wieder in Schneeregen übergegangen. Der Sportdirektor des Deutschen Skiverbands (DSV) sprach über das Debakel der deutschen Biathlon-Männer, das die Staffel mit Platz fünf komplettiert hatte. Es ist eine historische Pleite: Nach der verpatzten Staffel ziehen die deutschen Skijäger zum ersten Mal seit 42 Jahren ohne eine einzige Medaille von Olympia ab. Und Pfüller sprach über den scheidenden Bundestrainer Frank Ullrich: "Er hat zehn bis fünfzehn Jahre tolle Arbeit geleistet. Ihm kann man jetzt keine Vorwürfe machen."
Zwölf Jahre lang war Ullrich Chef der schwarz-rot-goldenen Skijäger, seinen Abschied dürfte er sich anders vorgestellt haben. Weit abgeschlagen hinter dem norwegischen Siegerquartett, den Österreichern auf Platz zwei und den mit Bronzeplaketten ausgezeichneten Russen schleppte sich Deutschlands Schlussläufer Michael Greis über die Ziellinie. Im Sommer 2008 hatte es zwischen dem Dreifach-Olympiasieger von Turin und Frank Ullrich gewaltig geknirscht. Greis forderte damals mehr Freiheiten bei der Trainingsgestaltung, bekam diese auch zugestanden und sagte nun vor dem Abschied aus Kanada: "Ich habe vor zwei Jahren schon angemahnt, dass sich etwas ändern muss." Mit Ullrich sei er seither "gut ausgekommen", sagte der 33-Jährige, der in der Staffel fehlerfrei schoss. Ansonsten aber läge einiges im Argen. Die deutschen Männer seien ja lange Zeit erfolgreich gewesen - laut Greis jedoch mit einer ungesunden Konsequenz: "Es gibt zu viele Leute, die sich in dem Erfolg gesonnt haben." Das Sonnenbad hat nun, da Greis' fünfter Platz in der Verfolgung und der unbefriedigende Staffelausgang noch die besten Ergebnisse in der Gesamtbilanz waren, ein abruptes Ende gefunden. So schmerzhaft der Absturz sein mag, kommt er doch zur rechten Zeit. Durch den Abschied von Ullrich wird bei den Biathleten nach den vergangenen Weltcups im März einiges in Bewegung geraten. Der Noch-Bundestrainer selbst hat die angedachte Fortsetzungsstelle als Jugendkoordinator mit dem Hinweis auf die begrenzten Möglichkeiten in einer solchen Rolle bereits abgelehnt.
Muntere Rotation auf diversen Spitzenpositionen
Mit einem Job als "Cheftrainer Nachwuchs" könnte sich der 52-jährige Sprint-Olympiasieger von 1980 dagegen womöglich anfreunden. Aber natürlich geht es jetzt vor allem darum, die Spitzenpositionen im deutschen Biathlon frisch zu besetzen. Fest steht, dass der bisherige Frauen-Bundestrainer Uwe Müssiggang künftig den neu geschaffenen Posten als Cheftrainer für den Frauen- und Männerbereich einnehmen wird. In Müssiggangs Fußstapfen soll dann sein Assistent Gerald Hönig treten, als Ullrich-Erbe ist dessen einstiger Musterschüler Mark Kirchner ein heißer Kandidat. Auch die Personalie Fritz Fischer ist im Gespräch. Greis verhehlt nicht, dass er den früheren Co-Trainer Ullrichs und Olympiasieger von Albertville 1992 gerne im Team gehabt hätte: "Ich habe schon vor den Spielen gemerkt, dass der Fritz mit seiner Ausstrahlung unheimlich positiv auf mich wirkt. Er hätte uns hier richtig pushen können", so Greis. Beim DSV scheint das Comeback Fischers, der 2007 aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden war, beschlossene Sache. "Fritz Fischer spielt in unseren Personalüberlegungen eine Rolle", bestätigte Pfüller. Aber damit nicht genug. "Beim Schießen haben wir den Anschluss verloren. Da besteht dringender Korrekturbedarf", hat Thomas Pfüller erkannt. Als wollte er die These des Sportdirektors unterstreichen, machte Andreas Birnbacher die Pleite der deutschen Biathleten nach den vier Turiner Goldmedaillen von 2006 am Schießstand perfekt. Der Trainingspartner von Michael Greis ruinierte die gute Vorarbeit des 21-jährigen Startläufers Simon Schempp, indem er sich bei seinem katastrophalen Stehendschießen zwei Strafrunden leistete. "Da hat er einen Blackout gehabt. Schade für die anderen", lautete der Kommentar von Frank Ullrich. "Das waren also die Olympischen Spiele."
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Birnbachers Blackout - Aussetzer des Schlechingers werfen deutsche Biathlon-Staffel weit zurück
Ein unglücklicher Andreas Birnbacher: Aussetzer des Schlechingers beim Stehendschießen haben der deutschen Biathlon-Staffel den erhofften Überraschungs-Coup verdorben. Am Schluss stand Rang fünf.Es wäre einiges möglich gewesen für die deutsche Staffel, als Andreas Birnbacher zu seinem zweiten Schießen ins Biathlon-Stadion des Olympic Park einlief. Denn der 28-Jährige führte im Rennen über 4x7,5 km überraschend eine Spitzengruppe an. Als der Schlechinger, als zweiter Mann nach Startläufer Simon Schempp auf die Skatingpiste gegangen, sich bei starkem Schneeregen wieder einreihte ins Feld der Konkurrenten, war er Zehnter und hatte 1:04 Minuten Rückstand. Was war geschehen? Bundestrainer Frank Ullrich sollte hinterher von einem "Blackout" sprechen, Birnbacher selbst von einer "totalen Nähmachine". Denn selbst drei Nachlader genügten dem Mann, der kurz vorher im Liegendanschlag fehlerlos geblieben war, nicht: Weit knallten die Patronen an den Scheiben vorbei. Zweimal musste Birnbacher in die Strafrunde mit tiefem Schnee, das lud ihm eine Hypothek von rund 50 Sekunden auf - die Chance auf die erste Medaille der deutschen Herren bei den so erfolglos verlaufenen Winterspielen war dahin. Eine kleine sportliche Tragödie für Andreas Birnbacher.
Der konnte es selbst kaum fassen. "Die Dinger waren so weit daneben. Und in der Strafrunde war der Schnee total stumpf. Als ich rausgefahren bin, war ich völlig blau", stöhnte er. Prompt packte er bis zum zweiten Wechsel auf dem chancenlosen Rang 10 noch 17 Sekunden Rückstand drauf. Weil die drei anderen Staffelmitglieder, Simon Schempp, Arnd Peiffer und Michael Greis prima Leistungen zeigten, landete die deutsche Staffel schließlich auf Rang fünf - eigentlich angesichts der schlechten Ergebnisse in Whistler ein akzeptables Resultat. Ja, wenn da nicht Birnbacher gewesen wäre. Damit war das Debakel komplett: Die medaillenlosen deutschen Biathlon-Herren müssen sich zum Abschied von Frank Ullrich bei den 21. Winterspielen mit der schlechtesten Bilanz seit Grenoble 1968 auseinandersetzen.daille
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Staffel der Männer: Norwegen siegt - Deutschland ohne Medaille 26.02.2010
Norwegen hat zum zweiten Mal nach 2002 olympisches Gold in der Biathlonstaffel gewonnen. Das Quartett mit Schlussläufer Ole Einar Björndalen siegte souverän vor Österreich und Russland. Deutschland landete nach einem Blackout von Andreas Birnbacher mit einem Rückstand von 1:37,9 Minuten nur auf dem fünften Platz. Deutschlands Biathlon-Männer blieben damit erstmals seit 1968 ohne olympische Medaille. Ole Einar Björndalen hat doch noch seine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Vancouver gewonnen. In der 4x7,5-Kilometer-Staffel der Biathleten gewann der Norweger mit seinem Team die Goldmedaille. In einem spannenden Rennen holte sich Österreich die Silbermedaille vor Russland. Das deutsche Quartett mit Simon Schempp, Andreas Birnbacher, Arnd Peiffer und dem dreifachen Turin-Olympiasieger Michael Greis hatte mit der Medaillenvergabe nichts zu tun und wurde Fünfter.
Der Start war dabei für die Deutschen ganz verheißungsvoll. Bundestrainer Frank Ullrich vertraute auf der ersten Position dem jungen Simon Schempp. Und der 21-Jährige, der bekannte, er habe kaum ruhig sitzen können, als er von seiner Nominierung erfahren hatte, löste seine Aufgabe bravourös. Mit fehlerfreiem Liegendschießen und nur einem Nachlader im Stehendanschlag mischte er im Konzert der Großen mit. Weder der schnellste Schütze des Feldes, Simon Eder, noch der stark auftretende Russe Tcherezov konnten sich entscheiden lösen. Schempp übergab mit knapp drei Sekunden Rückstand auf Andras Birnbacher.
Mit insgesamt acht weiteren Staffeln machte sich der Schlechinger auf den Weg. Nach dem ersten Schießen, bei dem Birnbacher in Simon-Eder-Manier, also schnell und fehlerfrei, agierte, ging das deutsche Team zwischenzeitlich sogar in Führung. Im Stehendanschlag allerdings ließ Birnbacher trotz dreier Nachlader zwei Scheiben stehen, musste 300 Extrameter laufen und ging mit über einer Minute Rückstand auf Platz zehn auf die Strecke. Vielleicht hatte er zuviel Führungsarbeit geleistet, so dass er die gefürchtete "Nähmaschine" in den Beinen bekam. In Führung waren nun die russische Mannschaft, für die Andrej Shipulin, der jüngere Bruder der slowakischen Sprintsiegerin Kuzmina, im Rennen war sowie Norwegen mit dem 21-jährigen Tarjei Boe. Während Schipulin dann aber einbrach, drehte Boe auf und übergab als erster an Emil Hegle Svendsen, knapp vor Österreich und Schweden. Birnbacher folgte 1:21 Minuten dahinter.
Während Svendsen und Dominik Landertinger vorn das Tempo machten und sich absetzten, lief Arnd Peiffer für Deutschland nun sein eigenes Rennen. Im Liegendanschlag hielt sich der Norddeutsche (Zitat: Schnelles Schießen wird überbewertet) schadlos und brachte sein Team auf Rang acht nach vorn. Im Stehendanschlag allerdings brauchte auch der Clausthal-Zellerfelder drei Zusatz-Patronen, sonst wäre es noch zwei bis drei Plätze weiter nach vorn gegangen. So wechselte er als Siebter – Rückstand 1:47 Minuten. Nach dem Rennen sagte er, er habe ein Dèjá-vu gehabt, in Östersund sei es genauso schlecht gewesen. Im Laufen sei es ganz ordentlich gegangen, mit dem Stehendschießen könne er aber nicht zufrieden sein. Nun hoffe er, dass "Michi" noch die Ehre der Deutschen retten könne. Vorn kämpften Norwegen und Russland um die Spitze, Russland lag ungefährdet auf rang drei.
Auf der Schlussrunde entwickelte sich ein wahres Drama im Kampf um die Medaillen. Ole Einar Björndalen musste beim Liegendschießen nur einmal nachladen, Christoph Sumann hingegen schoss sich mit vier Fehlern und damit einer Strafrunde aus dem Rennen um Gold. Der 34-Jährige fiel sogar noch hinter Evgeny Ustyugov zurück. Björndalen nun klar ivorn liegend, ließ sich die Führung nicht mehr nehmen und lief das Rennen klar nach Hause. Für den Norweger war es die insgesamt sechste olympische Goldmedaille. Dahinter kämpfte sich Sumann mit einem grandiosen Stehendschießen wieder an den jungen Russen heran und gewann gegen ihn im Zielsprint. Michael Greis lieferte eine medaillenwürdige Vorstellung, blieb ohne einen einzigen Nachlader und fightete sich noch auf Rang fünf nach vorn. Ehre gerettet, mehr war nicht mehr drin.
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Biathlon-Männer in Staffel ohne Stephan
Die deutschen Biathleten müssen in der Staffel am 26. Februar auf Christoph Stephan verzichten. Der Vize-Weltmeister hat sich einen grippalen Infekt eingefangen und musste das Abschlusstraining abbrechen. «Christoph fühlt sich platt. Es macht keinen Sinn, ihn einzusetzen», sagte Bundestrainer Frank Ullrich vor seinem letzten Olympia-Rennen. Für Stephan wird der erst 21 Jahre alte Simon Schempp als Startläufer in die Loipe gehen. Danach komplettieren Andreas Birnbacher, Arnd Peiffer und der dreimalige Olympiasieger Michael Greis das deutsche Quartett. «Ich fühle mich gut und bin bereit», sagte Schempp, der bei den Winterspielen bislang noch keinen Einsatz hatte. Auch Ullrich traut seinem Youngster eine gute Leistung zu. «Er ist hier wieder ganz anders drauf, hat auch wieder an Gewicht zugelegt. Ich vertraue ihm», sagte Ullrich. Arnd Peiffer macht sich ebenfalls keine Sorgen um das Nervenkostüm von Schempp, zumal der Uhinger in dieser Saison bereits zwei starke Staffelleistungen gezeigt hat. «Der Simon wird das schon machen. Wir greifen noch einmal an und wollen aufs Treppchen», sagte der 22-Jährige.
Große Freude löste die Nachricht von Schempps Einsatz bei dessen Freundin Miriam Gössner aus. «Oh Gott! Wenn der Simon läuft, bin ich immer total aufgeregt. Ich glaube, ich kann heute Nacht nicht schlafen», meinte die Silbermedaillen-Gewinnerin in der Langlauf- Staffel. Für die Biathlon-Männer ist es in den Bergen von Whistler die letzte Gelegenheit, noch eine Medaille zu gewinnen. Sonst drohen erstmals seit 42 Jahren Winterspiele ohne jedes Edelmetall - 1968 waren die deutschen Skijäger in Grenoble ebenfalls leer ausgegangen.
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Sorgen für Bundestrainer Ullrich beim Abschied
Vor seinem letzten Olympia-Auftritt als Biathlon-Bundestrainer hat Frank Ullrich große Personal-Sorgen. «Wir sind momentan nicht ganz so glücklich, da Christoph Stephan etwas angeschlagen ist», bangt Ullrich um den Einsatz seines Vize-Weltmeisters im Staffel-Rennen. Die Pleiten in den Einzel-Wettbewerben quälen den 52 Jahre alten Olympiasieger von 1980 dagegen nicht: «Ich bin kein Mensch, der todunglücklich ist, wenn es mal nicht so läuft oder gelaufen ist. Ich habe alles schon erlebt, in allen Nuancen.» Vom Junioren-Weltmeister in der damaligen DDR zum stolzen Olympiasieger und neunmaligen Biathlon-Weltmeister. Rebellierende Stars, Doping-Vorwürfe aus der Vergangenheit - Ullrich hat viel erlebt in seiner Sportler- und Trainer-Karriere. Doch stets war er geradlinig, wenn auch hin und wieder umstritten. «Das hat keine Spuren hinterlassen. Die Stimmung im Team war gut und intakt, trotz der Problemstellungen», sagte DSV-Chef Alfons Hörmann vor Ullrichs Olympia-Abschied.
«Heulen werde ich nicht. Ich freue mich auf das letzte Rennen, ich freue mich aber genauso darauf, was danach kommt«, sagt Ullrich, der von «Gefühlsduselei» wenig hält. Wie es beruflich mit ihm weitergeht, ist offen, eine Auszeit möglich. Der Stabsfeldwebel bei der Bundeswehr hat Angebote aus dem In- und Ausland. Sicher jedoch ist: «Jugendkoordinator im deutschen Biathlon werde ich definitiv nicht, denn Koordinatoren haben wir genug in Deutschland.» Seit den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City gab es vier Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen für die von Ullrich betreuten Skijäger. Turin war das Highlight mit vier Olympiasiegen, auch mit Staffel-Gold. Auf die olympische Jubiläums-Medaille hat der Bundestrainer in Whistler bislang vergeblich gewartet. Vor zwölf Jahren hatte es nach den Einzeln ähnlich düster ausgesehen. «In Nagano standen wir vor der Staffel auch mit Nichts da», erinnert sich Ullrich, der nach den Winterspielen zusammen mit Fritz Fischer zum Cheftrainer im Deutschen Ski-Verband (DSV) berufen wurde. In Japan straften seinerzeit Ricco Groß, Peter Sendel, Sven Fischer und Frank Luck die Kritiker Lügen und landeten den Gold-Coup. «Diese Bürde werde ich der Mannschaft nicht aufsetzen. Soweit sind wir noch nicht mit der jungen Truppe», sagte Ullrich in einem Wortlaut-Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Das ist eine Mannschaft, die im Aufbau begriffen ist. Ich wollte eine Mannschaft übergeben, die Perspektive hat. Die jungen Burschen werden in Sotschi auf der Höhe ihres Leistungsvermögens sein.»
Sollte der in Whistler als Startläufer vorgesehene Stephan ausfallen, würden Simon Schempp oder Alexander Wolff als Ersatz aufgeboten. «Da ist noch nichts entschieden. Wir hoffen weiter, dass Christoph fit wird», sagte Ullrich. Andreas Birnbacher, Arnd Peiffer und der dreimalige Turin-Olympiasieger Michael Greis sind für das Quartett gesetzt. Norwegen und Österreich sind die großen Gold- Favoriten. «Wir müssen mit der inneren Bereitschaft ins Rennen gehen, hier noch einmal etwas Großes erreichen zu wollen», fordert Ullrich. Bronze wäre für ihn wie Gold bei den Spielen 1998. Sollte es jedoch Blech werden, reisen die deutschen Biathleten beim Ullrich-Abschied mit der schlechtesten Olympia-Bilanz seit 1968 in Grenoble nach Hause.
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Herren vor Nullnummer - Ullrich selbstkritisch
Gold-Lena und die Bronze-Staffel drücken den deutschen Skijägern ganz fest die Daumen. «Wir stehen an der Strecke und feuern sie gescheit an», versprach Martina Beck eine stimmgewaltige Unterstützung der erfolgreichen Frauen für das Staffel-Rennen der bislang enttäuschenden Männer. Das Team um den dreimaligen Turin-Olympiasieger Michael Greis kann wahrlich jede Hilfe gebrauchen. Das Team-Rennen ist die letzte Chance, um nicht erstmals seit den Grenoble-Spielen 1968 ohne Männer-Medaillen nach Hause zu reisen. «Wir greifen an, die Mannschaft ist topmotiviert», kündigte Bundestrainer Frank Ullrich an, «bei den Frauen waren einige enttäuscht über die Bronze-Medaille. Wir wären über die Bronze-Medaille überglücklich.» Die Ursachenforschung nach den Gründen für die ernüchternde Bilanz hat längst begonnen. Dabei gab sich Ullrich durchaus selbstkritisch. Rückblickend auf die Einzel-Wettbewerbe wäre seiner Meinung nach ein Aussetzen im Verfolgungsrennen die richtige Entscheidung gewesen. «Ich hätte sagen müssen, den Verfolger laufen wir nicht. So eine Entscheidung hätte ich treffen müssen. Für mich jetzt im Nachhinein», analysierte der neunmalige Weltmeister, «es hätte zwar einen Riesen- Aufschrei gegeben, das weiß ich - aber wir hätten Kräfte gespart. Die Jungs waren im Verfolger heiß, sie sind nach vorne marschiert.»
Der deutsche Starläufer Greis etwa zeigte nach dem Sprint-Rennen im Verfolger eine tolle Leistung. Der dreimalige Olympiasieger stürmte von Platz 21 vor auf Rang fünf. Im 20-Kilometer-Einzelrennen fehlte dem Allgäuer dann aber die Kraft. Das soll nun alles anders werden. Neben Greis werden wohl Christoph Stephan, Andreas Birnbacher und Arnd Peiffer für Deutschland laufen. «Es werden acht Mannschaften sein, die mitmischen. Das sind die Norweger definitiv, das sind die Österreicher definitiv. Die Russen kommen dazu, die Franzosen. Dann kommen wir als fünfte Mannschaft. Aber genauso die Schweden, die haben einen Olympiasieger in ihren Reihen. Das war eine Initialzündung. Dazu kommt die Ukraine und die Weißrussen», blickte Ullrich voraus. Unter der Regie des Olympiasiegers von 1980 gab es für die deutschen Biathleten seit den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City vier Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen. In Kanada droht eine schmerzhafte Nullnummer.
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Staffel der Frauen: Bronze für DSV-Quartett 23.02.2010
Die deutschen Biathlon-Frauen haben in der 4x6-km-Staffel Bronze gewonnen. Das Quartett um Kati Wilhelm, Simone Hauswald, Martina Beck und Andrea Henkel musste nur den favorisierten Russinnen und Frankreich den Vortritt lassen. "Das war das beste Schießergebnis der Saison. Schade, dass wir auf der Laufstrecke nicht ganz mithalten konnten", resümierte Bundestrainer Uwe Müssiggang. Ohne die Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner, die angeblich freiwillig von der Loipe auf die Zuschauertribüne wechselte, lag Deutschland bis zur Hälfte des Rennens sogar auf Goldkurs. Startläuferin Kati Wilhelm, in den Einzelrennen meist eine Enttäuschung, zeigte eine verblüffende Sicherheit mit dem Gewehr, brauchte nur einen Nachlader und übergab mit einem hauchdünnen Rückstand als Zweite hinter Frankreich an Simone Hauswald. Die Bronze-Medaillengewinnerin des Massenstart-Rennens schoss schnell, setzte sich sogar an die Spitze – doch auf den letzten Metern ging ihr die Puste aus - Frankreichs Silvie Becaert rauschte noch vorbei.
Zeitgleich mit Russland schickte Hauswald Martina Beck ins Rennen. Die Vertretung von Neuner gab in den Loipen von Whistler alles, zitterte aber am Schießstand – und musste zwei Mal nachladen. Russland – mit der bärenstarken Medvedseva - lief an der Spitze auf und davon. Beck jagte als Zweite mit deutlichem Abstand hinterher – und übergab mit 44,8 Sekunden Rückstand an Schlussläuferinnen Andrea Henkel. Im Ziel fieberte Hauswald mit ihrer erfahrenen Teamkollegin mit und hoffte insgeheim: "Vielleicht geht noch etwas nach vorn. Es wird aber schwer", mutmaßte sie. Sie sollte recht behalten und musste sogar mit ansehen, wie Silber flöten ging. Während die Russin Olga Saitseva an der Spitze ein famoses Rennen lief, wackelte Henkel beim zweiten Stehend-Schießen. Sie ballerte zwei Mal vorbei, musste nachladen und spürte am Schießstand schon den Atem der Französin Sandrine Bailly. Auf der Schlussrunde ging Bailly dann tasächlich vorbei – und holte Silber. Die Deutschen feierten Bronze – und eine tolle Olympia-Bilanz: Zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze. Das kann sich doch wirklich sehen lassen.
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Biathlon-Männer: "Uns hat der Punch gefehlt"
Whistler - Andreas Birnbacher hat nach dem Massenstartrennen mit den Schultern gezuckt, als wollte er sich entschuldigen. Und seine Ratlosigkeit ist symptomatisch für die deutschen Biathlon-Männer. „Ich weiß auch nicht, was los war“, sagte der Schlechinger, „ich kann's nicht erzwingen, ich schieß ja auch nicht extra vorbei.“ 15. war er im Massenstartrennen geworden und somit zusammen mit seinen Teamgefährten erneut leer ausgegangen. Die Männer-Bilanz nach den Einzelrennen sah somit doch arg ernüchternd aus: Vier Rennen, keine Medaille. Thomas Pfüller, der Generalsekretär und Sportdirektor nordisch im Deutschen Ski-Verband (DSV), wollte denn auch nichts beschönigen. „Wir sind die letzten Jahren immer mit vorne dabei gewesen. Wenn man dann überhaupt keine Chance auf eine Medaille hat, ist das schon enttäuschend“, sagte er.
Dabei hatte es bis zur Halbzeit des Rennens noch durchaus vielversprechend ausgesehen. Arnd Peiffer, der im Liegendschießen fehlerfrei blieb, lag sogar an der Spitze, Michael Greis nach zehn Volltreffern knapp dahinter. Doch dann verloren die deutschen Skijäger ihr Ziel aus den Augen. „Ich habe mir extra viel Zeit genommen. Dennoch musste ich bei jedem Stehendschuss kämpfen; mir fiel das heute echt schwer“, erzählte Peiffer, der letztlich 17. wurde. Nicht viel besser erging es Michael, 2006 in Turin noch dreifache Olympiasieger. Sein erster Fehler stehend habe ihn „unter Zugzwang“ gebracht. Es folgten noch zwei weitere Strafrunden, am Ende musste er sich mit Rang 10 bescheiden. „Ich wollte hier eine Medaille“, bekannte er, „aber es hat das i-Tüpfelchen gefehlt.“ Pfüller merkte in seiner ersten Bestandsaufnahme des Scheiterns von Whistler an: „Wir haben es hier über das Schießen verloren.“ Weswegen man sich nach der Saison entsprechende Gedanken machen müsse: „Das geht in Richtung Schießtrainer.“ Bundestrainer Frank Ullrich erklärte sich das verpasste Edelmetall so: „Uns hat heute am Schluss der Punch gefehlt.“ Allerdings, wie er meinte, nicht nur im Schießen. Auch läuferisch konnten die Deutschen nicht mit der Spitze mithalten. „Uns fehlte insgesamt die Komplexität der Leistung“, wie Ullrich im Trainer-Deutsch anmerkte. Die ideale Mischung aus Schießen und Laufen fand diesmal der Russe Jevgenj Ustjugov, der alle 20 Scheiben traf und dafür mit Gold belohnt wurde. Silber ging an den Franzosen Martin Fourcade. Bronze holte sich überraschend der Slowake Pavol Hurajt.
Dagegen erwischte der Norweger Ole Einar Björndalen einen rabenschwarzen Tag. Mit sieben Fehlschüssen landete er auf Rang 27. „Das ist der beste Biathlet aller Zeiten. Da sieht man, dass das nicht so leicht ist“, merkte Peiffer an. Der junge Mann aus Clausthal-Zellerfeld kümmerte sich auch nicht weiter um die Kritik am deutschen Männer-Team, die schon in den letzten Tagen laut geworden war: „Das kommt von Medien, die glauben, dass sie eine Ahnung haben – hamse aber nicht.“ Fest steht, dass die deutschen Skijäger letztmals 1998 bei einem internationalen Großereignis ohne Medaille geblieben sind. Bei Olympia in Nagano war das. Auch Ullrich erinnerte daran: „Da haben wir uns in der Staffel noch rausziehen können.“ Mit Gold übrigens. Doch davon können die DSV-Biathleten derzeit wirklich nur träumen.
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Massenstart der Frauen: Neuners zweiter Streich 21.02.2010
Das war der zweite Streich: Nach der Goldmedaille in der Verfolgung hat Magdalena Neuner auch das Massenstartrennen der Biathletinnen gewonnen. Die 23-Jährige lief mit einer starken Schlussrunde der Russin Olga Zaitseva davon und sicherte den nächsten Sieg für die Mannschaft von Bundestrainer Uwe Müssiggang. Simone Hauswald rundete das starke deutsche Auftreten als Dritte ab. Für die 30-Jährige war es die erste Einzel-Medaille bei olympischen Spielen. Enttäuscht war dagegen Andrea Henkel, die mit Neuner und Hauswald in die letzte Runde gegangen war und dem Tempo des Duos nicht mehr folgen konnte. Henkel wurde am Ende Neunte. Kati Wilhelm belegte in ihrem letzten Einzelrennen bei Olympia einen enttäuschenden 25. Platz.
"Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, und schwupps habe ich meine zweite Goldmedaille", sagte Neuner überglücklich. Ganz anders sah die Gemütslage bei Kati Wilhelm nach dem Wettkampf aus. "Der Druck war riesig. Ich wollte unbedingt eine Einzelmedaille", sagte die Thüringerin. Die deutschen Frauen zeigten in der ersten Runde bereits ihre Medaillenambitionen. Simone Hauswald übernahm bereits vor dem ersten Schießen die Spitze des Feldes und konnte diese Position auch nach den ersten fünf Schuss verteidigen. Ihre Kolleginnen mussten alle je ein Mal in die Strafrunde. Nach den zweiten fünf Schuss lag Hauswald weiter auf der ersten Position, nur für Wilhelm, die sich drei Strafrunden einhandelte, war der Traum von einer Medaille vorbei.Die erste Stehend-Einlage warf die Deutschen zurück. Hauswald musste zweimal in die Runde und Neuner absolvierte nur einmal die Extrameter. Aber die Medaillenränge waren nicht außer Reichweite und bis zum letzten Schießen verkürzte das Trio Hauswald, Neuner und Henkel den Rückstand auf die Führenden. Mit schnellen fünf Treffern holten Hauswald und Neuner weiter auf und gingen nach Olga Zaitseva auf die Schlussrunde. Während sich Neuner am letzten Anstieg absetzte, widerstand Zaitseva dem Angriff von Hauswald und gewann die Silbermedaille.
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Massenstart der Männer: Deutsche Skijäger eine einzige Enttäuschung 21.02.2010
Der Russe Jewgeni Ustjugow hat in Whistler das Massenstartrennen der Biathleten über 15 Kilometer gewonnen. Er siegte vor dem Franzosen Martin Fourcade und trat die Nachfolge von Turin-Sieger Michael Greis an, der Zehnter wurde. Die deutschen Athleten blieben damit auch im letzten Einzelrennen medaillenlos. Viertes Rennen und wieder keine Medaille: Die deutschen Biathlon-Fehlschützen haben die olympischen Einzelrennen erstmals seit zwölf Jahren ohne Podestplatz beendet. Vier Jahre nach seinem Goldlauf von Turin belegte Michael Greis im Massenstartrennen von Whistler nur Platz zehn, während der Russe Jewgeni Ustjugow seine Nachfolge als Olympiasieger antrat. Die letzte Chance für das enttäuschende Team des scheidenden Bundestrainers Frank Ullrich ist nun das Staffelrennen am Freitag. „Schade, wir hatten uns mehr ausgerechnet. Wir haben beim dritten Schießen den Anschluss verloren. Jetzt müssen wir einmal mehr auf die Mädels hoffen“, sagte DOSB-Präsident Thomas Bach als Zuschauer. „Es sollte nicht sein, aber das Bemühen war da. Wenn Greis beim letzten die Schießen die Null bringt, hätte er eine Medaille gehabt. Aber hätte, wenn und aber hilft nicht“, sagte Ullrich enttäuscht. Sein Quartett leistete sich zwölf Fehler am Schießstand - das war einfach zu viel.
Greis kam nach drei Strafrunden mit 35,0 Sekunden Rückstand auf den fehlerfreien Ustjugow ins Ziel, der den größten Erfolg seiner Karriere vor dem Franzosen Martin Fourcade und Pavol Hurajt aus der Slowakei feierte. Andreas Birnbacher wurde 15, Arnd Peiffer belegte Platz 17, Christoph Stephan landete auf Platz 23. „Heute war ich ganz dicht dran am Podium“, sagte Greis: „Insgesamt habe ich hier gute Rennen gemacht, war fast immer in den Top Ten. Leider hat das i-Tüpfelchen gefehlt.“ 1998 in Nagano hatten die deutschen Biathlon-Männer letztmals kein Edelmetall auf den Einzelstrecken gewonnen - das waren damals allerdings nur zwei. Danach rehabilitierte sich das Team um den viermaligen Olympiasieger Ricco Groß aber mit Staffel-Gold. „Unser Ziel ist eine Einzel- und eine Staffelmedaille. Das ist noch möglich“, hatte Ullrich vor dem letzten Einzelrennen gesagt. In den ersten drei Olympiawettkämpfen war ein fünfter Platz von Michael Greis die beste Platzierung gewesen, doch es sollte noch schlimmer kommen. Das Ullrich-Quartett startete bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um 10 Grad verhalten in das Rennen. Beim ersten Schießen blieben die am Schießstand bisher eher unsicheren Deutschen dafür aber fehlerlos. Läuferisch konnten Greis und Co. mit den Besten mithalten, und auch beim zweiten Schießen machte nur Christoph Stephan einen Fehler. Bei Halbzeit der Strecke ging Peiffer in Führung. Zu diesem Zeitpunkt hatte der fünfmalige Olympiasieger Ole Einar Björndalen schon drei Fehler geschossen und lag aussichtslos zurück. Am Ende wurde der große Norweger mit sieben Schießfehlern 27.
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Müssiggang wird Frauen- und Männer-Chef
Uwe Müssiggang wird nach Olympia der neue starke Mann im deutschen Biathlon. «Wir werden eine Mannschaft bilden mit Männern und Frauen gemeinsam. Die wird definitiv der Uwe Müssiggang übernehmen», kündigte Thomas Pfüller, Sportdirektor des DSV, in Whistler an. «Wir sind noch nicht ganz am Ende der Diskussion. Deshalb werde ich erst noch die Wettkämpfe abwarten, bevor ich mich dazu äußere. Aber dann wollen wir ganz schnell Nägel mit Köpfen machen», sagte Pfüller im Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur dpa. Der langjährige Müssiggang-Assistent Gerald Hönig soll nach dpa- Informationen neuer Damen-Chef werden. Der dreimalige Olympiasieger Mark Kirchner wird Männer-Coach Frank Ullrich beerben. Allerdings werde es in der neuen Konstellation keinen direkten Nachfolger geben. Ullrich hatte seinen Abschied von der «Trainerbank» schon länger angekündigt. Der Olympiasieger soll als Jugendkoordinator gehalten werden. «Es wäre gut, wenn einer, der den Überblick und die Erfahrung hat, so eine übergreifende Aufgabe übernimmt», sagte Pfüller. «Wir wollen Frank Ullrich gerne halten. Er könnte eine Funktion einnehmen wie früher Reinhard Heß bei den Skispringern», sagte der Präsident des Deutschen Skiverbandes Alfons Hörmann. Keine Rolle im neuen Biathlon-Konzept spielt der immer wieder gehandelte Schweden-Coach Wolfgang Pichler aus Ruhpolding. «Er steht bei uns nicht auf dem Zettel», sagte Pfüller. Dafür soll Ricco Groß, der bis April noch auf der Trainer-Akademie in Köln ausgebildet wird, bei den Skijägern mit Regie führen. «Ich hoffe, dass der DSV irgendwann einmal auf mich baut», sagte der viermalige Staffel- Olympiasieger.
Die Planungen sind weit fortgeschritten. «Wir werden in beiden Bereichen, Männer und Frauen, voraussichtlich je zwei Trainer installieren», erläuterte Pfüller. Bestimmt werde man eine «gute Gewichtung» zwischen erfahrenen und jungen Leuten finden. Auch an den Biathlon-Teams geht die Trainer-Diskussion nicht spurlos vorbei. «Wir haben uns unsere Gedanken gemacht. Der DSV weiß, was wir wollen», sagte die dreimalige Olympiasiegerin Kati Wilhelm.
Der 51 Jahre alte Oberhofer Hönig steht seit 2007 an der Seite von Müssiggang. Er löste Harald Böse ab, der 17 Jahre lang mit Müssiggang zusammen gearbeitet hatte. Mit Böse hatte Müssiggang 1991 die deutschen Skijägerinnen übernommen. Der 39-jährige Kirchner war ebenfalls zur Saison 2007/2008 Nachfolger von Fritz Fischer als Ullrich-Assistent geworden.
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Deutsche Biathlon-Männer in der Kritik
Nach ihrer mageren Ausbeute ohne eine einzige Medaille aus den ersten drei Wettbewerben sind die deutschen Biathleten um Michael Greis zum Teil heftig kritisiert worden. Drei Rennen, null Medaillen: Nach der 20-km-Pleite sind Michael Greis und die deutschen Biathleten in Whistler massiv unter Beschuss geraten. "Das ist schon traurig. Das kann man nicht leugnen", sagt Thomas Pfüller. Der Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV) muss sein jahrelang erfolgreiches Team ohnehin umkrempeln. Nach 12 Jahren in der Verantwortung quittiert Bundestrainer Frank Ullrich am Saisonende seinen Dienst. "Wir hatten seit dem Traumergebnis von Turin 2006 vier erfolgreiche Jahre, aber das hier war ein Wermutstropfen", sagt Pfüller. Der DSV-Boss kündigte eine gründliche Saisonauswertung an und forderte die Männer-Abteilung auf, im Massenstart und in der Staffel den "aktuellen Eindruck zu korrigieren".
Greis: Olympia eine "Momentaufnahme"
Trotz der Enttäuschung auf der Langdistanz, auf der Michael Greis mit mehr als zwei Minuten Rückstand auf Sieger Emil Hegle Svendsen (Norwegen) als Zehnter der Beste war, gab sich Ullrich kämpferisch. "Wir sind hier bei Olympischen Spielen. Da geht es darum, Medaillen zu gewinnen. Unser Ziel ist eine Einzel- und eine Staffelmedaille. Das ist noch möglich." Andreas Birnbacher hatte Platz 12 belegt, Alexander Wolf wurde 24., Christoph Stephan 29. Leitwolf Greis glaubt offenbar nicht mehr so richtig an ein Happy End in Kanada: "Olympische Spiele sind Momentaufnahmen. Ich habe in Turin einen außergewöhnlichen Moment erlebt und dreimal Gold gewonnen. Ich sehe das hier ganz entspannt und mache mir keinen Druck." Wenigstens mit der Staffel, die seit dem Gold-Triumph von 2006 kein einziges Rennen mehr gewann, will Greis noch "um die Medaille mitkämpfen. Beim Biathlon ist alles möglich. Aber fest steht, dass wir schneller laufen müssen." Die Flaute der jahrelang überragenden deutschen Biathleten kommt insgesamt aber nicht überraschend. Nur Arnd Peiffer gelang – allerdings in Abwesenheit von Svendsen und Superstar Ole Einar Björndalen- in Antholz ein Weltcup-Sieg. Außer dem international noch unerfahrenen Youngster schaffte nur Greis in den bisher 17 Saisonrennen zweimal (2. in Oberhof/3. in Ruhpolding) den Sprung aufs Podest.
Umbau nach Turin stockt
Mit Ach und Krach erfüllten Birnbacher und Stephan die interne Olympianorm, Wolf und Reservist Simon Schempp schlichen sogar mit einer Teilnorm noch ins Vancouver-Team. In den Zeiten der Stars um die viermaligen Olympiasieger Ricco Groß und Sven Fischer ein undenkbarer Vorgang. Ullrich hat den Umbau der Mannschaft nach Turin eingeleitet, er ist aber über Achtungserfolge nicht hinausgekommen. Im Frühjahr wird der Posten neu besetzt. Als Favorit gilt Ullrichs Co-Trainer Mark Kirchner, in dessen Oberhofer Trainingsgruppe sich Peiffer und Ex-Juniorenweltmeister Daniel Böhm zuletzt gut entwickelten.
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Einzel der Männer: Svendsen gewinnt Gold im Einzel 18.02.2010
Ole Einar Björndalen hat seinen sechsten Olympiasieg knapp verpasst. Sein zwölf Jahre jüngerer Landsmann Emil-Hegle Svendsen gewann das Einzelrennen über 20 Kilometer knapp vor dem Biathlon-König. Ebenfalls Silber holte der Weißrusse Sergej Novikov. Die Deutschen schlugen sich achtbar, ohne je eine echte Medaillenchance gehabt zu haben. Pechvogel des Rennens war der Russe Nikolay Kruglov. Duplizität der Ereignisse. Im Einzelwettbewerb der Biathleten ist Emil Hegle Svendsen aus Norwegen zu einem Start-Ziel-Sieg gelaufen. Wie zuvor Landsfrau Tora Berger ging Svendsen mit einer einstelligen Startnummer ins Rennen und setzte im Ziel die erste nennenswerte Bestzeit, die dann bis zum Schluss Bestand hatte. Silber teilten sich Ole Einar Björndalen aus Norwegen und der Weißrusse Sergej Novikov.
Svendson startete verhalten, schoss aber in den ersten drei Anschlägen fehlerfrei und baute durch Fehler der anderen seinen Vorsprung aus. Erst als er im letzten Stehendanschlag – auch hier eine Parallele zum Frauenwettbewerb – eine Scheibe stehen ließ, wurde das Rennen noch einmal spannend. Björndalen, bis dato mit einem Fehler behaftet, aber läuferisch deutlich besser unterwegs, hatte die Chance, an seinem "Kronprinz" vorbeizuziehen. Doch er schoss einmal daneben, ging mit 18 Sekunden Rückstand auf die letzte Schleife und konnte davon nur noch die Hälfte aufholen. Es freue ihn für Svendsen, sagte Björndalen und setzte hinzu: "Ich freue mich auch über Silber, obwohl ich hätte vielleicht früher attackieren können. Ein bisschen mehr Zeit hätte ich vielleicht aufholen können." Eine überraschende Goldchance bot sich auch dem Weißrussen Novikov. Der hatte nach vier fehlerfreien Schießen knapp acht Sekunden Vorsprung, konnte diese aber nicht halten.
Die deutschen Starter blieben auch im dritten Rennen ohne Medaillen. Bester war Michael Greis auf Platz zehn. Der Nesselwanger hatte sein Rennen verhalten begonnen, schoss aber zunächst tadellos. Mit zwei Fehlern im ersten Stehendschießen war das Rennen dann aber für den Nesselwanger gelaufen. Alles Weitere war Bemühen um ein achtbares Ergebnis. Nach dem Rennen sagte der Olympiasieger von Turin: "Läuferisch habe ich mich heute schwer getan. Die Skier waren gut, das Material hatte gepasst. Beim Stehendschießen hatte ich ein bisschen Pech gehabt, weil etwas Wind aufkam". Ähnlich erging es Andreas Birnbacher. Der Schlechinger leistete sich gleich im ersten Liegendschießen zwei Fehler und kämpfte sich danach mit 15 Treffern auf Platz zwölf vor. Alexander Wolf patzte beim ersten und letzten Schießen je einmal und wurde 24., Christoph Stephan ließ drei Scheiben stehen und landete auf Rang 29
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Einzel der Frauen: Tora Berger mit Start-Ziel-Sieg 18.02.2010
Start-Ziel-Sieg für Tora Berger. Die Norwegerin gewann am Donnerstag das Einzelrennen über 15 Kilometer in 40:52,8 Minuten. Silber und Bronze gingen an die Kasachin Elene Khrusteleva und die von Klaus Siebert betreute Weißrussin Darja Domracheva. Mit der Startnummer 2 ins Rennen gegangen, legte Berger von Anfang an die Bestzeiten vor. Drei Mal blieb sie beim Schießen fehlerfrei. Auch ein Fehler im allerletzten Schuss brachte die "Meisterin der letzten Runde" nicht in Bedrängnis. Berger sagte nach dem Rennen, sie sei beim letzten Schießen sehr nervös gewesen. Als ihr Schuss daneben gegangen sei, habe sie gedacht: "Jetzt muss ich in der letzten Runde wirklich schnell laufen, um eine Medaille zu bekommen."
Knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt ist Kathi Wilhelm . Die 33-Jährige aus Steinbach-Hallenberg hatte sich wie Berger nur einen Schießfehler geleistet. In der Loipe verlor sie jedoch eine reichliche Minute auf die Norwegerin. Zu Bronze fehlte über eine halbe Minute. Klar hätte sie gern eine Medaille gehabt, bekannte Wilhelm nach dem Rennen. "Die Chance war da." Hintenraus sei es aber ein bisschen langsamer geworden. Über ihren Fehler im zweiten Liegendschießen ärgerte sich die routinierte Sportlerin. "Es war ein Fehler, den man mit der Erfahrung nicht machen sollte, aber es nun passiert."
Auch Andrea Henkel kämpfte lange um die Medaillen mit. Wie Berger setzte sie den letzten Schuss daneben. Das war einer zuviel, um Edelmetall zu holen. Henkel sagte nach dem Rennen: "Ich wollte schon gern eine Medaille, ich habe es aber mit dem letzten Schuss vergeigt". Es sei aber ein Aufwärtstrend zu sehen, und sie hoffe, es gehe in den nächsten Rennen noch ein Stück vorwärts.
Magdalena Neuner hatte sich frühzeitig aus dem Kreis der Medaillenanwärterinnen verabschiedet. Ein Fehler im ersten Liegendschießen und zwei weitere im Stehendanschlag warfen sie weit zurück. Da halfen auch zwei weitere fehlerfreie Einlagen nicht. Vom Kopf her habe sie nicht in den Wettkampf reingefunden, sagte Neuner. "Ich war etwas zu unkonzentriert." Der eine Ruhetag war vielleicht etwas zu wenig. Auch Martina Beck ging es ähnlich. Nachdem sie im Sprint und in der Verfolgung nur zuschauen konnte, wollte sich die gute Schützin in ihrer Schokoladendisziplin beweisen. Doch zwei Fahrkarten im ersten Stehendschießen warfen sie weit zurück. Ebenfalls chancenlos waren die schwedischen Mitfavoritinnen Anna Carin Olofsson-Zidek und Helena Jonsson. Die Biathletinnen aus Russland spielten keine Rolle.
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Biathlon-Weltverband gerät massiv in die Kritik
Die Biathlon-Verfolgungsrennen haben die IBU stark in die Kritik gebracht. Durch überforderte Kampfrichter kam es zu Fehlstarts und Strafsekunden bei den Athleten. Fehlstarts, Strafsekunden und totale Verwirrung: Nach dem Chaos zu Beginn der Jagdrennen sind die Verantwortlichen des Biathlon-Weltverbandes (IBU) massiv in die Kritik geraten. "Das war für Olympische Spiele unwürdig", sagte Männer-Bundestrainer Frank Ullrich. Weil ihre Topläuferin Anna-Carin Olofsson 15 Sekunden zu lange in der Startbox festgehalten wurde, forderten die Schweden sogar den Rücktritt des Schweizer Kampfrichter-Obmanns Robert Zwahlen.
"Der Verband war eindeutig überfordert", sagte Ullrich. "Da sollten vielleicht mal jüngere Leute in die Verantwortung kommen." Schwedens deutscher Trainer Wolfgang Pichler sah Olofsson um die Medaille betrogen, da sie wegen des zu späten Starts das Jagdrennen von zu weit hinten aufnehmen musste und der Bonus von 15 Sekunden am Ende auch nichts mehr nutzte. Olofsson wurde Vierte. Die ebenfalls zu spät gestarteten Simone Hauswald und Vita Semerenko (Ukraine) erhielten jeweils sieben Sekunden Bonus. Noch grotesker war die Situation im Männer-Rennen. Der Kanadier Jean Philippe Leguellec wurde von einem Kampfrichter 30 Sekunden zu früh auf die Strecke geschickt und rannte bis kurz vor dem Ziel sogar in der Gruppe der Medaillenkandidaten, in die er gar nicht hineingehörte. Die Kanadier feierten im Ziel mit Leguellec den vermeintlichen sechsten Platz und konnten nicht begreifen, dass der Lakalmatador durch Strafsekunden auf Rang 11 durchgereicht wurde. "Wir haben in der ersten Startreihe mit unseren erfahrensten Männern alles überwacht. Aber was sollen wir denn machen, wenn die Kanadier die Nummer sechs mit der neun verwechseln?", sagte Norbert Baier. Der Technische Delegierte aus Deutschland stand ebenso wie IBU-Renndirektor Franz Berger in der Kritik.
Baier: "Die Kanadier sind am Tag vor dem Jagdstart zu uns gekommen und haben erklärt, dass sie nicht so recht wissen, was sie zu tun haben." Wenigstens Olympiasieger Björn Ferry (Schweden) konnte am Ende des "schwarzen Tages für die IBU" (Baier) noch lachen.
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Einzelwettkämpfe: Wolf ersetzt Peiffer und Beck startet für Hauswald
Bei der Glamour-Show von Gold-Mädchen Magdalena Neuner stehen die Medaillensammler vergangener Winterspiele im deutschen Biathlon-Team im Schatten und geraten zunehmend unter Zugzwang. Während Neuner in der Verfolgung den goldenen «Partner» für ihre Silbermedaille aus dem Sprint einsackte, warten die dreifachen Olympiasieger Michael Greis, Kati Wilhelm und die zweifache Goldmedaillen-Gewinnerin Andrea Henkel vor den Einzelrennen noch auf ihr erstes Edelmetall. «Die Leistung in der Verfolgung stimmt mich aber zuversichtlich für das Einzel», sagte Greis nach seiner kämpferischen Top-Performance in der Verfolgung.
Von Platz 21 raste der Nesselwanger noch auf Rang fünf, ließ mit einem beherzten Schluss-Schritt über die Ziellinie sogar den Russen Ivan Tscheresow und Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen aus Norwegen hinter sich. Doch kaufen konnte sich der 33-Jährige dafür nichts. Bei Olympia zählen nur Gold, Silber oder Bronze. Sein Zwischenfazit fiel trotzdem positiv aus. «Es geht wieder aufwärts.» Vor vier Jahren in Turin verpatzte er Sprint und Verfolgung ebenfalls, im Einzel stand der Perfektionist aber ganz oben und fuhr am Ende mit dreimal Gold im Gepäck nach Hause. Vielleicht ein gutes Omen für den Anführer des deutschen Männer-Teams, in dem Bundestrainer Frank Ullrich in der Langdistanz über 20 Kilometer eine Änderung vornehmen wird. Arnd Peiffer wird für die Staffel geschont, Alexander Wolf übernimmt seinen Startplatz. Christoph Stephan und Andreas Birnbacher erhalten hingegen eine weitere Chance.
Auch bei den Frauen gibt es einen Wechsel. Martina Beck wird über die 15 Kilometer erstmals eingesetzt, Simone Hauswald pausiert. Besonders für Wilhelm geht es fast schon um alles, sollen die Winterspiele in Kanada doch der krönende Abschluss ihrer großartigen Karriere werden. In der Verfolgung reichte es zwar nur für Platz zwölf, das Rotkäppchen sieht sich aber dennoch auf einem guten Weg. «Das Ergebnis war schon wichtig für mich, gerade am Schießstand. Es war gut für den Kopf, hier mit nur einem Fehler wegzugehen.» Im Wirbel um Neuner wirkt der Rest des Teams etwas verloren. Dennoch ist die Freude über die Erfolge des neuen Biathlon-Darlings auch bei den Kolleginnen groß. «Das freut mich für sie», sagte Hauswald. Wilhelm fand es «ganz erstaunlich», mit welcher Gelassenheit Neuner derzeit von Erfolg zu Erfolg stürmt. Für Neuner hat sich an der Hierarchie im Team aber nichts geändert. «Kati ist schon ein bisschen die Rudelführerin bei uns. Sie ist die Älteste, ist unheimlich erfahren. Sie hat schon mehrere Olympiasiege, da stehe ich noch ein bisschen hinten an mit meinen Erfolgen.»
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Verfolgung der Männer: Ferry gewinnt - Greis läuft noch auf Rang fünf 16.02.2010
Der Schwede Björn Ferry hat sich die Goldmedaille in der Biathlon-Verfolgung gesichert. Der vom Deutschen Wolfgang Pichler trainierte Ferry ließ den Österreicher Christoph Sumann mit 16,5 Sekunden hinter sich. Sumann sicherte sich seine erste Olympia-Medaille. Dritter wurde der Franzose Vincent Jay. Er war nach seinem Sprintsieg als erster ins Rennen gegangen.
Die Deutschen liefen mit Wut im Bauch, konnten aber nicht ganz nach vorne laufen. Immerhin schaffte es Olympiasieger Michael Greis, sich auf den 5. Rang vorzuarbeiten. Mit seiner Laufleistung lag er sogar vor Rennsieger Björn Ferry. Greis sagte: "Wir haben super Ski gehabt, das läßt Hoffnung für morgen aufkommen. Aber es war schon sehr, sehr hart heute." Andreas Birnbacher verbesserte sich von Platz 23 auf 13. "Mehr war heute nicht drin. Mit Michaels Leistung können wir sehr zufrieden sein. Auch Andi Birnbacher hat es sehr gut gemacht", sagte Bundestrainer Frank Ullrich zum 13. Platz des Schlechingers. "Schade, dass das Wetter am Dienstag gleich zwei Olympia-Rennen kaputt gemacht hat", sagte Ullrich. Wenn er im Einzel am Donnerstag einsetzen wird, will der Bundestrainer an diesem Mittwoch entscheiden.
Der Kanadier Jean Philippe Leguellec schnupperte zur Begeisterung der 5000 Zuschauer kurzzeitig an einer Medaille. Da der Lokalmatador aber aus der falschen Reihe gestartet war, musste er eine 30-Sekunden-Strafe hinnehmen und verpasste damit das Podest. Deshalb landete Greis, der als Sechster ins Ziel kam, sogar noch eine Position weiter vorne.
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Verfolgung der Frauen: Neuner holt ihr erstes Gold 16.02.2010
Magdalena Neuner hat zum ersten Mal in ihrer Karriere olympisches Gold gewonnen. Die Wallgauerin holte sich nach Silber im Sprint den Sieg im Verfolgungswettbewerb. In einem bis zum letzten Schießen spannenden Rennen setzte sie sich dank ihrer läuferischen Klasse gegen Sprintsiegerin Anastazia Kuzmina durch. Bronze ging an die Französin Marie Laure Brunet. Knapp zwei Sekunden hinter Kuzmina gestartet übernahm Neuner sofort die Führung. Doch die Neuslowakin ließ sich nicht abschütteln. Gemeinsam gingen beide zum ersten Mal an den Schießstand, gemeinsam verließen sie ihn nach null Fehler wieder und bauten ihren Vorsprung auf das übrige Feld kontinuierlich aus. Beim zweiten Liegendschießen legte Neuner eine Schnellfeuereinlage hin, Kuzmina schoss einmal daneben und musste die Wallgauerin zunächst ziehen lassen.
Spannung bis zum letzten Schießen
Im ersten Stehendanschlag ließ Neuner erstmals eine Scheibe stehen. Kuzmina konnte jedoch nicht davon profitieren, musste ebenfalls einmal in die Strafrunde. Der Abstand blieb gleich. Läuferisch nahmen sich die beiden bis dahin nichts. Im letzten Schießen machte es Neuner noch einmal spannend. Vier mal traf sie, der allerletzte Schuss ging daneben. Die Slowakin blieb fehlerfrei. Mit lediglich sechs Sekunden Rückstand auf Neuner ging sie auf die letzte Runde. Doch "Lena" ließ keinen Zweifel daran, wer läuferisch die beste im Feld ist und brachte das Rennen nach Hause. "Das schaffe ich irgendwie", sagte sie, "und wenn ich sterben muss auf der Runde."
Wilhelm, Henkel und Hauswald laufen nach vorn
Für die drei anderen deutschen Starterinnen ging es nach den enttäuschenden Sprintergebnissen von vornherein darum, Schadensbegrenzung zu betreiben. Andrea Henkel zeigte eine hervorragende Laufleistung und schob sich trotz dreier Fehler auf Rang zehn vor. Kati Wilhelm wurde mit nur einem Fehler Zwölfte. Simone Hauswald schoss vier Mal daneben und wurde 16.
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Neuer greift nach Gold, Biathlon-Herren sind wohl chancenlos
Unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen bei den deutschen Biathleten wohl nicht sein: Während die deutschen Damen vor dem Verfolgungsrennen über zehn Kilometer auf Medaillenkurs liegen, sind die Männer nach dem chaotischen Sprintrennen vom vergangenen Wochenende nahezu chancenlos. Am Samstag hatte Magdalena Neuner bei ihrem ersten olympischen Wettbewerb den obersten Platz auf dem Siegertreppchen nur ganz knapp verpasst. Zwei Sekunden betrug ihr Rückstand auf Sprint-Überraschungssiegerin Anastasiya Kuzmina. Dementsprechend wird die 22-Jährige der Slowakin im Kampf um Gold im Nacken sitzen. Verkrampfen wird die Wallgauerin dabei aber anscheinend nicht: „Druck mache ich mir überhaupt keinen. Das habe ich vor dem Sprint nicht gemacht und das mache ich jetzt auch nicht“, sagte Neuner gelassen. „Die Silbermedaille kann mir keiner mehr nehmen.“ Simone Hauswald (1:19 Minuten Rückstand), Andrea Henkel (1:20) und Kati Wilhelm (1:32) müssen dagegen in der Verfolgung auf Patzer der Konkurrenz hoffen und zugleich deutlich stärker auftrumpfen als beim Olympia-Auftakt. Neuner traut ihnen das aber zu. „Ich denke, sie greifen noch an. Ich denke, am Dienstag werden wir alle angreifen.“
"Was im Biathlon alles möglich ist, haben wir wir bei den Männern gesehen"
Vor zu viel Optimismus hat unterdessen Damen-Bundestrainer Uwe Müssiggang gewarnt: „Was im Biathlon alles möglich ist, haben wir am Sonntag bei den Männern gesehen.“ Dort hatte das Wetter den deutschen Männern im Sprintrennen einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. „Das war das Grenzwertigste, was ich in meiner langen Karriere erlebt habe. Und auch das verrückteste Rennen“, sagte Männer-Coach Frank Ullrich. So muss der Oberhofer Christoph Stephan ab 21.45 Uhr als bester Deutscher auf Platz 19 immerhin 1:43,3 Minuten auf Sprint-Sieger Vincent Jay (Frankreich) aufholen. Andreas Birnbacher war lediglich 23., Arnd Peiffer nur 37. geworden. „Unsere Position für den Verfolger ist natürlich ungünstig“, sagte Ullrich.
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Ferry rudert zurück: „Nicht so ernst gemeint“
Biathlet Björn Ferry hat seine Straf-Vorschläge für Dopingsünder relativiert: „Das war nicht so ernst gemeint. Natürlich kann man keinen erschießen, das ist mir klar." Biathlet Björn Ferry hat das schon so oft erlebt. Er bleibt am Schießstand fehlerfrei und geht läuferisch an seine Grenzen – doch am Ende jubeln die anderen. Die Verdächtigen. Die Doper? "Von mir aus könnte es bei allen Dopingurteilen gerne die Todesstrafe geben oder mindestens wiederholte Schläge auf die Eier", sagte der Schwede vor dem ersten Olympia-Rennen, dem 10km-Sprint. Ferry hat es satt, gegen vermeintliche Betrüger zu verlieren. Auch beim Olympia-Auftakt in Whistler schoss der Schwede wieder tadellos, in der Loipe zeigte er eine starke Leistung – und landete doch nur auf Platz acht, 1:12,4 Minuten hinter Überraschungssieger Vincent Jay aus Frankreich. Fühlte er sich wieder betrogen? "Nein, das lag wirklich nur am Wetter. Ich hatte mit Startnummer 26 null Chance. Das war wie Lotto. Und Jay hat eben mit seiner Nummer Glück gehabt", sagte Ferry dem SID.
Todesstrafe "nicht so ernst gemeint"
Wütend wirkte er dabei nicht, eher zufrieden mit seiner guten Vorstellung. Und überhaupt: Seine Forderung nach der Todesstrafe in der schwedischen Tageszeitung Västerbottens Dagblad sei ja "nicht so ernst gemeint" gewesen. "Natürlich kann man keinen erschießen, das ist mir klar. Aber wir müssen viel härtere Strafen haben. Es gibt ja bei uns bei jeder Meisterschaft einen Skandal." Seine provokante Forderung stieß auf totale Ablehnung. "Eine solche Forderung ist völlig maßlos", sagte Thomas de Maiziere, der für den Sport zuständige Bundesinnenminister, dem SID. Eberhard Gienger, Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), ergänzte: "Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg. Es gibt ganz extreme Auffassungen über Strafen. Aber sowas wie hier gefordert wird, ist nicht zielführend." Ulf Tippelt, Leistungsport-Direktor und Stellvertretender Chef de Mission der deutschen Olympiamannschaft, erklärte: "Für einen solchen Betrug ist das ganz sicher kein Mittel. Man muss sich vor Augen halten: Es geht hier um Sport. Eine solche Meinung kann man nicht ernst nehmen."
Morddrohungen nach Russen-Kritik
Der 31-Jährige, der immerhin zwei Weltcuprennen gewonnen hat, ist bekannt für seine mitunter äußerst deftigen Aussagen. Vor allem, wenn es um Doping geht. Im Frühjahr 2009 bekam Ferry Morddrohungen, nachdem er sich kritisch über russische Doper geäußert hatte. Andere Athleten hat er öffentlich des Dopings bezichtigt und damit Kritik auf sich gezogen – auch im eigenen Lager. Der Langlauf-Olympiasieger Björn Lind bezeichnete Ferry deshalb einmal als "Medienhure".Ferry geht es um Grundsätzliches. "Im Radsport ist Doping doch schon normal geworden. Es wäre echt tragisch, wenn es bei uns auch so weit käme", sagte er. Deshalb forderte er härteres Vorgehen gegen die Ertappten, "sonst werden wir Leute ohne Moral nicht los".
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Sprint der Männer: Außenseiter nutzt Gunst der Stunde 14.02.2010
Der Franzose Vincent Jay ist Biathlon-Olympiasieger im Sprint über zehn Kilometer. Der 24-Jährige blieb bei beiden Schießen fehlerfrei und hatte im Ziel 12,2 Sekunden Vorsprung vor dem norwegischen Mitfavoriten Emil Hegle Svendsen, der einen Fehlschuss hatte. Bronze holte sich der Kroate Jakov Fak mit 14,0 Sekunden Rückstand, der sich wie Jay keinen Fehlschuss leistete.Nicht in die Medaillenentscheidung eingreifen konnte das deutsche Quartett um den Dreifach-Olympiasieger von Turin, Michael Greis. Beim Stehendschießen waren im dichten Schneeregen die Scheiben fast nicht mehr zu erkennen, Greis hatte keine Chance und kam mit 1:48,2 Minuten Rückstand auf den Sieger als 21. ins Ziel. Bester Deutscher war Christoph Stephan auf Rang 19 (1:43,3 Sekunden Rückstand). Andreas Birnbacher und Arnd Peiffer belegten die Plätze 23 (1:58,6) und 37 (2:21,3). In einem Rennen, das durch die Startpositionen entschieden wurde, hatten nur die ersten zehn Läufer eine Siegchance - Jay hatte Startnummer sechs. "Das war ein irreguläres Rennen, aber wir sind halt eine Outdoor-Sportart und hatten heute kein Glück", sagte Bundestrainer Frank Ullrich. "Nach den ersten zehn Startern konnte man das Buch zumachen. So schlimm, wie es heute war, habe ich es noch nie erlebt", daher habe man bei den Bedingungen keine Chance gehabt und nur noch Schadensbegrenzung betreiben können, sagte Ullrich enttäuscht.
"Es war ein ganz schlechter Tag"
Nur Greis hatte sich in die erste Startgruppe einordnen lassen, doch seine Startnummer 31 war auch schon zu hoch. Mit Rennbeginn begann es zu regnen, später zu schneien, die Bedingungen wurden nach hinten heraus immer schlechter. Greis kam zwar noch mit einer guten Zwischenzeit zum Liegendschießen, ließ dann aber die letzte Scheibe stehen. "Es hat nicht sollen sein, es war ein ganz schlechter Tag", sagte Greis. Auch Peiffer haderte mit dem Wetter: "In der ersten Runde war noch alles im grünen Bereich, da hatte ich noch super Bedingungen. Dann fing der Schneeregen an und alles wurde stumpfer." Seinen Nerven und den schwierigen Bedingungen fiel auch der Topfavorit und fünfmalige Olympiasieger Ole Einar Björndalen aus Norwegen zum Opfer. Er verschenkte schon beim ersten Schießen mit drei Fehlern alle Chancen und war am Ende nur zwei Sekunden besser als Stephan. Durch das enttäuschende Ergebnis sind die Aussichten der deutschen Teilnehmer für die Verfolgung nicht gut. "Ich muss im Verfolgungsrennen jetzt das beste aus diesem Ergebnis machen, auch wenn nach vorne nicht mehr viel gehen wird. Es war besonders bitter, weil ich ein gutes Gefühl vor dem Rennen hatten", sagte Birnbacher.
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Peiffer schielt bei seinem Olympia-Debüt auf Edelmetall
Viele Blicke sind beim Auftakt der Biathlon-Männer auf Michael Greis gerichtet. Doch neben ihm ist ein Junger zur Größe herangereift - Arnd Peiffer. Schon bei seiner ersten Olympia-Teilnahme darf er auf Edelmetall hoffen. "Man merkt schnell, dass etwas im Gange ist, das besonders ist", umschreibt der 22-Jährige aus Clausthal-Zellerfeld im Harz seine ersten Eindrücke in Kanada. Daran müsse man sich natürlich erst gewöhnen. "Das Interesse der Medien und die Sicherheitsvorkehrungen sind viel größer als im Weltcup." Doch all diese Eindrücke will er ausblenden, wenn es für ihn am Sonntag im Sprint über zehn Kilometer im Callaghan Valley losgeht. "Ich versuche, mich nicht verrückt machen zu lassen." Das an sich ist schon schwierig genug, schaut man sich die Rasanz der bisherigen Karriere des Polizeimeisteranwärters an. Erst im Januar 2009 feierte er in Oberhof sein Debüt im Weltcup, damals profitierte er von den Ausfällen Alexander Wolfs und Christoph Stephans. Und heraus kam ein dritter Platz in der Staffel, gemeinsam mit Greis, Michael Rösch und Toni Lang. Für die Journaille war das Anlass genug, Peiffer als "neue große Hoffnung" zu feiern. Es folgten zwei Bronzemedaillen mit der Mixed- und der Herrenstaffel bei der WM in Pyeonchang. Und das alles, obwohl Peiffers Begeisterung für den Biathlon-Sport anfangs gar nicht so groß war. Mit neun Jahren brachte ihn seine Schwester Henrike dazu, wie er auf seiner Homepage erzählt. Erst allmählich wich seine Skepsis, nach und nach zog ihn die Kombination aus Laufen und Schießen in den Bann - zum Glück, lässt sich aus heutiger Sicht sagen
Druck ist kein Problem
Peiffer selbst ist sich durchaus bewusst, wie schnell er in die erweiterte Weltspitze aufgestiegen ist. Das zeigt sich mit jedem Satz, den er den deutschen Journalisten im Callaghan Valley in gewohnt druckreifer Formulierung in die Blöcke zitiert. "Vor 18 Monaten hätte ich noch nicht daran geglaubt, bei Olympia dabei zu sein", sagt er. Von daher sei es einfach nur großartig, in Whistler antreten zu dürfen. Der Druck, der bei einem solchen Großereignis traditionell auf den deutschen Biathleten lastet, macht ihm derweil keine Sorgen. "In einem Wettkampf ist immer Druck da. Aber das ist auch gut so, denn es hilft, konzentriert zu bleiben." Und in der Manier eines alten Hasen fügt er an: "Inzwischen bin ich Druck gewohnt."
Kein Lieblingswetter
Dass er bei der Generalprobe für die Winterspiele in Antholz einen Sieg einfuhr und den DSV-Herren damit den ersten Saisonsieg in diesem Winter bescherte, lässt ihn optimistisch nach vorne schauen. "Das gibt nochmal Selbstvertrauen", sagt er. In eine Favoritenrolle will er sich aber nicht drängen lassen: "Man darf das aber auch nicht überbewerten, es geht hier wieder von vorne los." In Whistler finden die Biathleten seiner Meinung nach wegen der hohen Feuchtigkeit ganz andere Bedingungen vor als in Antholz. "Das ist eine tiefe Strecke, mein liebstes Wetter ist das nicht." Peiffer weiß, dass der nasse Schnee im Callaghan Valley seine Tücken hat. "Man muss damit rechnen, dass es schon nach der ersten Runde wehtut." Es sei schwierig, die beste Spur zu finden. "Man muss sehr situativ entscheiden."
Auf den Ski kommt es an
"Ich werde nur von Wettkampf zu Wettkampf denken, so wie ich es auch im Weltcup mache", betont er immer und immer wieder. Klare Ziele will er sich nicht stecken. "Bei solchen Bedingungen spielt der Ski eine große Rolle, das kann auch richtige Überraschungen geben."
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Greis mit Debütanten-Trio zum Auftakt-Rennen
Michael Greis führt drei Olympia-Debütanten ins Auftakt-Rennen. Neben dem Olympia-Sieger von Turin starten auch Jungstar Arnd Peiffer, Andreas Birnbacher und Christoph Stephan. Geheimfavorit Michael Greis und drei Debütanten sollen den ersten medaillenlosen Olympia-Auftakt der deutschen Biathleten seit zwölf Jahren verhindern. "Neuer Ort, neues Glück. Allein der Fakt, dass ich als dreifacher Olympiasieger von Turin hier erneut antreten darf und die Chance habe, um die Goldmedaille zu kämpfen, macht mich sehr froh", sagt Greis vor dem 10-km-Sprint.. Neben dem Leitwolf werden auch Youngster Arnd Peiffer Außenseiter-Chancen auf einen Podest-Platz eingeräumt. "Ich habe versucht, mir die Verfassung von Turin wieder zu holen. Ich bin besser als vor vier Jahren, aber dummerweise ist es die Konkurrenz auch", sagt Greis, der vor vier Jahren in Turin zum Auftakt über 20km Gold gewonnen hatte. In Salt Lake City 2002 hatte Frank Luck über die gleiche Distanz im ersten Männer-Wettbewerb Silber geholt. 1998 in Nagano war die deutsche Mannschaft letztmals zum Start leer ausgegangen.
Nach zwei Wintern ohne ganz große Siege hat sich Greis wieder kontinuierlich an die Allerbesten um die Norwegen-Stars Ole Einar Björndalen und Emil Hegle Svendsen herangearbeitet, bestimmte im Weltcup zuletzt vor allem läuferisch das Geschehen mit. Die Heldentaten von Turin mag der mittlerweile 33-Jährige, der 2006 auch den Massenstart und mit der 4x7,5-km-Staffel gewann, nicht für die Motivation nutzen. "Das ist vorbei und bringt mich nicht weiter. Jetzt muss ich topfit sein, und ich denke, das ist mir gelungen", sagt er: "Wenn ich hier in Kanada noch einmal mit einer Medaille heimfahre, bin ich sehr glücklich." Eher zufällig wurde er durch einen TV-Vorschaubeitrag noch einmal mit einem seiner Läufe vor vier Jahren konfrontiert. Und von den drei Goldmedaillen fand er in seinem neuen Haus in der Nähe des Ruhpoldinger Golfplatzes auf Anhieb nur eine. "Die anderen sind auch da, aber ich habe sie offenbar gut versteckt", sagt er lächelnd.
"Träumen darf man schon"
Seine ersten beiden WM-Bronzemedaillen (Mixed und Staffel) verstaute Arnd Peiffer im Februar in Pyeonchang im Gepäck. Im Sprint von Antholz, der Olympia-Generalprobe, sorgte der 22-Jährige für den ersten Saisonsieg der deutschen Männer. Vor dem Olympia-Debüt, das außer dem Harzer heute auch Andreas Birnbacher (Schleching) und Christoph Stephan (Oberhof) bestreiten, formuliert Peiffer gewohnt besonnen: "Es wäre doch vermessen, wenn ich mir hier eine Medaille vornehme. Für mich steht der Erfahrungs-Aspekt im Vordergrund." Und fügt dann doch an: "Aber Träumen darf man schon."
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Sprint der Frauen: Silberne Neuner - goldene Kuzmina 13.02.2010
Nur um 1,5 Sekunden hat Magdalena Neuner bei ihrer Premiere bei Olympischen Winterspielen die Goldmedaille verpasst. Die dreifache Weltmeisterin lag im 7,5-km-Sprint im Whistler Olympic Park am Ende nach einem Fehler beim Stehendschießen nur knapp hinter Anastazia Kuzmina, die damit das erste Gold für die Slowakei bei Olympischen Winterspielen gewann. Bronze sicherte sich die Französin Marie Dorin, die 10,9 Sekunden Rückstand auf die Siegerin hatte. Magdalena Neuners Silber war in der zweiten Entscheidung der Spiele die erste Medaille für die 153-köpfige deutsche Mannschaft.
"Das ist ein Traum, Silber bei Olympia ist ganz schön cool. Ich habe einfach nicht daran gedacht, dass es Olympia ist", sagte Neuner, die sich ehrlich über ihre Medaille freute: "Allerdings habe ich mich schon ein bisschen geärgert, dass ich die Kuzmina auf der Schlussrunde nicht gekriegt habe. Dennoch genieße ich das hier total, ich weiß dass ich gekämpft habe bis zum Umfallen und kein bisschen schneller hätte sein können." DOSB-Präsident Thomas Bach war jedenfalls begeistert: "Das ist ein guter Auftakt für das deutsche Olympiateam. Nach der tollen Mannschaftsleistung der Skispringer sollte uns das viel Selbstvertrauen geben." Bundesinnenminister Thomas de Maiziere lobte Neuner für eine "sensationelle Leistung". Neuner legte bei ihrer Olympia-Premiere beim ersten Schießen eine sensationelle Schnellfeuereinlage hin und blieb fehlerlos. Beim Stehendanschlag ließ sie gleich die erste Scheibe stehen, behielt danach aber die Nerven und stürmte wie entfesselt zurück auf die Strecke. 1,5 Kilometer vor dem Ziel lag sie noch eine Sekunde vor Kuzmina, doch am Ende fehlte der völlig erschöpften Bayerin die Kraft.
"Ich bin froh, dass eine durchgekommen ist. Wenn man eine olympische Medaille holt, darf man sich nicht beschweren", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang: "Aber wir müssen noch darüber reden, dass wir läuferisch nicht dabei waren. Wenn Lena auf der Schlussrunde Zeit verliert, dann stimmt etwas nicht." Die gebürtige Russin Kuzmina, die vor einem Jahr WM-Silber im Massenstart gewonnen hatte, hatte offenbar Raketenski an den Füßen. Ihr Sieg war genauso eine Überraschung wie die Bronzemedaille für die Französin Marie Dorin. Kati Wilhelm, mit drei Olympiasiegen erfolgreichste Biathletin der Geschichte, zeigte mit zwei Fehlern beim ersten Schießen Nerven und hatte am Ende mit drei Strafrunden keine Chance auf eine Topplatzierung. 2002 hatte sie auf dieser Strecke noch Gold gewonnen und war entsprechend enttäuscht: "Olympia hat nicht so angefangen, wie ich mir das vorgestellt habe." Die 30-jährige Simone Hauswald leistete sich im ersten Olympia-Rennen ihrer Karriere ebenso wie Andrea Henkel gleich zwei Schießfehler. "Ich bin nicht zufrieden, aber das ist schon abgehakt", sagte Hauswald: "Ich muss eben versuchen, am Dienstag eine gute Verfolgung abzuliefern." Andrea Henkel war ebenfalls "nicht ganz glücklich, aber ändern kann ich es nicht." Der Zuschaueransturm im Whistler Olympic Park übertraf die Erwartungen bei weitem. Die 6000 Plätze waren gefüllt, obwohl Biathlon für die meisten Fans ganz offensichtlich Neuland war. Der Sprecher im Stadion musste das passende Verhalten am Schießstand erklären - Jubel beim Treffer, Stöhnen bei einem Fehler. Am Sonntag starten der dreimalige Olympiasieger Michael Greis und Co. mit dem 10-km-Sprint in die Olympia-Wettbewerbe. Magdalena Neuner hat am Dienstag im Jagdrennen ihre zweite Goldchance - dann will sie die 1,5 Sekunden auf Kuzmina aufholen.
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«König Ole» will Sprint-Gold
Mit Sprint-Gold will Biathlon-Star Ole Einar Björndalen die Jagd auf den Olympia-Rekord von Björn Dählie starten. Vier Goldmedaillen müsste Björndalen in Vancouver gewinnen, um seinen norwegischen Landsmann Dählie als bislang erfolgreichsten Winter-Olympioniken zu verdrängen. Neun Medaillen, darunter fünf Goldene hat Björndalen gewonnen. Acht Olympiasiege hat Dählie geschafft, viermal war der Langläufer Olympia-Zweiter. «Björn ist ein ganz außergewöhnlicher Sportler. Aber ich werde versuchen, ihn zu überholen», sagte Björndalen. Dählie traut ihm das zu. «Er wird ein größerer Olympia-Champion als ich», sagt der 42- Jährige über «König Ole». Der Ehrgeiz des fünffachen Olympiasiegers Björndalen ist so groß, dass auch nach diesen Spielen nicht Schluss sein soll. «Sotschi ist ganz klar ein Ziel», kündigte der 35-Jährige bereits an. «Solange es mir Spaß macht, laufe ich weiter», sagte der 14-fache Weltmeister Björndalen vor seiner fünften Olympia-Teilnahme. Das halbe Dutzend will der Biathlet voll machen. Keine schönen Aussichten für die Konkurrenz, die sich nun schon seit mehr als 15 Jahren die Zähne an dem Skandinavier ausbeißt. In Turin hatte Michael Greis ihm die Show gestohlen. Dreimal gewann der Allgäuer vor vier Jahren Gold - es waren Niederlagen, an denen Björndalen schwer zu knabbern hatte. «Ole ist der Topfavorit», sagt Greis, der neben Arnd Peiffer, Christoph Stephan und Andreas Birnbacher für Deutschland im Zehn- Kilometer-Sprint startet. «Ich bin vom Kopf her da», sagt Greis. «Vor acht Jahren war es der Ole Einar, der hat alle vier Goldmedaillen gewonnen. In Turin hatte er sich viel vorgenommen, aber keine Goldmedaille errungen. Er war zwar gut, hat Medaillen mit nach Hause genommen, aber halt keine Goldene. Letztendlich werden Olympische Spiele immer danach abgerechnet», sagte Greis.
In den Bergen über Whistler will es Björndalen besser machen. Er hat dem Unternehmen Olympia alles untergeordnet. Der 14-malige Weltmeister, der 93 Weltcupsiege gesammelt hat, richtete seinen gesamten Trainingsaufbau auf die Spiele aus. «Ich habe im Laufe der Zeit sehr viel ins Schießen investiert. Erst in das Grundlagen- Training; dieses Jahr habe ich mehr mental gearbeitet, mit einer neuen Schießphilosophie.» Wer Björndalen schlagen will, muss deshalb nicht nur schnell laufen, sondern auch rasant und sicher schießen. Für den sechsfachen Gesamtweltcupsieger das Resultat harten Trainings. «Ich hasse langsames Training, das ist Mist», sagte Björndalen, der sich auch im Sommer kaum Pausen gönnt und in seiner norwegischen Heimat an Form und Material feilt. «Es gibt immer etwas weiterzuentwickeln, das dann im Rennen ein paar Prozente bringen kann», erzählte Björndalen, der vor 18 Jahren sein Debüt im Weltcup feierte.
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Gold ist „keine Spinnerei“
Der Darling der Biathlon-Fangemeinde startet erstmals bei Olympia – warum die Rennen für Magdalena Neuner ziemlich entspannt werden könnten. Für die Biathlon-Fans ist sie einfach die „Lena“. So, als gehöre sie zur Familie oder sei ein extrem nettes und patentes Mädchen aus der Nachbarschaft. Für den Boulevard ist sie die „Gold-Lena“ nach sechs WM-Titeln. Wenn sie in Oberhof oder Ruhpolding an den Start geht, wo die Zuschauer besonders zahlreich versammelt sind und die Stimmung sich gerne ein wenig an den Gepflogenheiten am Ballermann orientiert, da findet sich die junge Frau wieder in einer Menge, die ihren Namen grölt und allerlei sonstige mehr oder weniger lustige Liedchen und die sie am liebsten erdrücken möchte vor Zuneigung. Neuner könnte stundenlang Autogramme schreiben und für Fotos posieren, wenn denn Zeit dafür wäre.
Klingeln und Fotografieren
Daheim in Wallgau, einem Dörfchen im Oberbayerischen, hat es Neuner seltsam gefunden, als Touristen sich vor ihrem Haus herumtrieben, klingelten, neugierig zu den Fenstern hereinschauten oder ihr Auto fotografierten, so als handelte es sich bei dem von einem Ingolstädter Großsponsor gestellten Wagen um eine Reliquie. Ja, Neuner ist ein Star des Wintersports, das muss man so sagen. Wer bereits in jungen Jahren – soeben ist sie 23 Jahre alt geworden – sechs WM-Titel angehäuft hat und satte Werbeverträge, der muss mit der extremen Aufmerksamkeit leben. Denn sie ist Teil des Geschäfts. Würde sich niemand für die schnelle Frau in der Loipe interessieren, dann würden die Sponsoren keine lukrativen Verträge abschließen. Neuner scheint stark genug, den Rummel als Teil des Geschäfts zu begreifen und sich Abschottungsmechanismen anzueignen. Dass auch ihr Privatleben öffentlich diskutiert wird – natürlich: ihr Liebesleben, ihre Beziehungen, all das steht in den Zeitungen. Bei all der öffentlichen Aufmerksamkeit und der fast schon erdrückenden Liebe der Fans konnte Neuner eigentlich nichts Besseres passieren als Olympische Spiele im weit entfernten Vancouver in Kanada. Im Biathlonstadion von Whistler dürfte es vergleichsweise ruhig und gemütlich zugehen. Das kann helfen, die Gedanken besser zu ordnen, die Konzentration aufzubauen – denn nach Neuners starken WM-Leistungen ist klar, was erwartet wird: Gold. Selbstbewusst verkündet sie: „Der Olympiasieg wäre was ganz Tolles. Ich weiß, dass ich es draufhabe. Der Wunsch nach Gold ist nicht nur Spinnerei.“
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Zufrieden mit der Vorbereitung
Biathlon-Bundestrainer Frank Ullrich hat sich nach dem Training am 11. Februar im Whistler Olympic Parc zufrieden mit den Bedingungen während des Vorbereitungslehrgangs am Mount Washington auf Vancouver Island gezeigt. «Wir hatten erwartet, dass die Bedingungen annähernd ähnlich sein würden. Und so war es auch. Es kam sehr viel Schnee, Regen und Sturm. Es zeigt sich, dass es hier so weitergeht», meinte Ullrich. Drei Tage vor dem olympischen Männer-Sprint der Biathleten stellte der Bundestrainer fest: «Es war eine wichtige Erfahrung unter diesen Bedingungen trainiert zu haben.» Neben dem dreimaligen Olympiasieger Michael Greis starten noch Christoph Stephan (Oberhof), Andreas Birnbacher (Schleching) und Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld).
Gleich vier Medaillen-Kandidatinnen schickt Damen-Bundestrainer Uwe Müssiggang am Samstag auf die 7,5-Kilometer-Distanz. Magdalena Neuner (Wallgau), Kati Wilhelm (Zella-Mehlis), Andrea Henkel (Großbreitenbach) und Simone Hauswald (Gosheim) gehören zum Favoritenkreis. «So eine starke Mannschaft war bei Olympia noch nie am Start», sagte Müssiggang.
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Neuner, Wilhelm und Greis: Hoffen auf Volltreffer
Die dreimaligen Olympiasieger Kati Wilhelm und Michael Greis spielen ihre Routine aus, Debütantin Magdalena Neuner setzt vor den Sprint-Rennen der Biathleten am Wochenende auf jugendliche Unbekümmertheit. «Ich bin absoluter Olympia-Neuling. Ich weiß gar nicht, was mich alles erwartet», sagt die sechsmalige Weltmeisterin. Trotzdem hofft die gerade 23 Jahre alt gewordene Wallgauerin auf den Volltreffer bei den Spielen in Whistler: «Der Olympiasieg wäre schon etwas ganz Tolles.» Der Blick zurück sorgt bei Wilhelm und Greis für Gelassenheit und Zuversicht. «Die drei Goldmedaillen stehen. Von dem her kann ich es ganz relaxt angehen», sagt Greis. «Ich kann hier nichts gewinnen, was ich noch nicht habe. Deshalb muss ich mir keine Gedanken machen», meint Wilhelm. Ihr Olympia-Rezept: «Wenn die Nervosität kommt, kann man sich das sagen. Eigentlich muss man sich nicht so schlimm unter Druck setzen.» Ganz fest drückt Greis dem Damen-Team mit Wilhelm und Neuner sowie Andrea Henkel und Simone Hauswald für das Sprint-Rennen am 13. Februar die Daumen. «Das würde den Druck von der Mannschaft nehmen, dann sind wir nicht so im Zugzwang», sagt der Allgäuer, der am 14. Februar ran muss.
Neben dem 33-Jährigen starten noch Arnd Peiffer, Christoph Stephan und Andreas Birnbacher in den Bergen über Whistler über die zehn Kilometer. Mit «einer Einzel- und einer Staffel-Medaille», wäre Herren-Bundestrainer Frank Ullrich zufrieden. Der Olympiasieger von Lake Placid nimmt zum zehnten Mal an Winterspielen teil. Der Goldrausch von Turin war einmalig. «Das lässt sich so schnell nicht wiederholen.» Diesmal ruhen vor allem auf den Biathletinnen die Medaillen-Hoffnungen. «So eine starke Mannschaft war bei Olympia noch nie am Start», sagte Damen-Bundestrainer Uwe Müssiggang, seit 1991 als Chefcoach tätig. Sechs Gold-, zehn Silber- und vier Bronzemedaillen bei Olympia gewannen die Skijägerinnen unter seiner Regie. Nun hofft der Medaillen-Schmied auf einen gelungenen Auftakt: «Das wäre wichtig.» Kati Wilhelm weiß: «Die Stimmung ist super. Alle sind gut drauf und fit.» Mit einem Gefühl der «Nervosität, wie sich das gehört vor einem großen Wettkampf», geht Kati Wilhelm in den 7,5-Kilometer-Sprint. Vor ihren letzten Olympia-Auftritten muss sich die Thüringerin nichts mehr beweisen. «Ich kann es etwas beruhigter angehen, weil ich schon etwas habe. Ich muss ja nicht unbedingt meiner Karriere die Krone aufsetzen.» Selbst das schlechte Wetter macht ihr keine Sorgen. «Ich hoffe nicht, dass es so wahnsinnig tief und schwer wird», sagt sie, lächelt und legt nach. «Auch in Südkorea waren es keine Kati-Wilhelm- Bedingungen.» Trotzdem holte sie sich bei der letzten Weltmeisterschaft den Einzel-Titel. Für Wilhelm führt der Weg zum Sprint-Gold nur über die Schwedin Helena Jonsson. Greis hat sich auf den Norweger Björndalen festgelegt. «Der Ole ist der Topfavorit.»
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Weitere Doping-Vorwürfe gegen Russlands Biathleten
Hinweise auf systematisches Doping im russischen Sport sorgen kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Vancouver weiter für Aufsehen. "Ich weiß, dass die Teamärzte sich untereinander kennen und austauschen. Und offensichtlich bekommen die Ärzte die Mittel von derselben Quelle zur selben Zeit", sagte der wegen Epo-Dopings gesperrte ehemalige Biathlon-Weltmeister Dimitri Jaroschenko der ARD. Er selbst habe etwas verabreicht bekommen, das der Arzt "Cardio Protector" genannt habe, sagte Jaroschenko. Alexander Tichonow, russische Biathlon-Legende und Vize-Präsident des Internationalen Verbandes, sagte, dass er schon vor zwei Jahren auf "dieses Problem in unserem Sport" hingewiesen habe. Damals habe er aber "keine Unterstützung in unserem Sportministerium" bekommen. Der russische Sport war erst am Freitag in die Schlagzeilen geraten, weil einem Bericht der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zufolge russische Behörden internationale Dopingkontrolleure massiv in ihrer Arbeit behindert hätten. Gregori Rodschenkow, Direktor des einzigen von der WADA akkreditierten Labors in Russland, sieht die Doping-Drahtzieher glänzend ausgerüstet. "Die Drahtzieher dahinter haben Wissen, das nur akkreditierte Labore wie wir haben können. Sie besitzen alle Informationen oder haben sogar ein eigenes Labor", sagte Rodschenkow.
Bundestrainer Müßiggang ahnt systematisches Doping
Biathlon-Bundestrainer Uwe Müßiggang sagte in der ARD-Sendung Sport Inside (Montag, 22.45 Uhr im WDR): "Wenn man die letzten Fälle betrachtet, und es immer wieder die gleiche Nation betrifft, dann muss man einfach vermuten, dass dort ein systematisches Doping betrieben wird. Aber das bleiben Vermutungen, mehr ist es nicht." Die schweren Vorwürfe der WADA gegen die russischen Behörden wollte Jacques Rogge, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), nicht überbewerten. Rogge spricht in einem ZDF-Interview von "Nachlässigkeiten" der russischen Behörden gegenüber illegalen Doping-Aktivitäten. "Nachlässigkeiten ja, aber das ist ein großer Unterschied zu der Behauptung, dass es ein staatlich organisiertes System gab", sagte der IOC-Präsident.
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Deutsche Trainer - Favoriten für Sprint benannt
Wie der Deutsche Skiverband bekannt gab, haben auch im deutschen Team die Trainer mittlerweile ihre Favoriten für die Sprint-Wettkämpfe zum Auftakt benannt. Immer unter der Prämisse, dass "alles normal läuft", wird Frank Ullrich bei den Männern Andreas Birnbacher, Michael Greis, Arnd Peiffer und Christoph Stephan einsetzen, Uwe Müssiggang plant mit Simone Hauswald, Andrea Henkel, Magdalena Neuner und Kati Wilhelm.
Bei den Männern werden Alexander Wolf und Simon Schempp nach derzeitigen Stand der Dinge wohl keinen Einsatz bekommen, sollte jedoch ein anderer Athlet mit gesundheitlichen Problemen oder einer Formschwäche kämpfen, stünden beide bereit, um einzuspringen. Mit Peiffer und Stephan steht damit für den Sprint und Verfolger ein ungewöhnlich junges Team zur Verfügung, vergleicht man die Mannschaft mit den letzten Olympischen Spielen. Aufgrunddessen ist Frank Ullrich auch vorsichtig, wenn er über seine Erwartungen an die beiden Sportler spricht: "Welches Potenzial Arnd hat, haben wir in diesem Jahr immer wieder gesehen. Ich gehe aber davon aus, dass er seine erste Olympia-Teilnahme in erster Linie als Herausforderung und als weiteren wichtigen Baustein innerhalb eines langjährigen Lernprozesses ansieht." Ähnlich drückt Ullrich sich aus, wenn er über Stephan redet: "Wenn er weiterhin so konsequent an sich arbeitet, dann ist er durchaus in der Lage, Ergebnisse im Bereich der Top-10 zu erzielen. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass Christoph ein junger Athlet ist, der zum ersten Mal an Olympischen Spielen teilnimmt. Auch er darf und wird die Spiele als wertvolle Erfahrung für seinen weiteren Werdegang nutzen."
Im Frauen-Team dürfte die Entscheidung den Bundestrainern recht schwer gefallen, denn die Leistungsdichte des Teams hat in diesem Jahr noch einmal zugenommen. Die derzeit für den Sprint gesetzten vier Athletinnen sind allerdings derzeit auch die vier besten im deutschen Team. Das heißt allerdings auch, dass eine erfahrene Sportlerin wie Martina Beck die ersten Wettkämpfe von der Ersatzbank aus ansehen muss, wie Bundestrainer Müssiggang erklärt: "Martina liegt im Gesamtweltcup auf einer guten Position, ist aber innerhalb der Mannschaft an die fünfte Stelle abgerutscht, weil die anderen Sportlerinnen noch etwas bessere Ergebnisse erzielen konnten. Sie ist aber nach wie vor für Top-Platzierungen gut." Ebenfalls auf der Ersatzbank sitzen wird Tina Bachmann, die allerdings bereits im Vorfeld von ihrem Los wusste: "Wir haben Tina ganz klar gesagt, dass sie die Ersatzfrau ist und höchstwahrscheinlich keinen Einsatz bekommen wird. Das ist keine ganz einfache Situation. Deshalb haben wir ihr auch die Wahl gelassen, ob sie mitfahren möchte oder nicht. Wir wissen aber, dass Tina im Falle eines Falles jederzeit in der Lage, in die Bresche zu springen", so Müssiggang.
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Neuners Babyfreuden
Der Anfang zog sich schon einmal hin, und so hatten sie schließlich zwei Stunden Verspätung, gerötete Augen und schwere Beine. Und doch waren Magdalena Neuner, Michael Greis und ihre Kollegen früher da als alle anderen. Die elf Biathleten, die am Montagabend Ortszeit in Vancouver landeten, waren die ersten der 153 deutschen Sportler, die in der Olympia-Stadt eintrafen. Und natürlich schaute Magdalena Neuner dann erst einmal, ob ihr Baby den Flug gut überstanden hatte. Ja, das Baby. Denn so, verriet sie nun in einem Interview mit der „Super Illu“ würde sie ihre Waffe nennen. „Ich behandle sie tatsächlich wie ein eigenes Baby“, sagte sie. Mit Waffe und dem übrigen Biathlon-Tross ging es dann weiter, rüber auf die Insel. Nach Vancouver Island, ins Trainingslager am Mount Washington. Gerade Magdalena Neuner wirkte dabei bei der Anreise äußerst aufgeregt. Sechs WM-Goldmedaillen hat die Wallgauerin bereits, und bisher meinte sie in dieser Saison immer, dass es ja noch so weit hin sei bis Olympia und sie noch gar nicht sehr daran denke. Das klang nun dann schon anders: „Ich denke an mein allererstes Olympia und überlege: Oh, das passiert jetzt wirklich?“ Ja, es passiert wirklich, dass Neuner nun als große Gold-Hoffnung zum Star der Spiele werden könnte, wobei sie nun auch eingestand, dass sie tatsächlich auch auf Unterstützung von oben baue. „Vor den Rennen schicke ich schon mal ein Stoßgebet in den Himmel: Hey, bitte schau und hilf mir heute.“ Zumindest in Vancouver bestehen gute Chancen, dass die Stoßgebete zumindest oben ankommen. Denn der Himmel über den Olympischen Spielen ist seit Dienstag größtenteils frei. Da sperrten die Veranstalter den Luftraum über Vancouver und Whistler, wo auch die Biathleten um die Medaillen kämpfen. Wie immer bei Olympischen Spielen investiert der Gastgeber nämlich enorm in die Sicherheit. Insgesamt rund 609 Millionen Euro.
Tausende von Polizisten und Soldaten, Marineboote zu Wasser und 900 Kameras an den Wettkampfstätten werden im Einsatz sein. 4500 der Sicherheitskräfte kommen vom Militär. Die Royal Canadian Mounted Police stellt 5200 Personen ab, dazu kommen 1800 Polizisten aus anderen kanadischen Provinzen und 5000 private Sicherheitsleute. Insgesamt sollen 16 500 Kräfte dafür sorgen, dass die 2500 Olympia-Teilnehmer geschützt sind. Dabei werden Soldaten in den Bergen auf Skiern, Snowboards und in Schweden entworfenen Schnee- Mobilen patrouillieren. „Und doch ist es unmöglich die totale Sicherheit bei solch einem Event zu garantieren“, sagte Sicherheitsberater Ray Mey, der bereits 2002 in Salt Lake City dabei war. Bei Mey herrscht also große Anspannung vor den Olympischen Spielen, die mit der Eröffnungsfeier am 12. Februar beginnen. Bei Magdalena Neuner eher freudige Erwartung. Mit ihrem Baby.
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Biathleten und Langläufer starten «Operation Gold»
Elf Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele hat für die deutschen Biathleten und Langläufer die «Operation Gold» begonnen. Die beiden Teams machten sich am 1. Februar von Frankfurt aus auf den Weg nach Kanada. Die Biathleten beziehen noch ein letztes Trainingslager auf Vancouver Island, für die Langläufer steht noch ein Weltcup im kanadischen Canmore auf dem Programm. «Wir haben dort sehr gute Voraussetzungen. Die Bedingungen sind mit denen in Whistler identisch», begründete Frank Ullrich, Bundestrainer der Biathlon-Männer, die vorzeitige Anreise. Der offizielle Startschuss für das deutsche Team erfolgt am 4. Februar.
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Biathlon bleibt bis 2014 öffentlich-rechtlich
ARD und ZDF werden auch von 2010 bis 2014 die wichtigsten Biathlon-Wettbewerbe übertragen. Der neue Millionen-Vertrag umfasst unter anderem Weltcups und die Heim-WM 2012. Biathlon wird auch im Zeitraum von 2010 bis 2014 in Deutschland von ARD und ZDF übertragen. Der Weltverband IBU einigte sich kurz vor Olympia mit dem Senderverbund der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten Europas (EBU) über einen neuen Millionen-Vertrag. Er umfasst die Übertragung von Weltcups und Weltmeisterschaften, darunter die Titelkämpfe 2012 in Ruhpolding.
"Einmaliger Erfolg auf dem Medien- und Sportmarkt"
"Wir freuen uns, vier weitere Jahre der Zusammenarbeit mit der IBU vor uns zu haben. Wir haben zusammen daran gearbeitet, Biathlon zu einem einmaligen Erfolg auf dem Medien- und Sportmarkt zu machen", sagte EBU-Generaldirektorin Ingrid Deltenre. Der deutsche IBU-Vizepräsident Alfons Hörmann hatte schon zuvor einen "sehr attraktiven Vertrag" für die IBU bejubelt: "Wir haben uns bewusst für die Zuverlässigkeit des bisherigen Vertragspartners entschieden und nicht für das wirtschaftlich beste Angebot."
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Die Hammerschmidts sind Zwillinge mit goldenen Zielen
So schön ist es, wenn Träume in Erfüllung gehen, wenn Erwartungen übertroffen werden: Maren Hammerschmidt kehrt mit Gold und Bronze von der Biathlon-WM der Junioren ins Sauerland zurück und ist überglücklich. Den WM-Titel im Sprint hatte sie bereits am vergangenen Samstag erobert, nun lieferte die 20-jährige Winterbergerin im Staffel-Rennen mit der eindrucksvollsten Leistung des Tages einen überragenden Beitrag zum Gewinn der Bronzemedaille für Deutschland. Schwarz-Rot-Gold freute sich im schwedischen Torsby. „Das ist ein fantastischer Abschluss dieser WM“, kommentierte die beste Juniorin des ganzen Landes. An Position zwei im deutschen Team hatte sie das Rennen nach Miriam Behringer aufgenommen und ihre Mannschaft vom siebten auf den zweiten Platz geführt. Nicole Wötzel als letzte Starterin rettete im Schluss-Sprint soeben noch die Medaille. Es gewann Russland vor Norwegen. „Das war am Ende eine knappe Angelegenheit“, sagte Maren Hammerschmidt: „Ich kann mehr als zufrieden sein.“
Maren ist begeistert - und was ist mit Janin? Es gibt ja nicht nur eine Hammerschmidt. Janin, die Zwillingsschwester, war ebenfalls nach Skandinavien gereist. Sie hatte einen hohen Anspruch. Die Bilanz aus der objektiven Sichtweise: In drei Disziplinen rangierte Janin im ersten Drittel des internationalen Feldes, setzte sich gegen die besten Juniorinnen der Welt gut in Szene. Die subjektive Betrachtung der Athletin: Der Sprung nach ganz oben gelang nicht. Janin wollte einen Platz auf dem Podium, dieses Ziel hat sie verfehlt. Weil es Probleme beim Schießen gab: „Ich habe in der Vorbereitung bewiesen, dass ich besser treffen kann. Ich bin enttäuscht.“ So bewegen sich die Zwillinge vom Skiclub Winterberg in diesen Stunden in höchst unterschiedlichen Gefühlswelten. Wartet hier auf den Trainer nun womöglich eine komplizierte Aufgabe? „Nein“, sagt Carsten Pieper: „Das kriegen wir schon hin.“ Der Winterberger betreut die ambitionierten jungen Damen seit sechs Jahren. Er bewertet das Ergebnis ihrer Reise in den Norden so: „Es ist gut, dass die eine Gold in der Tasche hat und dass die andere weiß, dass sie es drauf hat.“ Denn hier handelt es sich keineswegs um ein stets einseitiges Kräfteverhältnis: Im Training ist mal Maren besser, mal Janin. Was bedeutet: Wenn die eine Weltmeisterin werden kann, dann kann es die andere auch. „Sie haben sehr identische Ausprägungsmerkmale“, sagt Pieper: „Sie sind sich im Lauf-Niveau ähnlich und im Schießen auch.“ Was jetzt in Torsby geschehen ist, „hat im Kopf stattgefunden“ (Pieper).
In Frankenberg an der Eder sind Maren und Janin am 24. Oktober 1989 geboren worden. Bei einem Schnupperkurs haben sie als Kinder Gefallen am Biathlon gefunden. Nach der zehnten Klasse verließen sie das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Winterberg. Heute leben und trainieren sie in der sauerländischen Wintersport-Hochburg. Sie sind Profi-Sportlerinnen. Beim Zoll in Mittenwald sind sie angestellt, beziehen von dort ihr Gehalt als Zollwachtmeisterinnen. Ihr Trainingsplan ist ihr Dienstplan. Und das Leistungskriterium ist die Zugehörigkeit zur Nationalmannschaft. Maren und Janin Hammerschmidt, beide 1,69 m groß, die eine 54 kg (Maren), die andere 53 kg (Janin) schwer, wollen Schritt für Schritt nach vorne. Vancouver kommt zu früh, da ist schon in der nächsten Woche die Eröffnungsfeier. Aber Sotschi in vier Jahren, die Olympischen Spiele in Russland, sind ein realistisches Vorhaben der ehrgeizigen Hammerschmidt-Zwillinge. Dann können für beide, für Maren und Janin, Träume wahr werden.
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Biathlon-Junioren gewinnen WM-Nationenwertung
Mit dreimal Gold, zweimal Silber und dreimal Bronze haben die deutschen Biathlon-Junioren bei der WM die Nationenwertung gewonnen. Es folgen Frankreich und Russland. Zum Abschluss der Weltmeisterschaften im schwedischen Torsby haben die deutschen Biathlon-Junioren ihr hervorragendes Abschneiden mit Gold und Bronze gekrönt und damit die Nationenwertung gewonnen. Die Herren-Staffel des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) mit Tom Barth (Dippoldiswalde), Johannes Kühn (Reit im Winkl), Benedikt Doll (Breitnau) und Manuel Müller (Oberstdorf) holte mit 1:19,3 Minuten Vorsprung auf Frankreich das dritte Gold für den DSV. Die Frauen-Staffel mit Miriam Behringer (Todtnau), Maren Hammerschmidt (Winterberg) und Nicole Wötzel (Elterlein) musste sich im Zielsprint um Platz zwei Norwegen knapp geschlagen geben und gewannen die Bronzemedaille. Sieger wurde das Trio aus Russland.
Manuel Müller überragt
Mit insgesamt dreimal Gold, zweimal Silber und dreimal Bronze sicherte sich das elfköpfige DSV-Nachwuchsteam von Bundestrainer Peter Sendel die Nationenwertung vor Frankreich (2-2-1) und Russland (2-1-2). Dabei musste Sendel, Staffel-Olympiasieger von 1998 in Nagano, ohne Vorzeigeläuferin Miriam Gössner (Garmisch) auskommen. Die mehrmalige Junioren-Weltmeisterin wurde von Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle für die Olympischen Spiele in Vancouver nominiert. Erfolgreichster Teilnehmer war Manuel Müller mit zwei Gold- und einer Silbermedaille. Für den dritten deutschen Sieg hatte am Samstag Maren Hammerschmidt im 7,5-km-Sprint gesorgt.
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Für die Junioren-WM der Biathleten in Torsby (SWE) hat der DSV die folgenden Aktiven nominiert:
Miriam Behringer (SC Todtnau 1891) Janine Hammerschmidt (SK Winterberg) Maren Hammerschmidt (SK Winterberg) Karoline Horchler (WSV Clausthal-Zellerfeld) Nicole Wötzel (Elterleiner SV)
Felix Schuster (SV Elterlein) Tom Barth (TUS Dippoldiswalde) Peter Hoffmann (SSV Altenberg) Benedikt Doll (SZ Breitnau) Manuel Müller (SC 1906 Oberstdorf) Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl)
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Poiree aus Klinik entlassen
Nach einer Operation an der Halswirbelsäule ist der achtmalige Biathlon-Weltmeister Raphael Poiree aus der Klinik entlassen worden. Ein schwerer Quadunfall machte die OP nötig. Der achtmalige Biathlon-Weltmeister Raphael Poiree ist drei Wochen nach seiner Operation an der Halswirbelsäule aus dem Krankenhaus im norwegischen Belgien entlassen worden. Das bestätigte ein Kliniksprecher am Dienstag. Angaben über den Gesundheitszustand des Franzosen machte er nicht. Poiree, der mit Norwegens früherer Weltklasse-Biathletin Liv-Grete Skjelbreid verheiratet ist und in ihrem Heimatland lebt, hatte Ende 2009 bei einem Quadunfall schwere Verletzungen erlitten. Die Operation des 35-Jährigen erfolgte zum Schutz des Rückenmarks durch eine Stabilisierung des Halses. Nach dem Eingriff hatte Poiree Beine und Arme mit Einschränkungen wieder bewegen können.
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Shootingstar Peiffer wird zum Medaillenanwärter
Nach seinem Weltcup-Sieg im Sprint von Antholz und dem darauffolgenden zweiten Platz in der Verfolgung ist Biathlet Arnd Peiffer zum Geheimfavoriten auf Olympiagold avanciert. Vom Nobody zum Goldkandidaten bei Olympia: "Mister Cool" Arnd Peiffer ist die ganze Geschichte selbst ein bisschen unheimlich. "Im letzten Jahr hätte ich nicht geglaubt, dass ich da hinfahren darf", sagt der neue Stern am Biathlon-Himmel dem SID: "Und jetzt darf ich in Vancouver sogar Rennen laufen. Unglaublich." Der junge Mann, den bis zu seinem Durchbruch viele mit dem gebräuchlicheren Namen Pfeiffer ansprachen, ist neben dem dreimaligen Olympiasieger Michael Greis die große deutsche Medaillenhoffnung. Spätestens, seit er bei der Olympia-Generalprobe in Antholz am vergangenen Wochenende mit stählernen Nerven den ersten Saisonsieg für die deutschen Männer holte und tags darauf nur hauchdünn geschlagen Zweiter wurde.
"Immer schön den Ball flach halten"
Dass er bei seiner Olympia-Premiere jetzt Mitfavorit ist, hört der zurückhaltende Mann gar nicht gern. "Natürlich fahre ich da nicht als Tourist hin und will gern mit einer Medaille im Gepäck zurückkommen", sagt Peiffer: "Aber ich bilde mir jetzt nicht ein, dass ich große Ambitionen haben muss. Immer schön den Ball flach halten." Schlau ist der erst 22 Jahre alte Polizeimeisteranwärter, der druckreife Sätze in Serie herausbringt und dazu noch Hochdeutsch wie ein Tagesschau-Sprecher redet. Das liegt daran, dass er weder aus Bayern noch Sachsen, sondern aus Claustahl-Zellerfeld im Harz kommt. Niedersachsen war zwar bislang nicht unbedingt als Biathlon-Hochburg bekannt, aber weil das Peiffersche Elternhaus nur fünf Minuten vom Landesleistungszentrum entfernt liegt und die ältere Schwester Henrike ihn mitschleppte, kam Arnd trotzdem zu den Skijägern.
Durchmarsch in die Weltelite
Er galt nicht als das Supertalent, aber als er zur Trainingsgruppe von Mark Kirchner nach Oberhof wechselte, kam fast wie aus dem Nichts der Durchbruch. Bei seinem Weltcup-Debüt vor gut einem Jahr landete er in Oberhof – wo er dem Teamkollegen Christoph Stephan nebenbei bei einem Fußball-Zweikampf versehentlich das Nasenbein brach – gleich auf Platz sieben. Es folgten zwei WM-Medaillen und der sensationelle erste Weltcup-Sieg in Russland. Dass diese Erfolge keine Eintagsfliege sind, hat Peiffer im Olympiawinter mit dem derzeit vierten Platz im Gesamtweltcup längst bewiesen. Er läuft gut und schießt überragend – in einem vergleichsweise bedächtigem Tempo.
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Verfolgung der Frauen: Nächster deutscher Doppelsieg in Antholz 24.01.2010
Nach dem Dreifach-Erfolg im Einzel und dem Doppelsieg im Sprint haben die deutschen Biathletinnen auch den letzten Weltcup-Wettbewerb von Antholz dominiert. Andrea Henkel gewann das Verfolgungsrennen vor ihrer Teamkollegin Magdalena Neuner. Andrea Henkel bestätigte damit ihren Aufwärtstrend der vergangenen Tage: Im Einzelrennen war sie Dritte, im Sprint bereits Zweite, und diesmal lief sie als Erste ins Ziel - vor allem, weil sie deutlich besser schoss als die vor ihr gestartete Magdalena Neuner. "Ich habe versucht, am Schießstand ruhig zu arbeiten", erklärte Henkel - und diese konzentrierte Leistung wurde belohnt: Die Großbreitenbacherin traf 19 von 20 Scheiben und konnte damit an Magdalena Neuner vorbeiziehen. Der Wallgauerin unterliefen diesmal vier Schießfehler, weshalb sie sich nach ihren Siegen im Einzel und im Sprint diesmal mit Platz zwei begnügen musste.
Im letzten Weltcup-Rennen vor den olympischen Spielen zeigten die deutschen Frauen eine beeindruckende Dominanz, denn hinter der drittplatzierten Norwegerin Ann Kristin Flatland lief gleich die nächste DSV-Athletin über die Ziellinie: Simone Hauswald (Gosheim), die als Siebte ins Rennen gegangen war, verbesserte sich mit nur drei Schießfehlern auf den vierten Platz. Komplettiert wurde das gute Ergebnis durch Tina Bachmann. Als Zehnte konnte die Schmiedebergerin allerdings das gute Ergebnis vom Vortag nicht ganz bestätigen, als sie im Sprint Rang fünf belegt hatte. Eine erneute Enttäuschung erlebte Kati Wilhelm (Zella-Mehlis), die schon im Sprint nur Platz 18 erreicht hatte. Die Thüringerin musste insgesamt fünfmal in die Strafrunde und lag als 23. am Ende sogar hinter der Oberhofer Nachwuchsläuferin Juliane Döll. Gar nicht erst am Start war Martina Beck. Die Mittenwalderin hatte in der Nacht mit einem Magen-Darm-Infekt zu kämpfen und wurde im Hinblick auf Vancouver geschont. Dort beginnen in drei Wochen die olympischen Wettkämpfe - und in der derzeitigen Form gehören die deutschen Skijägerinnen zum engsten Kreis der Medaillenfavoriten. Allerdings sind dann auch wieder die starken Schwedinnen Helena Jonsson und Anna Carin Olofsson-Zidek am Start, die den Weltcup von Antholz ausgelassen haben.
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Verfolgung der Männer: Peiffer wird Zweiter - Wolf und Rösch geschlagen 24.01.2010
Einen Tag nach seinem Sieg im Sprint fehlten Arnd Peiffer nur 1,7 Sekunden zum nächsten Triumph: Nach einem dramatischen Finale im Verfolgungsrennen von Antholz wurde der Niedersachse Zweiter hinter dem Österreicher Daniel Mesotitsch. Alexander Wolf und Michael Rösch verpassten hingegen auch ihre letzte Chance auf die Olympia-Qualifikation. Wie schon beim Sprint am Samstag zeigte Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) erneut eine souveräne Leistung am Schießstand. Von den insgesamt 20 Scheiben ließ er nur eine einzige stehen. Daniel Mesotitsch schoss aber auch nur einen Fehler und war in der Loipe einfach schneller: Nach dem letzten Schießen hatte der Österreicher noch acht Sekunden Rückstand auf den führenden Peiffer, doch auf der Schlussrunde holte Mesotitsch den Deutschen ein und entschied das Rennen auf der Zielgeraden für sich - aus Peiffers Sicht kein Grund, sich zu ärgern: "Ich bin super-zufrieden mit dem zweiten Platz."
Der Oberhofer Christoph Stephan unterstrich ebenfalls seine gute Form: Der Dritte des Sprintrennens musste zweimal in die Strafrunde und belegte hinter Dominik Landertinger (Österreich) und Martin Fourcade (Frankreich) den fünften Platz, Andreas Birnbacher aus dem bayerischen Schleching wurde am Ende Dreizehnter. Unterdessen vergaben Alexander Wolf und Michael Rösch auch ihre letzte Chance auf das Olympia-Ticket für Vancouver. Der Oberhofer Wolf, dem eine Top-15-Platzierung für die geforderte Olympianorm gereicht hätte, kam mit drei Schießfehlern nur auf den 24. Platz. Rösch, der unter die besten Acht hätte laufen müssen, war hingegen komplett von der Rolle. Der Altenberger leistete sich acht Schießfehler und beendete das Rennen auf Rang 44. In dieser Form kann Rösch ebensowenig auf die Reise nach Vancouver hoffen wie Simon Schempp: Der Youngster, der sich als Sprint-89. nicht für die Verfolgung qualifizieren konnte, wirkte zuletzt ausgelaugt und soll zunächst einmal vom Ärzteteam durchgecheckt werden.
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Sprint der Männer: Arnd Peiffer sorgt für den ersten deutschen Sieg 23.01.2010
Drei Wochen vor den Winterspielen in Vancouver scheinen die deutschen Biathlon-Männer in Olympia-Form zu kommen. Arnd Peiffer aus dem niedersächsischen Clausthal-Zellerfeld gewann den Weltcup-Sprint von Antholz vor dem Österreicher Dominik Landertinger und seinem Oberhofer Teamkollegen Christoph Stephan. Michael Rösch, Alexander Wolf und Simon Schempp verpassten hingegen erneut das ersehnte Olympia-Ticket. Zehn Monate nach seinem Sprint-Sieg von Khanty Mansiysk sicherte sich Arnd Peiffer den zweiten Weltcup-Sieg seiner Karriere durch eine tadellose Leistung am Schießstand. In der Loipe war Dominik Landertinger zwar schneller, doch dem Österreicher unterlief ein Fehler im stehenden Anschlag. Deshalb musste er sich - wie schon beim Sprintrennen in Pokljuka - mit Rang zwei zufrieden geben. Christoph Stephan, der zu Saisonbeginn in Östersund schon einmal Vierter im Sprint war, schaffte diesmal als Dritter den Sprung auf das Siegerpodest. Andreas Birnbacher (Schleching) auf Platz zehn komplettierte das starke deutsche Mannschaftsergebnis. Eigentlich habe man lediglich Top-10-Plätze angepeilt, gestand Bundestrainer Frank Ullrich. "Dass sie jetzt ganz vorne ankommen, ist auch für mich eine Überraschung."
Während Peiffer, Stephan und Birnbacher das Ticket für Vancouver schon vor dem Rennen sicher hatten, verfehlten Michael Rösch (Altenberg), Alexander Wolf (Oberhof) und Simon Schempp (Uhingen) erneut die Olympia-Norm. Wolf, der zweimal in die Strafrunde musste, hat als 28. noch die Chance, bei der Verfolgung am Sonntag das geforderte Top-15-Resultat zu erreichen. Rösch, der am Schießstand drei von zehn Scheiben stehenließ, hat hingegen nur noch minimale Olympia-Chancen, denn er müsste in der Verfolgung von Rang 27 aus unter die ersten Acht laufen. Schmepp enttäuschte mit einem 89. Platz und verpasste damit die Qualifikation für das Jagdrennen. Ihm bleibt nur noch die Hoffnung, dass er auch ohne erfüllte Norm für seine guten Leistungen in der Staffel belohnt wird. Einen rabenschwarzen Tag erwischte Weltcup-Spitzenreiter Jewgeni Ustjugow, denn der Russe stürzte kurz vor dem ersten Schießen. Weil dabei das Tragegestell des Gewehrs beschädigt wurde, konnte er seine Waffe nicht mehr auf den Rücken schnallen und musste sie in den Händen zum Schießstand tragen. Dabei verlor Ustjugow soviel Zeit, dass er am Ende nur Platz 48 belegte und am Sonntag mit fast zwei Minuten Rückstand in die Verfolgung geht. Um die Weltcup-Führung muss er aber nicht allzu sehr bangen, denn seine härtesten Verfolger liefen am Samstag ebenfalls hinterher oder waren - wie die Norweger Ole-Einar Björndalen und Emil Hegle Svendsen - gar nicht erst am Start.
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Sprint der Frauen: Neuner-Festspiele in Antholz - Henkel wird Zweite 22.01.2010
Nach einem missglückten Saisonstart scheint Magdalena Neuner rechtzeitig zu den Olympischen Spielen in Topform zu kommen: Zwei Tage nach ihrem Sieg über 15 Kilometer gewann die Wallgauerin auch das Sprintrennen im italienischen Antholz vor ihrer Teamkollegin Andrea Henkel. Einmal mehr profitierte Neuner von ihrer überragenden Laufstärke, denn am Schießstand lief nicht alles rund: Nach einem fehlerfreien Liegendschießen leistete sie sich einen Fehler im stehenden Anschlag und verlor auch noch etwas Zeit, weil sich eine Patrone in der Waffe verklemmte, die per Hand entfernt werden musste. Doch in der Loipe war die Bayerin eine Klasse für sich: Allein auf der Schlussrunde war Neuner 11,5 Sekunden schneller als Andrea Henkel (Großbreitenbach), die sich trotz zwei fehlerfreier Schießen mit Platz zwei begnügen musste.
Neuner habe im Moment eine fantastische Laufform und einen sehr guten Rhythmus am Schießstand, lobte Bundestrainer Uwe Müssiggang. Die Siegerin hat eine noch viel simplere Erklärung, warum es nach dem verkorsten Saisonauftakt bergauf geht: "Ich bin jetzt einfach gut drauf." Tina Bachmann aus Schmiedeberg lief mit zwei Strafrunden noch auf einen hervorragenden fünften Platz, und Simone Hauswald (Gosheim) komplettierte als Siebte das gute deutsche Mannschaftsergebnis. Für Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) verlief das Rennen hingegen genauso enttäuschend wie für Martina Beck (Mittenwald), die weiterhin auf ihre erste Podestplatzierung in diesem Winter wartet. Beck ließ am Schießstand drei von zehn Scheiben stehen und lag im Ziel mehr als eineinhalb Minuten hinter Neuner. Wilhelm handelte sich für das Verfolgungsrennen am Sonntag einen ähnlich großen Rückstand ein. Die Thüringerin musste zwar nur zweimal in die Strafrunde, verlor aber zuviel Zeit in der Loipe. Müssiggang sieht jedoch "keinen Grund zum Hadern" und verweist auf Wilhelms zweiten Platz im 15-Kilometer-Rennen: "Sie ist auf einem sehr guten Weg."
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Einzel der Männer: Deutsche Biathleten enttäuschen im 20-km-Einzel 21.01.2010
Alexander Wolf und Michael Rösch haben auch im 20-km-Einzel von Antholz die Olympianorm nicht geschafft. Der Sieg ging an den Ukrainer Sergej Sednew vor Daniel Mesotitsch aus Österreich und Alexis Boeuf aus Frankreich. Bester Deutscher: Christoph Stephan auf Rang sechs. Für den 26-jährigen Ukrainer Sednew ist es der zweite Podestplatz und der erste Weltcup-Sieg seiner Karriere. Bei tückisch wechselndem Wind ließ er mit vier perfekten Serien am Schießstand die gesamte Kokurrenz hinter sich. Für den drittplatzierten Franzosen Boeuf ist es der erste Weltcup-Podestplatz seiner Biathlon-Laufbahn.
Die einzige Top-Platzierung aus deutscher Sicht sicherte sich Stephan durch seine insgesamt gute Schießleistung: Nach zwei fehlerfreien Anschlägen patzt er beim dritten und vierten Anschlag jeweils nur einmal. Im Ziel zeigte sich der Oberhofer gewohnt ausgepowert, aber auch zufrieden mit seinem Ergebnis: "Ich hab auf der Schlussrunde gedacht, dass ich gut dabei bin. Ansonsten wollte ich einfach nur ruhig und gut schießen", erklärte Stephan, dem die Höhe von Antholz ebenso wie den deutschen Biathletinnen zu schaffen machte. "Das schlaucht ganz schön, da ist man mit dem Hirn manchmal nicht so bei der Sache." Lob für die gute Leistung bekam Stephan von Bundestrainer Frank Ullrich: "Er hat das heute sehr gut gemacht, hat um die Treffer gekämpft. Das muss man im Einzel immer", sagte er nach dem Rennen. "Christoph war heute sehr beherrscht, nachdem, er im Training noch zu häufig die eine oder andere Scheibe hatten stehen lassen."
Enttäuschend verlief das Einzelrennen vor allem für Alexander Wolf und Michael Rösch. Beide haben die Norm für die Olympischen Spiele in Vancouver bisher nicht erfüllt. Während Michael Rösch noch nicht ein einziges Mal den Sprung in die Top 15 schaffte, hat Alexander Wolf immerhin schon die halbe Norm in der Tasche. Doch auch beim Einzelrennen von Antholz gelang es ihm nicht, ein zweites Mal unter die Top 15 zu laufen. Zwar war Wolf fehlerfrei ins Rennen gestartet. Beim zweiten Schießen verfehlte er aber gleich zweimal die Scheiben und fiel zunächst weit zurück. "Es ging relativ schwer auf der Runde. Ich hab aber schon versucht, weiterzukämpfen", erklärte Wolf. Beim dritten Anschlag patzte der Thüringer ein weiteres Mal, konnte zum Schluss aber noch eine fehlerfreie Serie hinlegen. Damit kam er als vorerst Dritter ins Ziel und musste dann lange warten, bis am Ende Rang 17 feststand. "Dieser Platz hilft mir nicht weiter, aber aufgesteckt habe ich noch nicht", erklärte Wolf. "Jetzt muss ich halt im Sprint angreifen." Bundestrainer Ullrich äußerte sich weniger positiv: "Ali hat heute leichtfertig im ersten Stehendanschlag die Norm verschenkt", urteilte er. Für Michael Rösch reichte es bei ebenfalls vier Fehlern nur zur Platz 38. "Ich hoffe, dass ich am Wochenende noch im Sprint und Verfolger eine Chance bekomme», meinte der Osterzgebirgler.
Nicht super, aber einigermaßen gut lief das Rennen für Arnd Peiffer. Der gebürtige Nierdesachse blieb beim ersten Schießen fehlerfrei und verließ als zweitschnellster den Schießstand. Bei den nächsten beiden Schießeinlagen leistete sich Peiffer dann aber je einen Fehler und beim vierten Anschlag sogar zwei. Damit wurde er am Ende nur 24. "Das letzte Schießen war nicht optimal", räumte der 22-Jährige im Ziel ein. "Wahrscheinlich war ich nicht ganz fokussiert. Allgemein fiel es mir heute schwer. Der Einzel wird nicht mehr meine Leidenschaft." Andreas Birnbacher wurde mit ebenfalls vier Schießfehlern 31. Michael Greis hatte auf seinen Start im Einzelrennen verzichtet. Der Nesselwanger hatte sich beim Weltcup in Ruhpolding verkühlt. "Michael ist leicht angeschlagen, deshalb haben wir entschieden, dass er in Antholz nicht startet. Er soll den Fokus auf die Olympiavorbereitung legen und gut trainieren", sagte Bundestrainer Frank Ullrich. Neben Greis musste auch Daniel Graf passen, der in der Nacht vor dem Rennen unter einem Magen-Darm-Infekt gelitten hatte und vorzeitig aus Südtirol wieder abreiste.
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Einzel der Frauen: Neuner krönt deutschen Dreifach-Sieg in Antholz 20.01.2010
Die deutschen Biathletinnen haben beim Weltcup in Antholz das beste Resultat dieses Winters abgeliefert und zugleich olympische Goldhoffnungen geweckt: Magdalena Neuner gewann das 15-km-Einzelrennen knapp vor ihren Teamkolleginnen Kati Wilhelm und Andrea Henkel. Die Wallgauerin, die 2007 in Antholz dreifache Weltmeisterin wurde, konnte trotz dreier Schießfehler ihren ersten Saisonsieg und den insgesamt 14. Weltcup-Erfolg ihrer Karriere feiern. Kati Wilhelm belegte mit einer Strafminute und 5,5 Sekunden Rückstand Platz zwei. Andrea Henkel, die lange wie die Siegerin aussah, leistete sich beim letzten Stehendanschlag zwei Fehler und kam auf Platz drei. In Abwesenheit der beiden Gesamtweltcup-Spitzenreiterinnen Helena Jonsson und Anna Carin Olofsson-Zidek aus Schweden und weiterer Weltklasse-Skijägerinnen kamen auch Martina Beck und Simone Hauswald noch unter die Top Ten. "Das war ein Superrennen, ich bin rundum glücklich. Ich bin auf einem guten Weg Richtung Olympia. Schließlich will ich da Gold", sagte Neuner, die zum ersten Mal ein Einzelrennen für sich entschieden hatte. "Jetzt habe ich auch das geschafft", freute sich die 22-Jährige.
Nach dem letzten Schießen hatte Neuner noch 21,1 Sekunden Rückstand auf Wilhelm gehabt, doch 2,5 km später im Ziel war ein Vorsprung daraus geworden. "Klar ist es ärgerlich, dass es nicht für den Sieg gereicht hat. Aber wer mit drei Schießfehlern gewinnt, steht zurecht oben", sagte Kati Wilhelm. "Ich bin total glücklich, der erste Podestplatz war sehr wichtig für mich." Und Andrea Henkel meinte mit Blick auf das Fehlen eines Großteils der Weltelite: "Helena hätte uns mit ihrem starken Schießen vielleicht einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber wir sind halt angetreten, die anderen nicht." Das überragende deutsche Teamresultat komplettierten Martina Beck als Siebte und Simone Hauswald auf Platz neun, die mit zwei Fehlern beim letzten Schießen den Sieg verschenkte. "Lena war einfach so schnell, da habe ich den Zug verpasst", sagte Hauswald, die nach der Wallgauerin die zweitbeste Laufleistung des gesamten Feldes zeigte. "Der interne Konkurrenzkampf ist gewaltig. Ich möchte nicht in der Haut des Bundestrainers stecken, der die Einsatzkonzeption für Olympia machen muss." Als einzige Starterin traf nur die sechstplatzierte Lokalmatadorin Michela Ponza alle 20 Scheiben - und das bei "Laborbedingungen" in Südtirol: Windstille, Sonnenschein und minus fünf Grad. Das führte der deutsche Bundestrainer Uwe Müssiggang auf die Höhe von über 1600 Meter zurück. "Die ist nicht einfach. Die Höhe fordert ihren Tribut. Da fehlt schnell die Luft", meinte Müssiggang. "Dass einige Nationen hier gefehlt haben, schmälert den Erfolg nicht. Wir wollten hier in Antholz allen noch Gelegenheit zum Schießen unter Wettkampfbedingungen geben und denken, unser Formaufbau ist richtig", so der Chef der deutschen Damen.
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Informationen und Aufgebote für den Weltcup in Antholz (ITA)
Zwei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele haben die Biathleten beim Weltcup in Antholz noch einmal die Gelegenheit zum Kräftemessen und zur letzten Standortbestimmung. Bei den Damen vertraut Uwe Müssiggang auf die sieben Sportlerinnen, die auch in Ruhpolding im Einsatz waren. Voraussichtlich werden alle sieben Athletinnen die letzten drei Rennen vor Olympia bestreiten.
Das DSV-Aufgebot bei den Damen
Tina Bachmann (SG Stahl Schmiedeberg) Martina Beck (SV Mittenwald) Juliane Döll (WSV Oberhof 05) Simone Hauswald (SC Gosheim) Andrea Henkel (SV Großbreitenbach) Magdalena Neuner (SC Wallgau) Kati Wilhelm (SCM Zella-Mehlis)
Michael Rösch wieder im Weltcup-Aufgebot
Daniel Böhm (SC Buntenbock) wird vorübergehend wieder im IBU-Cup zum Einsatz kommen und dann bei der Europameisterschaft teilnehmen. Für Daniel rückt wieder Michael Rösch ins Weltcup-Aufgebot. "Frank Ullrich hat mich Sonntag abend angerufen und mir mitgeteilt, dass ich in Antholz dabei bin. Natürlich habe ich mich extrem darüber gefreut", berichtet Rösch. "Ich kann mich bei meinen Trainern nur für das Vertrauen bedanken und werde am Donnerstag im Einzel versuchen, es zurückzuzahlen." Gleichzeitig gibt Bundestrainer Frank Ullrich auch Daniel Graf die Chance, sich nach seinen guten Leistungen im IBU-Cup im Weltcup zu bewähren. Damit reisen acht DSV-Herren nach Südtirol. Bundestrainer Frank Ullrich plant mit Daniel Graf und Michael Rösch für den Einzelwettbewerb. Simon Schempp wird dafür im Sprint und in der Verfolgung starten. Über die weitere Einsatzkonzeption wird dann vor Ort entschieden.
Das DSV-Aufgebot bei den Herren
Andreas Birnbacher (SC Schleching) Daniel Graf (SV Eintracht Frankenhain) Michael Greis (SK Nesselwang) Arnd Peiffer (WSV Clausthal-Zellerfeld) Simon Schempp (SZ Uhingen) Michael Rösch (SSV Altenberg) Christoph Stephan (WSV Oberhof 05) Alexander Wolf (WSV Oberhof 05)
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Letzte Olympia-Chance für Rösch in Antholz
Biathlon-Bundestrainer Frank Ullrich hat Michael Rösch in den Kader für den Weltcup in Antholz berufen. Für ihn ist es die letzte Möglichkeit, sich für Vancouver zu qualifizieren. Biathlon-Olympiasieger Michael Rösch erhält beim am Mittwoch beginnenden Weltcup in Antholz seine letzte Chance, doch noch das Ticket für Vancouver zu lösen. Bundestrainer Frank Ullrich berief den Altenberger ebenso wie den im IBU-Cup überzeugenden Daniel Graf (Frankenhain) ins deutsche Aufgebot für die Olympia-Generalprobe. Der insgesamt zwölfköpfige deutsche Kader für die Winterspiele soll am Sonntag nach Ende der Rennen in Italien offiziell verkündet werden.
Viele Fahrkarten schon vergeben
Bei den Frauen sind die sechs Startplätze bereits an die sechsmalige Weltmeisterin Magdalena Neuner (Wallgau), Martina Beck (Mittenwald), Simone Hauswald (Gosheim), Andrea Henkel (Großbreitenbach), Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) und wohl auch Tina Bachmann (Schmiedeberg) vergeben. Bei den Männern haben bisher der dreimalige Olympiasieger Michael Greis (Nesselwang), Andreas Birnbacher (Schleching), Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) und Christoph Stephan (Oberhof) die Olympia-Norm erfüllt. Wackelkandidaten sind Simon Schempp (Uhingen) und Alexander Wolf (Oberhof), die erst die Hälfte der Qualifikation für Vancouver in der Tasche haben. Das ist die Chance für Rösch, der in den drei Einzelrennen in Antholz mit einer Platzierung unter den besten Acht oder zwei unter den Top 15 noch die Fahrkahrte nach Kanada lösen könnte. "Ich habe mich extrem über die Nominierung gefreut. Ich kann mich bei meinen Trainern nur für das Vertrauen bedanken und werde am Donnerstag im Einzel versuchen, es zurückzuzahlen", sagte Rösch. "Ich bin glücklich über meine Chance. Meine Mundwinkel haben innerhalb weniger Stunden die Richtung um 180 Grad verändert." Der Weltcup beginnt am Mittwoch (14.15 Uhr/live in der ARD) mit dem 15-km-Rennen der Frauen.
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Birnbacher und der „Kleine Befreiungsschlag“ - Schlechinger Biathlet überzeugt im Massenstart
Andi Birnbacher, der Biathlet aus Schleching, hat seinen 10. Platz beim Massenstartrennen am Samstag in Ruhpolding wie einen kleinen Befreiungsschlag empfunden. Denn nach seinem 6. Platz zum Saisonauftakt im schwedischen Östersund hatte es bei dem 28-Jährigen in den folgenden Weltcups nicht mehr so recht klappen mögen, und es schien, als würden ihm die Felle für Olympia in Vancouver davonschwimmen, auch wenn er die Olympianorm bereits in der Tasche hatte. Doch im Massenstartrennen am Samstag zeigte er wieder alte Klasse und hielt lange mit den Favoriten mit. Mit 34 Sekunden Rückstand auf den siegreichen Norweger Emil Hegle Svendsen, der die 15 km mit viermaligem Schießen fehlerfrei in 39:19,5 Minuten beendete, war er zweitbester Deutscher, nur Arnd Peiffer, der ebenfalls ohne Fehlschuss über die Runden kam, war als Vierter mit 10,6 Sekunden Rückstand noch schneller. Vor allem dass er im Schießen so gut durchkam - erst beim letzten Stehend-Schießen verfehlte er ein Mal das Ziel - war für ihn wichtig, auch wenn er läuferisch noch einiges zuzusetzen hat. Was nicht zuletzt auf krankheitsbedingte Pausen zurückzuführen war.
„Anfangs ist es sehr gut gelaufen, aber mit den besten kann ich noch nicht mithalten“, bekannte der Schlechinger. „Ich habe gewusst, dass ich vorn mitmarschieren kann. „ Und auch Trainer Frank Ullrich hatte ihm geraten, aufzupassen, „dass ich nicht verkrampfe.“ Im Training habe das gut geklappt, „aber sobald ich am Start war, habe ich vergessen, was ich im Training geübt habe.“ Besser hat es da beim Schießen geklappt, denn „ich hatte eine Trefferleistung wie im Training.“ Da hat er auch den Rat seines Trainers Frank Ullrich beherzigt, der gesagt hatte: „Leg dich einfach hin und hau die Dinger raus.“ Und so hielt Andi Birnbacher lange mit der Spitze mit, war in der Zwischenzeit teilweise auf dem 4. Rand. „Die ersten drei Runden konnte ich gut mithalten, doch dann ist mir der Laktat eingeschossen“, wie Birnbacher die Übersäuerung der Muskeln umschreibt. Dass er kurzzeitig sogar in Führung war, bewertete er eher als Missgeschick: „Eigentlich wollte ich im Windschatten laufen, und dann hatte ich keine Kraft mehr. „ Dabei ist das Massenstartrennen seine Lieblingsdisziplin. „Ich kann gut mitlaufen und habe mir auch eine gewisse Taktik zugelegt“, meinte Birnbacher, der trotz des großen Gedränges am Schießstand nicht nervös gewesen sei. „Da habe ich mich lange gut gefühlt.“ Lob zollte ihm auch der Co-Trainer Remo Krug, der auch am Stützpunkt Ruhpolding für den Schlechinger verantwortlich ist: „Der Andi hat gemerkt, dass er vorn mithalten kann.“ Und das mag was heißen, denn die Qualität der Besten ist so gut wie wohl noch nie: „Die Weltspitze ist sehr stark und läuft auf einem sehr hohen Niveau.“
Noch besser fühlte sich Arnd Peiffer, der zwar auf den siegreichen Norweger Emil Hegle Svendsen und den Zweiten Jewgeni Ustjugow (Russland/+5,1 Sekunden/1 Schießfehler) keine Chance mehr hatte, aber hinter dem Dritten Simon Eder aus Österreich (+9,9/1) nur knapp den Platz auf dem Stockerl verpasste. Immerhin hat Peiffer erneut gezeigt, dass er zu einem Großen im deutschen Biathlon-Team werden kann. Diesen Beweis hat Birnbachers Trainingspartner am Stützpunkt Ruhpolding Michael Greis zwar schon oft angetreten, nicht aber am Samstag in Ruhpolding. Insgesamt vier Schießfehler waren zuviel für einen Spitzenplatz, und so musste sich der Allgäuer mit dem 20. Platz (+1:20,7) begnügen.
Aber auch beim Superstar Ole Einar Björndalen ist es nicht nach Wunsch gelaufen. Er leistete sich zwar „nur“ zwei Schießfehler, doch konnte er läuferisch dies nicht mehr aufholen, und so blieb ihm „nur“ der 6. Platz (+20,3). Für seinen Landsmann Svendsen war der Sieg etwas ganz Besonderes: „Das Schießen war heute perfekt. Ich habe erst einmal, das war bei meinem ersten Weltcupsieg, alle 20 Treffer erzielt. Die letzte Runde bin ich kontrolliert gelaufen, um meine Kräfte für die Staffel zu schonen.“ Mit seinem zweiten Platz hat Ustjugow seine Gesamtführung im Weltcup verteidigt, die Favoritenrolle für Vancouver lehnt er aber ab: „Nein, da gibt es noch ernsthafte Konkurrenten, das wird ein ernsthafter Kampf werden.“ Sagt er und lächelt.
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Staffel der Männer: Souveräner Staffel-Sieg für russiche Biathleten 17.01.2010
Die russischen Biathleten haben in der letzten Staffel vor den Olympischen Spielen einen souveränen Sieg errungen. Mit insgesamt nur zwei Nachladern kam das Quartett deutlich vor Norwegen und Österreich ins Ziel. Die deutschen Herren wurden nach einem Patzer von Daniel Böhm und der Aufholjagd von Michael Greis Vierte. Startläufer Christoph Stephan konnte sich gleich nach dem Start an die Spitze des Feldes setzen. Mit nur einem Nachlader im Stehendanschlag übergab er als Zweiter hinter dem Russen Iwan Tscheresow auf Daniel Böhm. Der 21-Jährige war kurzfristig für den angeschlagenen Andreas Birnbacher aufgestellt worden. Doch dem Nachwuchsläufer versagten die Nerven: Im Liegendanschlag musste er eine Strafrunde absolvieren und auch im Stehendanschlag waren drei Nachlader fällig. Damit übergab er als Siebter mit gut zwei Minuten Rückstand auf das russische Team an Alexander Wolf. Der Oberhofer riskierte beim Schießen zu viel und konnte beide Male eine Strafrunde nur knapp vermeiden. Er schickte Schlussläufer Michael Greis als Neunten mit fast drei Minuten Rückstand in das Rennen. Greis aber startete eine furiose Aufholjagd: Im Liegendanschlag benötigte er zwar noch einen Nachlader, aber stehend räumte der 33-Jährige auf Anhieb alle Scheiben ab und konnte sich damit auf den vierten Platz vorarbeiten. "Die Ausgangsposition war nicht so gut, aber ich habe versucht, das Beste draus zu machen", meinte Greis bescheiden. "Ich habe versucht die Schüsse bewusst abzugeben. Ich wollte es besser machen als gestern", so der dreifache Olympiasieger mit Blick auf seinen 20. Platz im Massenstart von Ruhpolding.
Russisches Quartett souverän
Das russische Staffel-Team zeigte sich deutlich überlegen. Nicht einen Nachlader benötigten Iwan Tscherezow, Anton Schipulin und Maxim Tschudow. Lediglich der Weltcupführende, Jewgenij Ustjugow, "schwächelte" ein wenig und musste sowohl beim Liegend- als auch beim Stehendanschlag je einmal nachladen. Zu dem Zeitpunkt war der Vorsprung des russischen Quartetts aber schon so groß, dass sich der 24-Jährige sogar eine Strafrunde hätte leisten können, ohne damit die Führung zu riskieren Dahinter lieferten sich die Schlussläufer von Österreich und Norwegen ein spannendes Duell. Dominik Landertinger und Emil Hegle Svendsen schossen liegend absolut synchron mit jeweils einem Nachlader und gingen zeitgleich wieder auf die Strecke. Doch im Stehendschießen bewies der Norweger die besseren Nerven: Svendsen blieb fehlerfrei, während Landertinger sogar in die Strafrunde musste.
Bundestrainer Ullrich "sehr optimistisch"
Trotz der misslungenen Genralprobe des deutschen Quartetts für die Olympischen Spiele zeigte sich Bundestrainer Frank Ullrich zuversichtlich. "Ich bin sehr optimistisch. Die Jungs haben sich aus einer defensiven Position wieder nach vorne gebracht." Michael Greis habe sich sehr gut verkauft und das Ganze noch zu einem versöhnlichen Ende gebracht. Greis selbst hofft, mit der Staffel in Vancouver um Medaillen mitlaufen zu können. Alexander Wolf zeigte sich mit seiner Schießleistung mit insgesamt sechs Nachladern nicht zufrieden. "ich wollte heute eigentlich mitschwimmen und am Schießstand das rausholen, was ich im Training schon gezeigt habe." Für die nächsten Rennen in Antholz kündigte der Oberhofer an anzugreifen, um sich noch für Olympia zu qualifizieren. "Im Sprint ging es hier nur knapp daneben, warum sollte es in Antholz nicht funktionieren?", so Wolf.
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Massenstart der Frauen - Hauswald und Neuner laufen aufs Podest 16.01.2010
Beim zweiten Massenstart der Saison gelingt Simone Hauswald (Zweite) und Magdalena Neuner (Dritte) der Sprung aufs Podest. Lediglich der überragenden Schwedin Helena Jonsson mussten sie sich geschlagen geben. Auch die übrigen deutschen Starterinnen zeigte überzeugende Leistungen. Von sieben gestarteten DSV-Skijägerinnen kamen fünf unter die ersten acht. Die letzte Runde des 12,5 Kilometer langen Massenstart-Rennens konnte die Gesamtweltcup-Führende Jonsson ungestört genießen und die Ziellinie erneut mit der schwedischen Fahne in der Hand überqueren. Dabei hatten ihr vom ersten Schießen an Andrea Henkel und die Weißrussin Darja Domratschewa an den Fersen gehangen. Doch nach dem dritten Schießen musste Domratschewa in die Strafrunde. Ein Zweikampf Henkel-Jonsson zeichnete sich ab.
Henkel dominierte läuferisch die vierte Runde und kam auch zuerst zum zweiten Stehendschießen in die Chiemgau-Arena. Doch im Gegensatz zum letzten Massenstart hatte diesmal die Schwedin das Glück auf ihrer Seite. Sie legte ihre vierte fehlerfreie Serie des Wettkampfs hin, während Henkel Nerven zeigte und zwei Strafrunden kassierte. Nutznießerin warTeamkollegin Simone Hauswald, die beim vierten Schießen ebenfalls fehlerfrei blieb. Mit zwei Strafrunden im Gepäck konnte sie die 14 Sekunden Rückstand auf Jonsson auf der letzten Runde aber nicht mehr aufholen, sondern verlor im Gegenteil auf der Strecke weitere Meter. Im Ziel lag sie schließlich 23 Sekunden hinter Jonsson und 12 Sekunden vor Neuner
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Massenstart der Männer: Peiffer verpasst hauchdünn das Podest 16.01.2010
Beim zweiten Massenstart der Saison in Ruhpolding hat Arnd Peiffer hauchdünn das Podest verpasst. Nur sieben Zehntelsekunden lag der Niedersachse im Ziel hinter Simon Eder aus Österreich. Den zweiten Sieg in Folge feierte der Norweger Emil Hegle Svendsen vor dem Russen Jewgeni Ustjugow, der damit das gelbe Trikot verteidigte. Mit null Fehlern bei allen vier Schießeinlagen lieferte Peiffer ein hervorragendes Rennen ab und erzielte damit sein bestes Saisonergebnis. "Ich habe schon in der dritten Runde gemerkt, dass ich null Fehler schießen muss, wenn es für mich heute reichen soll", sagte Peiffer nach dem Rennen. "Es ging sehr schwer für mich. Ich denke ich war ein bisschen kaputt von den ganzen Wettkämpfen", sagte der 22-jährige aus Clausthal-Zellerfeld und kündigte an: "Die Staffel werde ich morgen auslassen, um mich zu erholen.". Ein ebenfalls gutes Rennen lief auch Andreas Birnbacher, der das Rennen zwischenzeitlich anführte. Mit nur einem Schießfehler kam der Schlechinger schließlich als Zehnter ins Ziel. Michael Greis kassierte dagegen vier Strafrunden und belegte am Ende nur Rang 20. |
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Staffel der Frauen - Deutsche Frauen-Staffel verpasst Podestplatz 15.01.2010
Die deutsche Biathletinnen haben im Staffel-Rennen von Ruhpolding einen Podestplatz knapp verpasst. Im Zieleinlauf wurde Kati Wilhelm noch von der Norwegerin Tora Berger abgefangen. Den Sieg nach 4 x 6 Kilometern holte das schwedische Quartett vor Russland. Für die Schwedinnen ist es der erste Staffelsieg überhaupt in der Weltcup-Geschichte. Magdalena Neuner (Wallgau) war der Pechvogel des deutschen Teams, die bei im letzten Staffelrennen vor Olympia mit zwei Strafrunden die Führung aus der Hand gab. "Desto länger man da vorne steht, desto schwieriger wird es. Die ersten beiden Fehlschüsse waren knapp, das hat mich etwas aus dem Rhythmus gebracht", erklärte Neuner ihren Patzer. Zuvor hatte Startläuferin Andrea Henkel (Großbreitenbach) mit insgesamt drei Nachladern eine ordentliche Leistung gezeigt, obwohl sie nicht in Topform war. "Ich habe mit nicht gut gefühlt", sagte Henkel nach dem Rennen. Trotzdem übergab sie mit nur minimalem Abstand auf Italien als Zweite an Neuner. Die sechsfache Weltmeisterin setzte sich sofort an die Spitze und behielt sie auch im Liegendanschlag mit nur einem Nachlader. Doch stehend schoss Neuner gleich fünfmal daneben und musste somit zwei Strafrunden absolvieren. Zwar konnte die 22-Jährige sich wieder auf Rang vier vorarbeiten, doch der Abstand zur Spitze wurde sogar noch etwas größer. Martina Beck (Mittenwald) kam mit einer starken Leistung und nur einem Nachlader wieder an das Spitzentrio Russland, Norwegen, Schweden heran und ermöglichte so Schlussläuferin Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) den Kampf um den dritten Platz. Die lieferte sich ein spanndendes Duell mit Tora Berger, wurde aber auf der Zielgeraden noch von der Norwegerin abgefangen. "Wenn man den dritten Platz auf den letzten Metern noch verliert, ist das ärgerlich", meinte Wilhelm. "Aber mir blieb nichts anderes übrig, als am Anfang viel zu riskieren. Da fehlte mir hinten raus dann die Puste."
Schwedinnen holen ersten Staffelsieg
Nach Neuners Patzer konnte sich zunächst Weltmeister Russland mit Anna Bulygina an die Spitze setzen. Ihre Teamkollegin Olga Medwedzewa verteidigte die Führung und übergab als Erste auf Olga Saizewa. Doch die schwedische Schlussläuferin Helena Jonsson kämpfte sich zunächst in der Loipe an Russland heran und schnappte sich dann mit einem fehlerfreien Liegendschießen die Führungsposition. Beim letzten Anschlag war Jonssons Vorsprung bereits so groß, dass ein Nachlader sie nicht mehr gefährden konnte. Damit sicherte sie für die schwedischen Frauen den ersten Staffel-Sieg in der Weltcup-Geschichte.
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Sprint der Männer - Greis wird Dritter beim norwegischen Doppelsieg 14.01.2010
Nach zwei perfekten Schießeinlagen führte Greis zunächst im Ziel und musste dann lange zittern, wie die beiden norwegischen Biathlon-Stars Ole Einar Bjoerndalen und Emil Hegle Svendsen beim Stehendschießen abschneiden würden. Im Liegendanschlag hatten beide bereits null Fehler geschossen und dass sie schneller in der Loipe unterwegs sein würden als Greis, daran bestand auch kein Zweifel. Erneut am Schießstand legten beide Norweger erneut fehlerfreie Serien hin und lagen vorn, Bjoerndalen knapp in Führung vor Svendsen. Am Ende gab es trotzdem eine Überraschung: Denn auf der letzten Runde konnte der jüngere Svendsen noch einmal deutlich an Tempo zulegen und ließ sein Vorbild Bjoerndalen im Ziel mit knapp zwei Sekunden Rückstand nur den zweiten Platz vor Greis.
Dennoch ist Bjoerndalen zufrieden: "Ich hatte wirklich Druck. Um Emil zu schlagen, muss man schnell laufen und sehr gut schießen", sagte er im Ziel. Für den ersten Platz hätte auf der letzten Runde einfach die Kraft gefehlt, so der 35-Jährige. Zufrieden war im Ziel auch der Sieger: "Es war perfekt vom Start bis zum Ziel. Vielleicht mein bestes Rennen", sagte Svendsen. "Ich habe gesehen, dass Ole auch null geschossen hat und da war die letzte Runde eine Stressrunde und ich war kaputt." Froh über seinen zweiten Podestplatz ist im Ziel auch Michael Greis: "Ich freue mich über den super Wettkampf. Ich hab mir beim Schießen die nötige Zeit gelassen. Das war heute supergut." Vor allem, dass er sich auf der letzten Runde an den Österreicher Christoph Sumann anhängen konnte, habe geholfen. "Ich wäre sicherlich sonst langsamer gewesen", sagte der Nesselwanger. "Im Ziel hab ich mich bedankt, dass ich mitlaufen durfte."
Alexander Wolf war zweitbester Deutscher. Trotzdem reichte es für ihn nicht, sich für Olympia zu qualifizieren. Einen Platz unter den besten 15 hätte er belegen müssen. Die halbe Norm hatte er mit Rang 11 beim ersten Einzelrennen der Saison bereits geschafft. Doch auch bei diesem Sprint gelang ihm der Sprung in die Weltspitze nicht. Zwar legte er zwei schnelle Schießeinlagen hin und blieb im Liegendanschlag auch fehlerfrei. Im Stehen kassierte Wolf dann aber eine Strafrunde und wurde am Ende nur 18. "Ich hab schon im Ziel gesagt, dieser eine Fehler könnte zuviel gewesen sein. Das hat sich bewahrheitet", sagte Wolf nach dem Rennen, das er insgesamt aber als gut bezeichnet. "Ich habe Selbstbewusstsein getankt. Das ist gut. Und ich werde in Antholz probieren, das alles ganz sicher zu machen."
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Sprint der Frauen - Neuner beste Deutsche bei Olofsson-Triumph 13.01.2010
Magdalena Neuner ist beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding aufs Treppchen gestürmt. Die 22-Jährige belegte als beste Deutsche Platz drei. Der Sieg ging an Anna Carin Olofsson-Zidek. Laufwunder Magdalena Neuner hat als Sprint-Dritte in Ruhpolding den Stammplatz der deutschen Biathletinnen auf dem Weltcup-Siegerpodest gerettet. Die sechsmalige Weltmeisterin aus Wallgau lief überragend, vergab aber den möglichen Sieg durch zwei Fehler beim Stehendschießen. Olympiasiegerin Anna Carin Olofsson-Zidek (Schweden) gewann das 7,5-km-Rennen vor Olga Medwedzewa (Russland). Andrea Henkel wurde Sechste. "Dafür, dass ich ohne große Erwartungen ins Rennen gegangen bin, war das schon sehr gut", sagte Magdalena Neuner. Die 22-Jährige feierte nach ihrem unglücklichen Ausfall in Oberhof (Rückenblockade nach Ausrutscher beim Warmlaufen) ein furioses Comeback. "Ich konnte am Wochenende kaum gehen und habe einige Stunden Physiotherapie hinter mir. Aber ich bin ja noch jung, da heilt es scheinbar schneller."
Deutsches Team überzeugt
Neuner war trotz ihrer zwei Strafrunden sogar neun Sekunden schneller, als Andrea Henkel, die nur einmal in den Kreisel musste und drei Tage nach ihrem Massenstartsieg in Oberhof diesmal mit einem Platz knapp neben dem Siegerpodest zufrieden war. "Magdalena ist fantastisch gelaufen. Es war die absolut richtige Entscheidung, sie in Oberhof zu schonen", kommentierte Uwe Müssiggang. Der Bundestrainer hatte am Ende eine "sehr gute Mannschaftsleistung" ausgemacht und bezog Kati Wilhelm (Zella-Mlis/13.), Tina Bachmann (Schmiedeberg/14.) und Martina Beck (Mittenwald/16.) mit ein. Insgesamt haderten die deutschen Weltklasse-Läuferinnen aber mit den Lichtverhältnissen am Schießstand, wo die Scheiben beim Flutlichtrennen nicht optimal ausgeleuchtet waren. "Ich will ja nicht meckern, aber die Scheiben hätten heller sein können", brachte Kati Wilhelm die Stimmung auf den Punkt.
Wilhelm "noch nicht perfekt"
Die Olympiasiegerin aus Zella-Mehlis mochte aber ihre beiden Fehler gleich bei den ersten Schüssen nicht auf den "unklaren Kontrast im Diopter" des Gewehres schieben, sondern meinte: "Einfach ärgerlich, wenn du gleich die ersten zwei wegschießt. Da nutzt dann das gute Stehendschießen gar nichts mehr. Aber ich bin beim Liegendanschlag im Training noch am Tüfteln. Das ist bisher nicht perfekt." Noch schlechter erging es Simone Hauswald. Die 30-Jährige, die fünf Tage zuvor in Oberhof noch den 10.000-Euro-Siegerscheck für den Sprintsieg kassiert hatte, leistete sich diesmal gleich drei Strafrunden und fiel trotz erneut starker Laufleistung auf Platz 18 zurück.
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Biathlon-Trainer Wolfgang Pichler - Nicht aus dem Nichts
15. Januar 2010 Wolfgang Pichler kann schon verstehen, wenn jetzt manche hinter vorgehaltener Hand Zweifel äußern. Zweifel, ob bei der Dominanz seiner Schwedinnen alles mit rechten Dingen zugehe. „Sicher wird es da ein paar geben“, sagt der Ruhpoldinger, der seit 15 Jahren als Trainer in Diensten der schwedischen Biathleten steht. „Aber wir hatten nie Probleme mit Blutwerten, wir werden genauso oft kontrolliert wie die Deutschen, und von mir aus könnte die Biathlon-Union unsere Werte jederzeit im Internet veröffentlichen. Und die Dominanz kommt ja nicht aus dem Nichts.“ Pichler, der Trainer des Jahres 2009, bekam in Schweden kürzlich sogar einen Preis für seinen Antidopingkampf, weil er beim Dopingskandal bei der WM 2009 in Pyeongchang sehr entschieden Stellung bezogen hatte. Was ihm aus Russland, wo die drei überführten Athleten herkamen, sogar anonyme Morddrohungen eingetragen hat. Die Lage hat sich längst beruhigt, „aber ich habe damals Vollgas gegeben.“
Sonderstellung im Team
Vollgas geben in dieser Saison Helena Jonsson und Anna Carin Olofsson-Zidek. Die Hälfte der bisherigen zehn Weltcuprennen haben die beiden gewonnen, fünfmal waren sie Zweite, und natürlich führen sie im Gesamt-Weltcup: Helena Jonsson, in Pyeongchang Weltmeisterin in der Verfolgung und Gesamt-Weltcupsiegerin 2009, als derzeit beste Schützin im Feld, Anna Carin Olofsson, die am Mittwoch in Ruhpolding den Sprint gewann, liefert an Position zwei momentan beständig die Laufbestzeiten. „Genau das ist unser großer Vorteil“, sagt Pichler. „Die beste Schützin und die beste Läuferin profitieren im Training voneinander.“ Dabei sind die beiden Frauen so unterschiedlich. Helena Jonsson ist 25 Jahre alt, bescheiden, pflegeleicht, arbeitsam, büffelt in Ruhpolding vormittags für ihr Wirtschaftsstudium und hat sich im Schatten von Anna Carin Olofsson kontinuierlich weiterentwickelt. Die Olympiasiegerin von 2006 wiederum wird im April 37, und hat neben dem Sport auch privat eine Menge um die Ohren: Sie muss sich um ihren Sohn kümmern. Das verschafft ihr eine Sonderstellung im Team. Denn immer, wenn der anderthalbjährige Liam dabei ist, muss sie ein eigenes Quartier beziehen, um die anderen nicht zu stören. In Ruhpolding wohnt sie ein paar Häuser vom schwedischen Stammsitz entfernt, und der Papa kümmert sich um den Filius. „Wir haben klare Regeln, und das funktioniert wunderbar“, sagt Pichler.
Bajuwarischer Führungsstil
Während sich Anna Carin Olofsson dem Schlussbogen ihrer Karriere nähert, gehört Helena Jonsson die Zukunft. Pichler hält große Stücke auf die Studentin. Sogar den Vergleich mit der großen Schwedin Magdalena Forsberg, die unter Pichlers Regie jahrelang das Weltcup-Geschehen dominiert hat, scheut er nicht: „Helena hat alles, was Magdalena hatte. Sie ist wahrscheinlich sogar noch ein bisschen nervenstärker.“ Und sie hat eben den Vorteil, dass sie einerseits im eigenen Team wesentlich mehr gefordert wird, andererseits nicht der ganze Erfolgsdruck auf ihren Schultern lastet. Während Magdalena Forsberg eine schwedische Solistin war, die mangels Kolleginnen nicht einmal eine Staffel laufen konnte, kann Pichler heute mit seinem Frauen-Quartett sogar vom Podestplatz träumen. Das ist sein Verdienst. Der Ruhpoldinger macht die Trainingspläne, und die werden minutiös eingehalten. „Über das Training diskutieren wir nicht“, sagt er. Das braucht er auch nicht mehr, denn die skandinavischen Individualisten haben sich längst an den bajuwarischen Führungsstil gewöhnt. Extratouren sind nicht vorgesehen, Teamgeist wird groß geschrieben.
„Verschlechtern will ich mich nicht“
Aber Pichler setzt seine Athleten auch im Training gehörig unter Druck. „Wir machen viel Sparring“, sagt er: Wettschießen. Die Ergebnisse samt Ranglistenplatz im Team hängen an jeder Tür. „Da will keiner schlecht aussehen“, sagt Pichler, der seine Frauen zudem viel mit den Männern zusammen trainieren lässt. „Das bringt Qualität.“ Aber auch Stress und Gaudi. Einmal im Jahr steht im Sommer der große Geschlechter-Wettkampf auf dem Pichler-Plan: Sieben Tage Duellschießen jede gegen jeden, und wer am Ende hinten liegt, muss dem Siegerteam ein Vier-Gänge-Menü kochen. „Bislang haben immer die Männer gewonnen“, sagt Pichler. Obwohl seine Frauen im Wettkampf deutlich erfolgreicher sind.Pichlers Vertrag mit den Schweden läuft noch bis 2014. Aber seit bekannt ist, dass beim Deutschen Skiverband nach dieser Saison mindestens ein Trainerposten vakant wird, weil Männer-Trainer Frank Ullrich aufhört, wird der Name Pichler verstärkt ins Nachfolgespiel gebracht. Natürlich weist der erst einmal auf seinen laufenden Vertrag hin. Aber er sagt auch: „Prinzipiell möchte doch jeder im eigenen Land arbeiten.“ Wenn auch nicht um jeden Preis. „Verschlechtern will ich mich nicht.“ Desinteresse hört sich jedenfalls anders an.
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Björndalen nicht müde: Sotschi 2014 das Ziel
Auch im fortgeschrittenen Alter hasst Ole Einar Björndalen das Verlieren. Als er in Ruhpolding im Sprint von seinem Landsmann Emil Hegle Svendsen geschlagen wurde, zeigte sich der norwegische Biathlon-Star zwar als fairer Verlierer, im Inneren brodelte es aber in ihm. Auch nach 93 Weltcupsiegen (92 im Biathlon, einer im Skilanglauf) ist Björndalen immer noch heiß auf Erfolge. Der Ehrgeiz des fünffachen Olympiasiegers ist so groß, dass auch nach den Winterspielen in Vancouver in diesem Februar nicht Schluss sein soll. «Sotschi ist ganz klar ein Ziel», sagte der 35- Jährige in Ruhpolding mit Blick auf die Winterspiele 2014. Für Björndalen wäre es in vier Jahren die bereits sechste Olympia- Teilnahme. «Solange es mir Spaß macht, laufe ich weiter», sagte der 14-fache Weltmeister. Keine schönen Aussichten für die Konkurrenz, die sich nun schon seit mehr als 15 Jahren die Zähne an dem sympathischen Skandinavier ausbeißt. Auch in diesem Winter stand Björndalen bereits wieder dreimal ganz oben auf dem Treppchen, gewann Weltcup-Rennen in Östersund, Hochfilzen und zuletzt in Oberhof. Für die Winterspiele in den Bergen von Whistler gehört der Ausnahmeathlet deshalb wie selbstverständlich zum Favoritenkreis. «Ich will sehen, dass ich bis dahin in Topform bin», sagte Björndalen, der mit dem Abschneiden vor vier Jahren in Turin nicht ganz zufrieden war. Dort reichte es nur zu zweimal Silber und einmal Bronze, weshalb der Erfolgshunger rund vier Wochen vor Beginn der Spiele in Vancouver schon wieder groß ist. «Ich will auf jeden Fall zwei Medaillen. Eine im Einzel und eine in der Staffel.»
Es wären seine Olympia-Medaillen zehn und elf, die Jagd auf seinen Landsmann Björn Dählie, der im Langlauf achtmal Gold und viermal Silber bei Olympischen Spielen gewann, ginge damit weiter. «Björn ist ein ganz außergewöhnlicher Sportler. Aber ich werde versuchen, ihn zu überholen», sagte Björndalen. Dählie traut ihm das zu. «Er wird ein größerer Olympia-Champion als ich», sagte der 42-Jährige einst über «König Ole». Dass die Konkurrenz bei den Männern von Jahr zu Jahr zunimmt und die Leistungsdichte so groß ist wie noch nie, spornt den von den Kollegen ehrfurchtsvoll als «Mr. Biathlon» bezeichneten Norweger nur noch mehr an. «Die Jungen haben ein unglaubliches Niveau, sie laufen verdammt schnell», sagte Björndalen, der deshalb in diesem Olympia- Winter ebenfalls noch einmal ein Schippe zulegte. Am Schießstand ist er nun nicht mehr nur traumwandlerisch sicher. Trotz seines Alters hat er auch die Entwicklung hin zu mehr Tempo bei den Schießeinlagen nicht versäumt. Wer den sechsfachen Gesamtweltcupsieger schlagen will, muss deshalb nicht nur schnell laufen, sondern auch rasant und sicher schießen. Für Björndalen das Resultat harten Trainings. «Ich hasse langsames Training, das ist Mist», sagte Björndalen, der sich auch im Sommer kaum Pausen gönnt und in seiner norwegischen Heimat an Form und Material feilt. «Es gibt immer etwas weiterzuentwickeln, das dann im Rennen ein paar Prozente bringen kann», erzählte Björndalen, der vor 18 Jahren sein Debüt im Weltcup feierte. Und ein Ende ist nicht abzusehen.
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Damen hungrig, Herren besorgt
Beim heute startenden Biathlon-Weltcup in Ruhpolding setzen die Damen-Staffel und die wiedergenesene Magdalena Neuner alles auf Sieg. Bei den Herren machen sich Sorgen breit. Laufwunder Magdalena Neuner ist wieder fit, die Kür der deutschen Biathleten beim Weltcup in dieser Woche in Ruhpolding scheint beschlossene Sache. Nach Siegen von Simone Hauswald und Andrea Henkel in Oberhof soll vor knapp 100 000 erwarteten Fans im Chiemgau auch der Staffel-Express wieder ganz nach vorne laufen. Dagegen klafft einen Monat vor den Olympischen Spielen im Männerteam hinter den formstarken Michael Greis und Arnd Peiffer eine beängstigende Lücke.
„Ich bin komplett schmerzfrei und fühle mich gut. Ich gehe davon aus, in Ruhpolding wieder angreifen zu können“, sagte Magdalena Neuner. Eine Kernspintomografie ergab keine negativen Befunde an ihrem lädierten Rücken. Die sechsmalige Weltmeisterin aus Wallgau war beim Aufwärmen vor dem Sprint in Oberhof ohne Ski ausgerutscht und musste den Jahreseinstand deshalb wegen einer Rückenblockade um eine Woche verschieben. In der Chiemgau-Arena will sich die 22-Jährige durch einen guten Sprint heute (17.25 Uhr/live im ZDF und bei Eurosport) für einen Einsatz bei der in zwei Tagen stattfindenden Olympiageneralprobe der Staffel empfehlen.
Bundestrainer Müssiggang hat die Qual der Wahl
Bundestrainer Uwe Müssiggang würde Neuner, die im Olympiawinter bisher alle drei Staffelrennen verpasst hat, gerne einsetzen, um dann aus fünf Kandidatinnen möglichst fair die vier Besten für Vancouver auswählen zu können. „Das wird für uns Trainer wieder brutal schwer, eine möglichst für alle akzeptable Konzeption zu finden“, sagt Müssiggang. Neben den Oberhof-Siegerinnen Hauswald und Henkel sowie Neuner stehen die Stamm-Läuferinnen Martina Beck (Mittenwald) und Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) bereit. „Ich will mich auch in Ruhpolding für olympische Einsätze empfehlen und werde Vollgas geben“, sagt Vizeweltmeisterin Simone Hauswald (Gosheim). „Ein Sieg in Ruhpolding fehlt noch in meiner Sammlung“, sagt auch Weltmeisterin Kati Wilhelm selbstbewusst. Müssiggang schürt die Angriffslust seiner Mannschaft: „Die Siege in Oberhof haben gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Mädchen können mit dem Druck, der von außen kommt, umgehen.“
Nur Greis und Peiffer im Soll
Das ist bei den Männern nur bedingt der Fall. Einzig Michael Greis (Nesselwang) und Arnd Peiffer (Oberhof) behaupteten sich in Oberhof als Zweiter bzw. Fünfter jeweils einmal in der unmittelbaren Weltspitze. Der Rest rennt aktuell den eigenen Ansprüchen meilenweit hinterher. Vizeweltmeister Christoph Stephan (Oberhof) kam erst einmal in acht Rennen überhaupt unter jene besten 40, die Weltcup-Punkte erhalten. Ex-Weltmeister Andreas Birnbacher (Schleching) war im Massenstart am Thüringer Rennsteig wegen neun Strafrunden Vierter – von hinten. Olympiasieger Michael Rösch (Altenberg) ist wegen Formschwäche in den zweitklassigen IBU-Cup strafversetzt, und Routinier Alexander Wolf (Oberhof) jagte zuletzt ziemlich aussichtslos der Olympianorm hinterher.
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Das Weltcup-Fieber geht um
Ausnahmezustand. Zum Biathlon-Weltcup-Zirkus werden 100.000 Zuschauer an den fünf Wettkampftagen erwartet. Wenn Magdalena Neuner, Kati Wilhelm, Michi Greis, Andi Birnbacher und Co. an den Start gehen, kommen die Fans in Scharen nach Ruhpolding. Neben den Wettkämpfen ist aber von Mittwoch bis Sonntag, 13. bis 17. Januar, einiges im Ort geboten: Public Viewing, Partys im Championspark, Konzerte oder zum Abschluss ein großes Feuerwerk. Touristisch gesehen ist der Biathlon-Weltcup nicht nur für Ruhpolding, sondern für den gesamten südlichen Chiemgau ein Höhepunkt. Volle Betten melden Reit im Winkl, Siegsdorf, Inzell oder auch Bergen. Die meisten Gemeinden bieten den Gästen einen Transfer zur Chiemgau Arena. „Normalerweise sprechen wir nach den Weihnachtsferien vom ‚Januarloch‘, dank des Biathlons fällt das aber aus“, freut sich Michael Lücke, Geschäftsführer von Chiemgau Tourismus. Er spricht von einem weltweiten Werbeeffekt für den Chiemgau. Zufrieden mit der Vorbereitung ist auch Stadionleiter Engelbert Schweiger. „Die Kälte und der Schnee nach Neujahr haben uns ein richtiges Wintermärchen beschert, wir konnten unsere Schneekanonen auf Hochtouren laufen lassen“, freut sich der Chef der Chiemgau Arena. Auf ihn und seine Mitarbeiter kommt aber auch nach dem Biathlon-Weltcup Arbeit zu. Im Frühjahr beginnen nämlich die Umbauarbeiten in der Chiemgau Arena für die Biathlon-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr.
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Deutsche Biathleten zurück in der Weltspitze
Andrea Henkel gilt nicht als Plaudertasche unter den deutschen Biathletinnen. Siege kommentiert sie gerne mit dem schlichten Satz: „Natürlich freue ich mich.“ Den verwendete die 32-Jährige gestern wieder nach dem Massenstartrennen, garnierte ihn diesmal aber mit dem Zusatz: „Zuhause zu gewinnen, ist doppelt schön.“ Schließlich feierte sie eine Premiere: Zwar war es bereits ihr zweiter Erfolg beim Weltcup in Oberhof, gefühlt aber der erste. Vor einem Jahr hatte sie den Sprint als Zweite beendet, doch die Siegerin, die Russin Jekaterina Jurjewa, wurde nachträglich wegen Dopings disqualifiziert. Dass ihr der Erfolg gestern besonders wichtig war, sagte sie nicht. Für die erfolgsverwöhnten deutschen Biathleten war er das zweifellos. Bis zum Jahreswechsel hatten sie in Einzelrennen keinen Sieg gefeiert, Unruhe machte sich breit, vor allem bei den Funktionären des Deutschen Skiverbandes (DSV), die die eingeplanten Olympia-Medaillen entschwanden sahen.Nach den Siegen von Simone Hauswald und Andrea Henkel sowie dem zweiten Platz von Michael Greis im Sprint am Sonnabend haben sich die Mienen aufgehellt. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, fasste Henkel die allgemeine Erleichterung zusammen, die Kati Wilhelm mit Fakten untermauerte: „Unser Rückstand bei den Laufzeiten gegenüber den bisher dominierenden Schwedinnen hat sich deutlich verringert“, erklärte die dreimalige Olympiasiegerin, die gestern Zehnte wurde. „Es war schon nicht so lustig, wenn man mit ansehen musste, wie sie davonlaufen.“ Nun sind die Verhältnisse wieder gerade gerückt, zumindest bei den Frauen. Zwar will auch Männer-Bundestrainer Frank Ullrich in Oberhof „einen Aufwärtstrend“ gesehen haben, doch die Schwachpunkte sind weiter offensichtlich. Bis Weihnachten hatten mit Greis, Andi Birnbacher, Arnd Peiffer und Christoph Stephan nur vier Athleten die Olympianorm erfüllt, Alexander Wolf und Simon Schempp zur Hälfte. Daran hat sich auch nach Oberhof nichts geändert. Beim gestrigen Massenstartrennen, für das sich die ersten 30 des Gesamt-Weltcups qualifizieren, traten lediglich drei Deutsche an – eine magere Beteiligung. Birnbacher belegte dort unter 30 Athleten Platz 27, auch bei Stephan zeigt die Formkurve nicht nach oben.
Uwe Müssiggang muss sich weniger Sorgen machen. Sein olympisches Frauen-Team steht: Magdalena Neuner, Kati Wilhelm, Andrea Henkel, Martina Beck und Simone Hauswald sind gesetzt, der sechste Platz soll zwischen der Schmiedebergerin Tina Bachmann und Juliane Döll ausgefochten werden. Doch dieses Duell ist nach Oberhof faktisch entschieden. „Tina hat jetzt sehr, sehr gute Chancen, nach Vancouver zu fahren“, erklärte der Frauen-Bundestrainer gestern. „Ob sie dort auch ein Rennen bestreiten wird, ist aber noch nicht entschieden.“ Vor allem läuferisch habe sie überzeugt. „Beim Schießen macht sie noch einige Fehler zu viel.“ Nach ihrem ersten Massenstart-Rennen im Rahmen eines Weltcups haderte die 23-jährige Bachmann, die 13. wurde, mit ihren beiden Liegend-Anschlägen, bei denen sie zusammen vier Mal das Ziel verfehlte, immer über die Scheiben zielte. „Beim Anschießen hatte es noch so wunderbar geklappt. Aber Massenstarts sind schon etwas sehr Spezielles. Vor allem die erste Runde ist brutal. Da muss man viel mit den Ellenbogen arbeiten.“ Dies kann sie am kommenden Sonnabend erneut üben – beim zweiten deutschen Weltcup in Ruhpolding.
Neuner wird untersucht
Ob Magdalena Neuner auf ihrer Heimstrecke starten kann, ist noch ungewiss. Am Freitag war sie beim Einlaufen ausgerutscht und hatte sich den Rücken gezerrt. Auch gestern verzichtete sie auf einen Start, reiste vorzeitig aus Oberhof ab. Heute wird sie sich in München einer Kernspintomografie unterziehen. Eine schwerwiegende Verletzung wird aber nicht vermutet. Zu den Gewinnern des weltweit größten Biathlon-Spektakels zählen auch die Organisatoren von Oberhof. Die konnten einen neuen Zuschauerrekord vermelden, wieder einmal. 102000 strömten an den fünf Wettkampftagen an den Grenzadler, ließen sich weder von Schneestürmen, Nebelschwaden noch von zweistelligen Minusgraden abhalten. 25000 feierten gestern Andrea Henkel. Und die Rückkehr der deutschen Biathleten in die Weltspitze
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Massenstart der Männer - Bjoerndalen gewinnt 10.01.2010
Mit insgesamt nur einem Schießfehler hat der Norweger Ole Einar Bjoerndalen den Massenstart von Oberhof gewonnen. Zweiter wurde der Amerikaner Tim Burke vor dem Polen Tomasz Sikora. Bester Deutscher war Arnd Peiffer mit insgesamt fünf Strafrunden auf Rang fünf. Nur knapp zwei Stunden nach dem Massenstart der Frauen gingen auch die dreißig besten Herren des Biathlon-Gesamtweltcups in den Direktvergleich. Inzwischen war am Rennsteig dichter Nebel aufgezogen. Trotz schlechter Sicht am Schießstand gelang Ole Einar Bjoerndalen eine nahezu perfekte Serie. Lediglich einmal verfehlte er beim ersten Liegendschießen die Scheiben. So konnte der 36-Jährige nach 15 Kilometern den bereits 93. Weltcup-Triumph seiner Karriere feiern. Der Freund von Massenstart-Siegerin Andrea Henkel, Tim Burke, lieferte mit insgesamt nur zwei Strafrunden ebenfalls ein Top-Ergebnis ab und kam mit gut einer Minute Rückstand hinter Bjoerndalen als Zweiter ins Ziel. Damit übernimmt er erneut das gelbe Trikot des Gesamtweltcup-Führenden. Dritter wurde mit insgesamt drei Fehlschüssen und 38 Sekunden Rückstand auf Burke der Pole Tomasz Sikora.
Aus der DSV-Mannschaft hatten sich nur drei Biathleten für den ersten Massenstart der Saison qualifiziert. Sie legten bei den Heimfestspielen in Oberhof ein durchwachsenes Ergebnis hin. Lediglich Youngster Arnd Peiffer wusste zu überzeugen. Mit insgesamt fünf Strafrunden kam er als Fünfter ins Ziel und zeigte sich dennoch zufrieden: "Ich bin sehr positiv überrascht von dem Ergebnis", sagte der 22-Jährige nach dem Rennen. "Ich hab mich heute gut gefühlt auf der Strecke und bin vollkommen zufrieden." Der Vortages-Zweite Michael Greis blieb zwar lange Zeit auf Podestkurs. Am Ende vergab er aber sogar den Sprung unter die Top Ten durch zwei Fehlschüsse beim letzten Stehendschießen. Mit insgesamt sechs Fehlern wurde er am Ende Elfter. Andreas Birnbacher fiel schon früh, mit drei Strafrunden nach dem ersten Liegendschießen, weit zurück. Weitere sechs Strafrunden folgten und so kam er mit neun Fehlern insgsamt als 27. ins Ziel.
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Massenstart der Frauen - Heimsieg beim Massenstart für Andrea Henkel 10.01.2010
Andrea Henkel holte sich beim Biathlon-Massenstart von Oberhof einen Heimsieg. Mit nur je einem Schießfehler in den beiden Liegendschlägen verwies sie die Schwedin Helena Jonsson und die Norwegerin Tora Berger auf die Plätze. Martina Beck wurde Vierte. Bei leichtem Schneefall gingen die dreißig besten Biathletinnen im Gesamtweltcup an den Start. Und gleich auf der ersten Runde zeigten die deutschen Skijägerinnen, dass sie sich für dieses Rennen viel vorgenommen hatte. Simone Hauswald kam als erste an den Schießstand, verfehlte aber eine Scheibe und musste in die Strafrunde. Dafür übernahm Martina Beck nach einem fehlerfreien ersten Schießen die Führung, zusammen mit der Russin Swetlana Sleptsowa und der Schwedin Helena Jonsson. Beim zweiten Liegendanschlag patzte Beck dann aber zweimal. Dafür ging Hauswald trotz einer weiteren Strafrunde als dritte zurück auf die Strecke und verteidigte den Platz bis zum dritten Schießen. Doch zwei weitere Fehler warfen die Gosheimerin wieder zurück. Dafür legte Andrea Henkel nach je einem Schießfehler in den beiden Liegendanschlägen nun eine fehlerfreie Serie hin und nahm mit 28 Sekunden Rückstand auf Jonsson und die Norwegerin Tora Berger die Verfolgung auf. Die beiden Skandinavierinnen kamen nahezu zeitgleich zum vierten Schießen und erlaubten sich einen bzw. zwei weitere Fehler. Andrea Henkel nutzte die Gunst der Stunde und legte erneut eine fehlerfreie Schießeinlage hin. Mit elf Sekunden Vorsprung vor Jonsson ging sie in die letzte Runde und baute diesen bis zum Ziel um weitere 12 Sekunden aus. Mit insgesamt zwei Fehlern wurde Jonsson Zweite, 17 Sekunden nach ihr und mit ebenfalls zwei Strafrunden im Gepäck kam Berger ins Ziel.
Auch Martina Beck konnte beim letzten Schießen noch einmal mit einer fehlerfreien Leistung überzeugen und stürmte mit insgesamt nur Schießfehlern als Vierte ins Ziel. Simone Hauswald rettet sich nach je einem Fehler in den beiden Liegendanschlägen und je zwei Fehlern in den beinden Stehendschießen über ihre überragende Laufleistung als Glückliche Siebte über die Ziellinie. Kati Wilhelm belegte am Ende Rang zehn. Die Älteste im deutschen Damen-Team hatte sich bei den beiden Liegendanschlägen insgesamt fünf Strafrunden eingehandelt. Im Stehendschießen zeigte sie sich dann wieder routiniert und fehlerfrei. Auch Tina Bachmann zeigte bei insgesamt sechs Strafrunden mit Rang 13 am Ende eine überzeugende Leistung.
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Sprint der Männer - Greis wird Zweiter im Schneegestöber-Sprint 09.01.2010
Sturmtief Daisy hatte Oberhof fest im Griff. Trotz extremer Bedingungen mit Schneefall und starken Windböen gingen die Biathlon-Herren dennoch auf die 10-km-Sprintstrecke. Und nur den drittplatzierten Schweden Carl Johan Bergman focht das Wetter nicht an: Zwei fehlerfreie Serien sicherten ihm am Ende den Sprung aufs Podest, hinter dem Russen Jewgeni Ustjugow und Michael Greis. Ustjugow schoss zunächst alle anderen an die Wand - schnell und fehlerfrei ging er mit 3 Sekunden Vorsprung als Führender in die zweite Runde. Beim Stehendanschlag kamen dann zwar drei Fehler dazu, am Ende sicherte sich Ustjugow mit einer überragenden Laufleistung aber den Sieg vor Michael Greis. Der lag im Ziel mit zwei Schießfehlern nur knapp drei Sekunden hinter dem Russen. Den Grundstein für seinen zweiten Platz legte Greis beim Liegendanschlag, mit einer fehlerfreien Serie. Nach dem Stehendschießen musste der Nesselwanger dann zwar zweimal in die Strafrunde, ging aber dennoch als Zweiter wieder auf die Strecke und konnte den zweite Platz bis ins Ziel gegen Bergman verteidigen. "Man musste heute das Glück des Tüchtigen haben. Mit zwei Fehlern kann ich zufrieden sein", sagte Greis nach dem Rennen. "Ich hatte einen super Ski. Und wenn man sieht, wie viele Zuschauer hier trotz des Wetters feiern, dann möchte man auch ein gutes Ergebnis hinlegen."
Lokalmatador Alexander Wolf hatte keine Chance unter die Top 15 zu Laufen. Schon beim Liegendanschlag machte das Gewehr Probleme. Nach jedem Schuss musste er beim Repetieren die Lage der Patrone kontrollieren und verlor dadurch wichtige Zeit. Auch beim Stehendschießen machte das Gewehr wieder Probleme. Mit insgesamt fünf Schießfehlern wurde Wolf am Ende 61. Auch die anderen deutschen Biathleten blieben außerhalb der Qualifikationsränge: Mit ebenfalls je fünf Schießfehlern wurden Arnd Peiffer 38., Andreas Birnbacher 43. und Daniel Böhm 51. "Es war heute schwer zu treffen. Man musste ein bisschen Reaktions-Schießen machen", sagte Peiffer nach dem Rennen. Umso mehr freue er sich auf den morgigen Massenstart. "Das ist mein erster Massenstart im Weltcup, da werde ich sicher auch ein bisschen Lehrgeld zahlen", sagte Peiffer. Christoph Stephan holte sich am Schießstand insgesamt sieben Strafrunden ab und belegte am Platz 72. Simon Schmepp kam mit vier Schießfehlern auf Rang 56.
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Sprint der Frauen - Hauswald sorgt für ersten deutschen Saisonsieg 08.01.2010
Selbst Tief "Daisy" konnte Simone Hauswald nicht stoppen: Bei schwierigen äußeren Bedingungen sorgte die Gosheimerin beim Heim-Weltcup in Oberhof für den ersten Saisonsieg der deutschen Biathletinnen in einem Einzelrennen. Die Vizeweltmeisterin verwies vor 18.500 begeisterten Zuschauern am Thüringer Rennsteig nach 7,5 km in 22:15,1 Minuten Weltcup-Spitzenreitern Helena Jonsson aus Schweden mit 8,7 Sekunden Vorsprung auf Platz zwei. Hinter der Norwegerin Ann Kristin Flatland belegte Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) nach zwei Strafrunden einen sehr guten vierten Platz. "Die Bedingungen waren heute nicht einfach. Aber ich hatte ein gutes Gefühl gehabt und hab mich nicht beirren lassen. Ich bin sehr zufrieden", freute sich Hauswald nach dem Rennen über ihren insgesamt vierten Weltcup-Sieg. Tina Bachmann verpasste mit drei Fehlschüssen als 14. die Top Ten nur knapp, Martina Beck kam nach ebenfalls drei Strafrunden auf Rang 36. Ein frustierendes Heim-Rennen erlebte Andrea Henkel: Nach einem Fehler beim Liegendanschlag traf die Thüringerin beim Stehendanschlag keine einzige Scheibe und musste fünf Strafrunden drehen. Am Ende landete sie auf Rang 38. Juliane Döll leistete sich vier Fehler und kam mit fast drei Minuten Rückstand auf Simone Hauswald als 48. ins Ziel.
Neuner verletzungsbedingt nicht am Start
Die deutsche Mannschaft war nur mit sechs Athleten angetreten, da die sechsmalige Weltmeisterin Magdalena Neuner kurzfristig absagen musste: Die 22-Jährige rutschte vor dem Rennen beim Warmlaufen ohne Ski aus, zog sich eine schmerzhafte Blockade im unteren Rückenbereich zu und wurde im Mannschaftsquartier von Olympia-Arzt Dr. Bernd Wolfarth medizinisch versorgt.
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Staffel der Männer - Deutsche Männer auf Platz drei 07.01.2010
Das Oberhofer Wintermärchen geht weiter: Nach Rang zwei für die Staffeldamen beim Heim-Weltcup in Thüringen auch die deutschen Biathleten als gute Dritte auf das Siegerpodest gestürmt. In der Besetzung Christoph Stephan, Michael Greis, Arnd Peiffer und Youngster Simon Schempp musste sich das Quartett des Deutschen Skiverbandes nur Weltmeister Norwegen sowie Frankreich geschlagen geben. Nach neun Nachladern hatten die Deutschen am Ende 42,2 Sekunden Rückstand auf Sieger Norwegen, dennoch wurde der zweite Saison-Podestplatz der deutschen Männerstaffel von den 13.000 Zuschauern in der Rennsteig-Arena frenetisch gefeiert. Schlussläufer Simon Schempp hatte es auf den letzten Metern noch einmal spannend gemacht, als er den Österreicher Christoph Sumann gefährlich nahe kommen ließ. Am Ende hatte Schempp noch rund fünf Sekunden Vorsprung auf den heranstürmenden Sumann. Den Grundstein für den Podiumsplatz der deutschen Mannschaft hatte Startläufer Christoph Stephan mit einer soliden Leistung gelegt. Zwar musste der Oberhofer Lokalmatador dreimal nachladen, durch eine schnelle Schlussrunde hielt er den Rückstand allerdings in Grenzen und wechselte nur 15 Sekunden nach den führenden Norwegern und Schweden als Dritter auf Michael Greis.
Greis knapp an Strafrunde vorbei
Auf dem zweiten Abschnitt konnte Michael Greis erneut nicht überzeugen, beim Stehendschießen entging er mit drei Nachladern nur knapp einer Strafrunde. Aber auch die anderen Favoriten patzten, so dass der Nesselwanger nicht allzu viel an Boden verlor. Überraschend brachte der starke Lette Ilmar Bricis seine Staffel in Führung, Deutschland wechselte gemeinsam mit den Norwegern und Österreichern rund zehn Sekunden später.Als dritter deutscher Läufer ging dann Arnd Peiffer in die Loipe, der im vergangenen Jahr an gleicher Stelle ein glänzendes Weltcup-Debüt gefeiert hatte. Der Niedersachse musste sich auf seiner Runde mit den exzellenten Läufern Emil Hegle Svendsen (Norwegen), Dominik Landertinger (Österericher) und Simon Fourcade (Frankreich) auseinandersetzen. Nach dem ersten Schießen fiel Peiffer durch zwei Nachlader hinter dieses Trio zurück, durch ein fehlerfreies Stehendschießen kämpfte sich der Deutsche aber wieder heran. Peiffer präsentierte sich in hervorragender Laufform und wechselte nur wenige Sekunden hinter dem Führungsduo Svendsen/Landertinger auf Schlussläufer Simon Schempp."Heute konnte ich erstmals in dem Winter das Tempo auf der Schlussrunde halten und Simon eine ordentliche Ausgangsposition mitgeben", freute sich Peiffer nach dem Rennen. Der 21-jährige Simon Schempp gab sich beim Liegendanschlag keine Blöße, konnte aber mit dem sensationell schnell schießenden Ole Einar Bjoerdnalen nicht mithalten. Der Norweger absolvierte auch das Stehendschießen fast fehlerfrei und fuhr nach einem Nachlader den Staffelsieg für sein Team souverän nach Hause. Der nervenstarke Simon Schempp traf beim letzten Schießen wie auch der Franzose Martin Fourcade alle Scheiben und sicherte damit dem deutschen Team den bejubelten dritten Platz. "Das Quartett hat den Olympia-Test vor der Riesenkulisse bestanden. Schließlich ist der Druck, der durch die Umgebung in Oberhof aufgebaut wird, schon olympiaähnlich", lobte der sichtlich zufriedene Bundestrainer Frank Ullrich.
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Staffel der Frauen - Henkel fehlt halbe Skilänge zum zweiten Saisonsieg 06.01.2010
Die deutschen Biathletinnen haben trotz eines Sturmlaufes von Schlussfrau Andrea Henkel den zweiten Weltcup-Staffelsieg des Olympia-Winters um nur drei Zehntelsekunden verpasst. In der so noch nie gesehenen Besetzung Martina Beck, Simone Hauswald, Tina Bachmann und Henkel hatte das von den 18 500 Zuschauern in Oberhof stürmisch bejubelte Quartett nach 4 x 6 Kilometern trotz der absoluten Tagesbestzeit von Henkel knapp eine halbe Skilänge Rückstand auf Weltmeister Russland, der 1:14:23,6 Stunden benötigte. Platz drei belegte bei nahezu idealen Bedingungen mit wenig Wind und knackigem Frost von Minus acht Grad Celsius mit 1:00,9 Minuten Rückstand Frankreich. Die Entscheidung in dem hochspannenden Rennkrimi fiel am Schießstand. Während die deutschen Frauen elf Reservepatronen benötigten, mussten die Russinnen nur achtmal nachladen, was ein Zeitpolster von 30 Sekunden bedeutet. «Elf Nachlader sind einfach zu viel», sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang, lobte aber trotzdem seinen Vierer. «Der zweite Platz so knapp hinter dem Weltmeister ist ein Riesenergebnis, zumal es für uns vor der fantastischen Heimkulisse nicht einfach zu laufen ist», betonte er.
Schlussläuferin Andrea Henkel (Großbreitenbach) war mit fast 40 Sekunden Rückstand auf ihren Abschnitt gestartet und mit einer makellosen Vorstellung der Russin Swetlana Slepzowa immer näher gerückt. «Als es zum letzten Mal den Birxstieg hochging, bin ich nicht raufgeprügelt, um dann nicht mit blauen Beinen zu stürzen», berichtete die fehlerfrei schießende Thüringerin. «Kurz vor dem Ziel sah ich Swetlana endlich unmittelbar vor mir und habe gedacht: Oh Gott, der Zielspurt ist doch nicht deine Stärke», erzählte Henkel nach ihrer respekteinflößendem Vorstellung, mit der sie dieses Vorurteil widerlegte
Startläuferin Martina Beck aus Mittenwald musste dreimal nachladen und wechselte mit 26,8 Sekunden Rückstand hinter Frankreich als Zweite. Simone Hauswald (Gosheim) benötigte nach fehlerfreiem Liegendanschlag beim Stehendschießen ebenfalls drei Reservepatronen. Trotzdem wechselte sie an Position eins mit 1,5 Sekunden vor der Russin Anna Bulygina. Staffel-Neuling Tina Bachmann (Altenberg) leistete sich sogar fünf Schießfehler, konnte die drohende Strafrunde aber mit dem letzten Versuch abwenden.
«Ich bin nicht zufrieden, hätte es mir besser vorgestellt, nachdem es zuletzt im Training weit besser ging, auch läuferisch. Drei Nachlader sind einfach zu viel», kritisierte Beck ihren Auftritt. «Ich habe wohl noch nie so gefroren und war übermotiviert», stellte sie fest. Auch Simone Hauswald haderte mit ihrem Schießen. «Ich habe mich von der Russin verleiten lassen, zu schnell abzudrücken. Eigentlich wollte ich Tina mehr Vorsprung mitgeben», erklärte die Skijägerin von der Schwäbischen Alb.
«Total gigantisch» erlebte Bachmann die Kulisse. «Mir war lange nicht so schlecht beim Aufstehen wie heute. Ich war total aufgeregt. Ein Liegendschuss ist mir einfach rausgerutscht und stehend wollte ich die Schüsse regelrecht vortragen», bewertete sie ihre Weltcup- Staffelpremiere «Zum Glück ging's läuferisch sehr gut», ergänzte die 23 Jahre alte Bundespolizistin.
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Shooting Star
Erst im März 2009 gab Schempp in Vancouver sein Weltcup-Debüt, inzwischen ist der Jüngste und Unerfahrenste im Team Schlussläufer der deutschen Staffel. Der Mann also, der unter dem größten Druck steht, der die Fehler der Kollegen korrigieren oder einen Vorsprung über die Zeit retten muss. In Oberhof gelang ihm das am Donnerstag mit einem begeisternden Auftritt. Vor 17 000 Zuschauern sicherte er den in diesem Winter bislang enttäuschenden deutschen Männern wie schon in Hochfilzen den dritten Platz. Mit Nervenstärke, Coolness und Schussstärke. Als einziger Deutscher traf er alle zehn Scheiben ohne nachzuladen, und auch von den Schnellschusseinlagen des 14 Jahre älteren Norwegers Ole Einar Björndalen, der neben ihm lag, ließ Schempp sich nicht aus der Fassung bringen. „Das hat Simon sensationell gemacht“, lobte Bundestrainer Frank Ullrich.
Am Tag danach gab sich Schempp ganz bescheiden. „Die vielen Zuschauer haben mich an der Strecke beflügelt. Am Schießstand habe ich versucht, sie auszublenden. Das hat ganz gut geklappt“, sagte er. Auf der Strecke attackiert er, er mag das Duell „Mann gegen Mann am gernsten“, wie er es in der Aufregung seiner ersten Pressekonferenz formulierte. Neben der Strecke ist er defensiv, kein Sprücheklopfer wie sein Teamkollege Christoph Stephan. Bloß kein falsches Wort sagen, nur nicht zu selbstbewusst rüberkommen. Jungspund Schempp hat niemand Geringeren als Olympiasieger Michael Greis, seinen Trainingspartner aus Ruhpolding, als Schlussläufer verdrängt. „Verdrängt würde ich nicht sagen“, korrigiert Schempp schnell. „Frank Ullrich wollte Greis mal auf einer anderen Position sehen.“ Der Wahrheit näher kommt, dass Greis formschwach ist, sich in der Staffel in Oberhof vier Fehlschüsse leistete und als Schlussläufer derzeit ein zu großes Risiko darstellt. Schempp nicht, auch wenn ihm nach zu schnellem Start auf der letzten Runde die Kraft ausging und er den gefährlich nahe kommenden Österreicher Christoph Sumann nur um fünf Sekunden abhängte. „Als Schlussläufer hat man eine große Verantwortung. Wenn man es versiebt, ist das ganze Rennen versiebt“, sagt Schempp, „es wird sicher auch mal in die Hose gehen.“
Auch in den Einzelrennen dieses Winters hat noch nicht alles geklappt. Bei den Sprints in Hochfilzen und Pokljuka schoss Schempp bei zehn Versuchen je dreimal daneben und landete nur auf den Plätzen 57 und 42. Beide Male ging er deshalb chancenlos von weit hinten in die Verfolgungsrennen – und kämpfte sich noch auf Rang 33 beziehungsweise 10 vor. Als er in Slowenien 32 Plätze gutmachte, schoss er als nur einer von zwei Biathleten bei allen 20 Versuchen fehlerfrei. Mit diesem Ergebnis schaffte Schempp die halbe Olympia-Norm. Wenn er heute beim Sprint in Oberhof (12.30 Uhr, live in der ARD) erneut unter die besten 15 kommt, darf er im Februar mit nach Vancouver. Zu Saisonbeginn war Olympia für ihn nur ein Traum, ein so hohes Ziel wagte Schempp sich gar nicht zu stecken. Dabei überzeugte er bei der Saison-Vorbereitung am Polarkreis alle. „Simon war dort unser Bester“, sagt Ullrichs Assistent Mark Kirchner, der den 21-Jährigen bereits als „gereifte Persönlichkeit mit Intellekt“ bezeichnet. Gereift ist Schempp im Skiinternat in Furtwangen, wohin er als 15-Jähriger zog, weil seine schwäbische Heimat Uhingen alles andere als eine Biathlon-Hochburg ist. Deshalb versuchte er sich zunächst auch als Skirennläufer, ehe er, animiert von seinem Vater, einem ehemaligen Biathleten, die Sportart wechselte. Weil ein richtiger Schießstand fehlte, „haben wir im Schützenhaus geschossen“, erzählt Simon Schempp. Die Zeiten sind längst vorbei, und auch ein anderer Missstand soll bald der Vergangenheit angehören: Schempps eigene Homepage ist geplant.
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Wolfs Revier am Grenzadler - Seuchenjahr vorbei
Alexander Wolf hat sich von seiner Zuschauerrolle bei der Biathlon-Weltcupstaffel in Oberhof schnell erholt. «Nach meinem Seuchenjahr muss ich die Entscheidung der Trainer akzeptieren. Wichtig ist, dass ich so schnell wie möglich das leidige Thema Olympia-Norm erledige», sagte er. Nach dem verkorksten vorolympischen Winter versprüht der zweimalige WM-Dritte von 2008 wieder Optimismus. «Das vergangene Jahr war schrecklich. Zu meinem 30. Geburtstag habe ich die Staffel in Hochfilzen vergeigt. Das ganze Jahr danach hatte ich Probleme. Vor einem Monat beim Saisonauftakt in Östersund ist sogar eine Patrone in meinem Gewehr explodiert. So etwas passiert alle hundert Jahre mal. Inzwischen ist die Waffe wieder topp gebaut. Doch seit meinem 31. Geburtstag kurz vor Weihnachten fühle ich, dass es aufwärts geht», erzählte der in Herges-Hallenberg, wenige Kilometer von Oberhof entfernt, wohnende Polizeihauptmeister.
Weihnachten habe er bei der Familie entspannt, danach ein paar Tage hart an der Grundlagenausdauer gearbeitet. Um die Schnellkraft zu schulen, hat er Sprünge aus dem Programm der Skispringer trainiert und war trotz prima Winterwetters sogar auf dem Laufband. «Da steht der Trainer am Knopf und bestimmt die Geschwindigkeit.» Bis zu 9,2 Meter pro Sekunde sei es da gegangen. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Laufleistung der Biathleten liegt - je nach Streckenprofil - um die sieben Meter pro Sekunde. «Am Mittwoch bin ich im Training sechs Kilometer im Maximalbereich gelaufen. Endlich fühlte ich wieder einen explosiven Abdruck. Bis dahin wars immer so ein Einheitsschritt, bin ich wie die Frauen gelaufen, nicht so kraftvoll wie die besten Männer», erklärte der mit 13 Weltcupjahren dienstälteste deutsche Skijäger. Deshalb hofft er beim ersten Wettkampf als 31-Jähriger am Samstag auf einen Neubeginn.
Das Biathlon-Areal am Grenzadler soll wieder Wolfs Revier werden, in dem er schon zweimal aufs Podest gestürmt ist. Mit der Olympia- Norm will er weiter Selbstvertrauen tanken. Oft ging der erste oder der letzte Schuss daneben. «Das passiert nicht, wenn man ohne nachzudenken mit breiter Brust locker in den Wettkampf geht», meinte er und verwies auf das Jahr 2006 in Oberhof. «Das war mein erster Wettkampf im Gelben Trikot des Weltcupführenden. Da konnte mich nichts beeindrucken - und prompt wurde ich prima Zweiter.» Dass er sich durch die lautstarken Zuschauer nervös machen lassen und übermotiviert agieren könnte, schließt Wolf aus. «Ich bin zwar noch ein junger Kerl, aber ein alter Hase. Da habe ich meinen Tunnelblick. Darüber hat sich schon meine Frau beschwert, weil ich sie übersehen habe, obwohl sie nur zwei Meter neben mir stand».
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Neuner muss Start in Oberhof absagen
Wegen einer Verletzung, die sie sich kurz vor dem Weltcup-Sprint in Oberhof zugezogen hat, musste Magdalena Neuner ihren Start absagen. Magdalena Neuner musste unmittelbar vor dem Weltcup-Sprint in Oberhof ihre Teilnahme absagen. Die sechsmalige Biathlon-Weltmeisterin aus Wallgau stürzte beim Einlaufen vor dem Rennen und zog sich nach erstem Befund "einen kleinen Hexenschuss" zu, wie Bundestrainer Uwe Müssiggang mitteilte. "Sie hatte am Schießstand Probleme, ihre Position zu finden. So hat ein Start keinen Zweck", sagte Müssiggang. Ob Neuner am Sonntag zum Massenstart in Oberhof antritt, ist noch unklar.
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Deutsche Staffel ohne Wolf und Birnbacher
Ohne die Routiniers Andreas Birnbacher und Alexander Wolf bestreiten die deutschen Biathleten beim Heim-Weltcup in Oberhof ihre 4x7,5-km-Staffel. Bundestrainer Frank Ullrich nominierte in Christoph Stephan (Oberhof), Michael Greis (Nesselwang), Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) sowie Youngster Simon Schempp (Uhingen) das Quartett, das im Dezember beim Weltcup in Hochfilzen als Dritter die bislang beste Saisonleistung ablieferte. "Ich wäre vor heimischer Kulisse ganz sicher gerne gelaufen, aber ich muss es akzeptieren", sagte Lokalmatador Alexander Wolf. Der Oberhofer soll am Samstag im Sprint versuchen, einen Platz unter den besten 15 und damit die Olympianorm zu schaffen.
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Neuner bangt um Teilnahme am Massenstart
Eine Teilnahme der sechsmaligen Biathlon-Weltmeisterin Magdalena Neuner am Massenstartrennen am Sonntag in Oberhof ist fraglich. Die 22-Jährige leidet unter Rückenbeschwerden. Ob die sechsmalige Biathlon-Weltmeisterin Magdalena Neuner am Sonntag beim Heim-Weltcup in Oberhof zum Massenstartrennen antreten kann, ist ungewiss. Die Biathletin aus Wallgau wird derzeit aufgrund einer schmerzhaften Blockade im unteren Rückenbereich mit Schmerzmitteln, Akkupunktur und intensiver Physiotherapie behandelt. Neuner war am Freitag vor dem Sprintrennen beim Einlaufen ohne Ski ausgerutscht und gestürzt. Am Samstag wollte die 22-Jährige in Oberhof zumindest Laufband-Training absolvieren und auch prüfen, ob schmerzfreies Schießen möglich ist. Die Entscheidung über den Einsatz im Massenstart soll nach Auskunft der Teamleitung erst unmittelbar vor dem Rennen fallen.
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Deutsche Skijäger heiß aufs Podest
Die Frauen wollen die Erfolgsserie aus den letzten Rennen des vergangenen Jahres fortsetzen, die Männer endlich wieder aufs Podest. Der Biathlon-Weltcup in Oberhof soll der Olympia-Vorbereitung der deutschen Skijäger mit Erfolgen neuen Schwung und Selbstvertrauen bringen. «Nach den sehr guten Leistungen von Pokljuka hoffen wir natürlich, dass wir in Oberhof dort weitermachen, wo wir in Slowenien aufgehört haben», sagte Frauen-Bundestrainer Uwe Müssiggang. Männer-Cheftrainer Frank Ullrich ersehnt endlich auch nach einem Einzelrennen einen der Seinen auf dem Siegertreppchen. Nervosität zeigte Ullrich nach der bisher nicht befriedigenden Bilanz mit einem dritten Staffelplatz in den neun Weltcup- Entscheidungen nicht. «Ich kann mich an frühere erfolgreiche Olympia- Winter erinnern, in denen es im Vorfeld auch nicht so gut lief», merkte er an. Ullrich vertraut auf seine akribische Saison-Vorbereitung. «Die Männer können deutlich mehr, haben mehr drauf und werden es schaffen, wieder weiter vorn mitzumischen», sagte er fast beschwörend. Alle in der Mannschaft hätten bei der Jagd nach den Olympia-Normen einfach zu viel gewollt. «Sie brachten sich damit selbst unter Druck. Das führt fast immer zu Krampf», schätzte Ullrich ein. Da die Zahl der potenziellen Medaillenkandidaten noch größer als im Vorjahr geworden sei, hätten selbst kleinste Unkonzentriertheiten gleich den Verlust von einem Dutzend Plätzen zur Folge.Anzeige
Dass allerdings der beste Deutsche im Gesamtweltcup in Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) nach dem ersten Saisondrittel auf Platz zehn auftaucht, hat auch Ullrich mit dem klar auf Olympia ausgerichteten Formaufbau nicht erwartet. Läuferisch sind seine Männer «bei der Musik», beim Schießen kamen aber bisher nur Peiffer und Christoph Stephan (Oberhof) in Östersund sowie Youngster Simon Schempp (Uhingen) in Pokljuka je einmal mit einem «Nuller» durch. Das Trio scheint derzeit gemeinsam mit Michael Greis (Nesselwang) erste Wahl für die Staffel zu sein. Als Fünfter hat bisher Andreas Birnbacher (Schleching) die Olympia-Vorgaben geschafft. Der Oberhofer Alexander Wolf steht mit einer halben Norm zu Buche und will beim Sprint auf seiner Heimstrecke versuchen, das Sextett für Vancouver zu komplettieren. Dagegen liefen schon sechs Frauen und damit exakt so viele, wie Uwe Müssiggang mit nach Kanada nehmen wird, im Weltcup einmal unter die ersten Acht oder zweimal unter die ersten 15. Spätestens in Oberhof wird der Kampf um die jeweils nur vier Startplätze bei den fünf Entscheidungen voll entbrennen. Das könnte auch ein Grund sein, weshalb die als Staffel-Schlussläuferin wohl gesetzte starke Stehend-Schützin Kati Wilhelm darum gebeten hat, beim Oberhofer Auftakt mit der Staffel-Entscheidung pausieren zu dürfen. Das spielte dem Bundestrainer in die Karten, der sowieso vor Olympia alle Kandidatinnen testen wollte. Deshalb werden neben den Staffel-Routiniers Martina Beck (Mittenwald) und Andrea Henkel (Großbreitenbach) am Rennsteig Simone Hauswald (Gosheim) und Tina Bachmann (Altenberg) antreten.
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Poiree nach Operation in stabilem Zustand
Raphael Poiree, achtmaliger Biathlon-Weltmeister, befindet sich nach einer OP in einem stabilen Zustand. Der Franzose hatte sich bei einem Quad-Unfall schwer verletzt. Der achtmalige Biathlon-Weltmeister Raphael Poiree hat die Operation nach seinem schweren Quad-Unfall im norwegischen Bergen offenbar gut überstanden. Der Zustand des 2007 zurückgetretenen Franzosen sei "ernst, aber stabil", teilten die Ärzte nach dem Eingriff mit. Poiree sei wach und ansprechbar. Ziel der Operation sei es gewesen, den Hals zu stabilisieren und damit das Rückenmark zu schützen. Die Mediziner gehen davon aus, dieses erreicht zu haben. So könne Poiree zwar sämtliche Gliedmaßen bewegen, die Arme und Beine allerdings nicht in vollem Maße. Poiree hatte bei dem Crash mit dem Geländefahrzeug am 28. Dezember Verletzungen an der Halswirbelsäule erlitten. Die OP hatte wegen Schwellungen verschoben werden müssen. Der 35-Jährige ist mit der ehemaligen Weltklasse-Läuferin Liv-Grete verheiratet und lebt mit seiner Frau sowie drei Kindern in ihrem Heimatland Norwegen.
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Gössner steigt nach Tour-de-Ski-Prolog aus
Nach Platz fünf und der damit verbundenen Olympia-Qualifikation beendete Biathlon-„Leihgabe“ Miriam Gössner die Tour de Ski der Langläufer bereits nach dem Prolog. Nach Platz 5 im Prolog und dem damit gelösten Vancouver-Ticket hat Biathlon-"Leihgabe" Miriam Gössner die Tour de Ski der Langläufer bereits nach dem ersten Tag beendet. Nach kurzfristiger Absprache mit Biathlon-Bundestrainer Uwe Müssiggang und Langlauf-Chef Jochen Behle wird Gössner am 2. Januar doch nicht mehr zum 10-km-Rennen in der für sie ungewohnten klassischen Technik antreten. Sie startet stattdessen in der nächsten Woche beim IBU-Cup der Biathleten in Altenberg. "Miriam gehört ab sofort zum Olympiateam der Langläufer in Vancouver. Sie hat dort in Staffel, Teamsprint und dem kurzen Freistil-Rennen drei Einsatzchancen, auf die wir sie gezielt vorbereiten", sagte Jochen Behle am Neujahrsabend in Oberhof. Nach den Planungen von Müssiggang und Behle soll das 19 Jahre alte Ausnahmetalent nach den Biathlon-Rennen in Altenberg im Januar noch Langlauf-Sprints in Rybinsk/Russland bestreiten und danach mit dem Behle-Tross nach Calgary zur unmittelbaren Olympia-Vorbereitung reisen. Nach der Saison soll sich die Garmischerin dann neu entscheiden, ob sie weiter ihre Chance im Biathlon sucht, oder ganz ins Langlauf-Metier wechselt. "Im Moment fühle ich mich als Biathletin und möchte auch weiterhin gerne Biathlon machen. Aber ich freue mich riesig, mit dem Langlauf-Team nach Vancouver reisen zu können", sagte Gössner.
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Physiotherapeutin im DSV-Team war Stasi-Spitzel
Ihr Auftrag lautete unter anderem "Durchdringung des Persönlichkeitsbildes": Nach Informationen des SPIEGEL hat Ilona Henrich, Physiotherapeutin der deutschen Biathlon-Frauen, jahrelang als Spitzel für die Stasi gearbeitet. Ihr Arbeitgeber, der Olympiastützpunkt Thüringen, ist laut Henrich darüber informiert.
Kurz vor den Olympischen Winterspielen steht der deutsche Sport vor einem neuen Stasi-Fall: Die Physiotherapeutin der deutschen Biathlon-Nationalmannschaft der Frauen, Ilona Henrich, hat in der DDR von 1984 bis zur Wende als Spitzel gearbeitet. Am 28. März 1984 hatte sie in einer "Schweigeverpflichtung" schriftlich erklärt, das Ministerium für Staatssicherheit "auf freiwilliger Basis zu unterstützen". Henrich, die damals als Physiotherapeutin beim SC Motor Zella-Mehlis arbeitete, wirkte unter dem Decknamen "Olga". Ihr Auftrag war unter anderem die "Aufklärung und weitere Durchdringung des Persönlichkeitsbildes" der Sportler des SC Motor, die auch ins westliche Ausland reisen durften. Eine Order lautete: "Kontrolle der Sportler, Trainer und Funktionäre, insbesondere während der Einkaufsbummel." Henrich berichtete laut Akte etwa über eine Kollegin, die eigenmächtig von einem Trainingslehrgang abgereist war. Über einen Trainer der nordischen Kombinierer gab sie zu Protokoll, sein "Tun und Handeln" sei "auf Erreichung von Vorteilen ausgerichtet". Eine Mitarbeiterin beim SC Motor beschrieb IMS "Olga" als sehr geschwätzige und mitteilungsbedürftige Person: Besonders neugierig zeige sie sich für eingehende Post.
Dem Pressesprecher des DSV ist Henrichs Stasi-Vergangenheit nicht bekannt
Henrich äußerte sich gegenüber dem SPIEGEL nicht zu ihrer Stasi-Vergangenheit, sie erklärte: "Das ist alles abgeschlossen". Die 56-Jährige arbeitet heute am Olympiastützpunkt Thüringen in Oberhof, ihr Arbeitgeber weiß laut Henrich von ihrer Vergangenheit. Der Vorsitzende des Trägervereins des Olympiastützpunktes, Peter Gösel, äußerte sich nicht zu dem Vorgang. Der Pressesprecher des Deutschen Skiverbandes, Stefan Schwarzbach, sagte, ihm persönlich sei die Stasi-Vergangenheit Henrichs nicht bekannt.
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City Biathlon in Garmisch Partenkirchen
Allen Grund zur Freude hatten Magdalena Neuner und ihr Partner Toni Lang. Nach einem spannenden Finale gewann das Duo die 13. Auflage des „Jura“-City- Biathlons in Garmisch-Partenkirchen und war überwältigt von der fantastischen Stimmung, für die die 12 000 Zuschauer in der Fußgängerzone gesorgt hatten. „Es ist immer wieder etwas ganz Besonderes, in der Heimat zu laufen“, freute sich die sechsfache Weltmeisterin aus Wallgau über eine äußerst gelungene Veranstaltung. Das stimmte natürlich auch Organisator Peter Fischer vom Skiclub Garmisch froh: „Wenn es den Sportlern und dem Publikum gefällt, dann haben wir alles richtig gemacht
Junioren-Rennen:
1. Andreas Bichler / Albert Neuner 2. Hannes Klotz / Florian Müller 3. Laura Dahlmeier / Mathias Bischel 4. Martin Müller / Manual Müller
Hobby- und Promirennen:
1. SC Partenkirchen „All-Star-Team“ (Katharina Echter, Stefan Göring, Franz Grabo, Johann Mühlegg) 2. Powderworld-Team (Miriam Vogt, Andrea Wiedenbauer, Christian Allwang, Wolfgang Fischer) 3. Team GAP 2011 (Jenny Kittstein, Edgar Anneser, Christian Neureuther, Stefan Stankalla) 4. Team Tagblatt (Rosi Mittermeier, Uli Eberle, Nick Scheder, Thomas Schöpf)
Hauptrennen:
1. Magdalena Neuner / Toni Lang 2. Barbara Ertl / Lukas Hofer 3. Nadine Horchler / Christoph Knie 4. Miriam Gössner / Simon Schempp
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Weltcup-Chance für Daniel Böhm - Rösch pausiert
Biathlet Daniel Böhm vom SC Buntenbock wird beim ersten Weltcup des neuen Jahres vom 6. bis 10. Januar in Oberhof eine Startchance erhalten. Bundestrainer Frank Ullrich will den 23 Jahre alten Harzer, der zuletzt im IBU-Cup überzeugte und die Saisonwertung in der zweiten Biathlon-Liga anführt, im Sprintrennen am 9. Januar einsetzen. Dafür muss in Oberhof der zuletzt gesundheitlich angeschlagene Michael Rösch pausieren. «Wie es personell bei den Weltcups in Ruhpolding und Antholz weitergeht, entscheiden wir nach den Ergebnissen von Oberhof», sagte Ullrich. Wahrscheinlich ist, dass Staffel-Olympiasieger Rösch den IBU-Cup vom 7. bis 10. Januar auf seinen Heimstrecken in Altenberg als Aufbauwettkampf nutzen wird. «Er braucht ein Erfolgserlebnis, um dann eventuell noch die Olympia-Norm erfüllen zu können», sagte Ullrich. Bisher haben in Andreas Birnbacher (Schleching), Michael Greis (Nesselwang), Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld), Simon Schempp (Uhingen) und Christoph Stephan (Oberhof) fünf Skijäger die Norm erfüllt. Der Oberhofer Alexander Wolf kann auf eine halbe Norm verweisen.
Bei den Frauen hat Bundestrainer Uwe Müssiggang für Oberhof in Tina Bachmann (Altenberg), Martina Beck (Mittenwald), Simone Hauswald (Gosheim), Andrea Henkel (Großbreitenbach), Magdalena Neuner (Wallgau) und Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) sechs Athletinnen mit der erfüllten Olympia-Norm sowie Julia Döll (Oberhof) nominiert. Sie hat die Norm zur Hälfte geschafft. Das deutsche Olympia-Aufgebot für Vancouver wird aus je sechs Frauen und Männern bestehen.
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Deutsch-österreichischer Triumph auf Schalke
Bei der achten World Team Challenge in der Gelsenkirchener Veltins-Arena hat Kati Wilhelm für den ersten deutschen Sieg seit sieben Jahren gesorgt: Gemeinsam mit ihrem österreichischen Partner Christoph Sumann war vor den Vorjahressiegern Oksana Chwostenko/Andrej Deryzemlya aus der Ukraine erfolgreich. Dritte auf dem Parcours über 18 Runden wurden die Franzosen Marie-Laure Brunet und Vincent Defrasne. Am Start waren insgesamt zehn Mixed-Teams. Simone Hauswald und Michael Greis, die lange um den Sieg mitgekämpft hatten, wurden am Ende Fünfte. "Es ist ein wahnsinniges Gefühl, hier auf Schalke zu gewinnen. Ich habe acht Mal Anlauf genommen, endlich hat es mit einem Sieg geklappt", meinte Wilhelm vor 50.000 begeisterten Zuschauern. Nach dem ersten Teil des Wettbewerbs, dem Massenstart, hatte ein Trio fast zeitgleich vorn gelegen: Der Österreicher Dominik Landertinger - am Start mit der Weißrussin Darja Domratschewa - kam als Erster über die Ziellinie, dicht gefolgt von seinem Landsmann Christoph Sumann und Michael Greis.
Entscheidung fiel beim letzten Schießen
Vor dem zweiten Teil der World Team Challenge, dem Verfolgungsrennen, wurden die Zeitabstände dann halbiert. Simone Hauswald und Michael Greis leisteten sich zu viele Schießfehler und fielen schnell zurück, dafür schlossen die Franzosen Brunet/Defrasne zu Kati Wilhelm und Christoph Sumann auf. Die Entscheidung fiel beim letzten Schießen, als Vincent Defrasne zweimal daneben schoss, Sumann aber alles traf. Für den letzten deutschen Sieg hatten bei der Premiere im Jahr 2002 Michael Greis und Martina Beck (damals Glagow) gesorgt. Bereits seit dem Vormittag herrschte Party-Stimmung in der winterlichen Schalke-Arena. Dafür sorgten zahlreiche Holzhütten, Glühwein und zünftige Musik. Die rund 2.500 Kubikmeter Schnee wurden über die Weihnachtstage in mehr als 100 Lkw-Ladungen von der Skihalle Neuss nach Gelsenkirchen transportiert. Vor dem offiziellen Wettbewerb wurde das traditionelle Prominenten-Rennen ausgetragen, das Comedian Peter Nottmeier gewann. Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius kam auf den zweiten Platz.
Siegerliste der World Team Challenge
2002 Martina Glagow/Michael Greis (Mittenwald/Nesselwang) 2003 Gunn Margit Andreassen/Ole Einar Björndalen (N) 2004 Liv Kjersti Eikeland/Ole Einar Björndalen (N) 2005 Linda Tjörhom/Ole Einar Björndalen (N) 2006 Linda Grubben/Ole Einar Björndalen (N) 2007 Jekaterina Jurjewa/Dmitri Jaroschenko (RUS) 2008 Oxana Chwostenko/Andrej Derysemlja (UKR) 2009 Kati Wilhelm/Christoph Sumann (D/A)
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Beck glaubt nicht an dopingfreien Biathlon-Sport
Martina Beck bezweifelt, dass der Biathlon-Sport mittlerweile dopingfrei ist. „Ich lege für keinen Starter meine Hand ins Feuer“, sagte die dreimalige Weltmeisterin. Die dreimalige Biathlon-Weltmeisterin Martina Beck glaubt nicht daran, dass ihre Sportart mittlerweile eine dopingfreie Zone ist. "Ich lege für keinen Starter meine Hand ins Feuer. Schwarze Schafe gibt es überall. Das hat man im vergangenen Winter bei den Russen gesehen", sagte die 30-Jährige in einem Interview mit dem Mannheimer Morgen (Montag-Ausgabe). Den russischen Ex-Weltmeistern Jekaterina Jurjewa, Albina Achatowa und Dimitri Jaroschenko waren in beim Weltcup-Auftakt 2008 im schwedischen Östersund genommenen Dopingproben der verbotene Einsatz von sythetischem rEPO (rekombinantes Erythropoetin) nachgewiesen worden. Die drei Athleten, die damit für den größten Doping-Skandal im Biathlon gesorgt hatten, wurden jeweils für zwei Jahre gesperrt.
Hartes Durchgreifen "sehr, sehr positiv"
Beck, die bei den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 dreimal Silber gewann und in Vancouver zum letzten Mal bei Olympia startet, ist aber davon überzeugt, dass es Dopingsünder immer schwerer haben werden: "Es gibt sehr viele Kontrollen. Und das Urteil im Fall Claudia Pechstein hat gezeigt, dass jetzt hart durchgegriffen wird. Das finde ich sehr, sehr positiv." Beck spricht sich allerdings dagegen aus, Mannschaften mit nachweislich gedopten Athleten komplett aus dem Weltcup zu verbannen. "Das würde meiner Meinung nach zu weit gehen. Man weiß nie genau, ob die Initiative zum Dopen von der Teamleitung ausgeht oder von einer einzelnen Person. Keiner kann genau wissen, was der andere zwischen den Weltcups macht. Und deshalb darf man meiner Meinung nach nicht die Biathleten einer kompletten Nation bestrafen, wenn ein einzelner Athlet betrogen hat", erklärte Beck.
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Wilhelm und Sumann bei Schalker Biathlon-Show
Die deutschen Biathleten suchen in der Olympia-Saison noch ihre Bestform, wollen aber im Schnee «auf Schalke» ein Spektakel bieten. «Es ist und bleibt ein besonderes Erlebnis, in der Arena von 50 000 Zuschauern angefeuert zu werden. Dadurch läufst du automatisch zur Höchstform auf», sagte Kati Wilhelm (Zella-Mehlis). Bei der achten World Team Challenge am 28. Dezember in der Gelsenkirchener Veltins-Arena ist Wilhelm zusammen mit dem Österreicher Christoph Sumann favorisiert. Zehn Mixed-Teams starten über 18 Runden (je 1264 Meter). Lediglich bei der Premiere 2002 standen zwei Deutsche ganz oben auf dem Siegerpodest: Martina Beck (Mittenwald), die damals noch Glagow hieß, und Michael Greis (Nesselwang) setzten sich vor sieben Jahren durch. Sumann wurde 2008 als kurzfristiger Ersatz eines erkrankten deutschen Starters gemeinsam mit Beck Zweiter und sorgte für ein Umdenken bei den Organisatoren, die bis dahin nur nationale Teams zugelassen hatten. «Um wieder dabei zu sein, hätte ich mich sogar zur Frau umoperieren lassen», sagte Sumann scherzhaft. In diesem Jahr gehen mehrere Teams aus unterschiedlichen Nationen an den Start. Dafür sind insgesamt nur vier deutsche Teilnehmer vertreten. Greis und Simone Hauswald (Gosheim) bilden das einzige deutsche Paar. Daniel Graf (Frankenhain) startet mit der Rumänin Eva Tofalvi. Der Norweger Ole Einer Björndalen, der den Wettbewerb mit wechselnden Partnerinnen bereits viermal gewann, ist nicht dabei. Die Ukrainer Oxana Chwostenko/Andrej Derysemlja, die im Vorjahr die Siegprämie von 24 000 Euro erhielten, gelten auch diesmal als Anwärter auf die vordersten Ränge.
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Henrik L´Abee-Lund startet mit Solveig Rogstad für Norwegen
Fünf Tage vor der ODLO-Biathlon-World-Team-Challenge am Montag, den 28. Dezember 2009, in der VELTINS-Arena gibt es noch eine Änderung im Teilnehmerfeld: Im norwegischen Team wird nun Henrik L´Abee-Lund an der Seite von Solveig Rogstad an den Start gehen. Der 23-jährige Staffel-Europameister tritt an die Stelle seines Landsmanns Tarjei Boe, der von seinem Verband kurzfristig für ein Höhentrainingslager zur Zeit der ODLO-WTC berufen worden war.
Das Teilnehmerfeld der ODLO-Biathlon-WTC 09
1 Oksana Khvostenko / Andriy Deryzemlya UKR 2 Michael Greis / Simone Hauswald GER 3 Kati Wilhelm / Christoph Sumann GER/AUT 4 Olga Zaitseva / Maxim Tchoudov RUS 5 Marie Laure Brunet / Vincent Defrasne FRA 6 Magdalena Gwizdon / Tomasz Sikora POL 7 Eva Tovalfi / Daniel Graf RUM/GER 8 Darya Domracheva / Dominik Landertinger BLR/AUT 9 Lanny Barnes / Jay Hakkinnen USA 10 Solveig Rogstad / Henrik L´Abee-Lund NOR
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"Oh Du Fröhliche" trällern... danach ist mir irgendwie noch nicht so recht. www.michael-roesch.de
Wird kommen, so morgen, wenn ich abschalte in meiner Waldidylle und dann auch Weihnachten feiere. Knecht Ruprecht hat mir ja im bisherigen Saisonverlauf richtig Haue gegeben. Ich frage mich echt, was ich verbrochen habe. Ich habe ein phantastisches Sommertraining gehabt, wofür ich mich neben vielen anderen ganz besonders bei meinem Heimtrainer Wilfried Bock bedanken möchte. Ich habe gute Lehrgänge absolviert, wo mich Frank Ullrich und Mark Kirchner bestens in die Spur brachten. Die Techniker haben geackert, die Physios ebenso - allen gilt mein ganz herzlicher Dank. Nur bei mir läuft's nicht rund. In Pokljuka habe ich mich selbst nicht mehr wohl gefühlt in meiner Haut. Deshalb war es korrekt, wenn auch hart, als mir Uller die Pause verordnete. Deshalb findet Schalke und Oberhof dieses Jahr ohne mich statt. Das tut weh, aber ich muss an meiner Form schleifen. Die mir vorgeworfenen zu viele Werbetermine hat es nie gegeben! Nicht mehr und nicht weniger als andere Biathleten auch. Kati zum Beispiel hat sicher einen viel volleren Terminplan und ist dennoch in Form. Jetzt ist die Zeit der Muße und nach den Feiertagen, nein, eher schon während diesen, werde ich hart ackern. Ich verspreche allen meinen treuen Fans, dass ich alles dafür gebe, zurück zu kommen, um gemeinsam den Traum zu erleben... Ich habe mein Vancouver-Ticket jedenfalls noch nicht aufgegeben.
Danke für die große Unterstützung und den Zuspruch an meine Fans. Danke an meine treuen, immer fairen und verständnisvollen Sponsoren. Danke an alle in meinem engeren und weiteren Umfeld.
Schöne Weihnachten und alles Gute für 2010!
Euer EBS
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Ein nahezu perfektes Wochenende! www.daniel-graf.de
Hi Leute! Die letzten Rennen vor Weihnachten sind vorüber und ich kann echt mit einem breiten Grinsen nach Hause fahren! Denn am vor 3 Tage ist der deutschen B-Mannschaft und vor allem mir selbst ein fast perfektes Wochenende geglückt! Auf dem Programm stand ein Sprint mit anschließendem Verfolger und ich hab mich eigentlich gar nicht mehr nach Wettkämpfen gefühlt und hatte alle Hände voll zu tun um meine Gesundheit zu kämpfen! Dann war es auch noch extrem frostig wie selten einmal.So kalt das der Sprint gleich mal um eine Stunde verschoben wurde, unter minus 20°C nämlich. Mit verstopfter Nase und weichen Knien ging es dann aber doch an den Start und nach fehlerfreiem Schießen und der Führung auf der letzten Runde konnte ich mich dann doch noch motivieren und sogar einen komfortablen Vorsprung herauslaufen! Besonderheit an dem Sprint war auch das Daniel Böhm und Louis Habert (FRA) mit exakt der selben Zeit auf Rang zwei einliefen.
Am Folgetag fühlte ich mich noch schlechter und wußte das es, sollte der Tag erfolgreich sein, dies nur über ein gutes Schießen möglich wäre. Bloß gut das es "nur noch" minus 13°C hatte, fast schon angenehm warm und somit eine nicht ganz so große Belastung für die Bronchien und in der Hektik des Rennens drückt man dann wohl das schlechte Gefühl beiseite und so ging ich auch dieses Rennen etwas wiederwillig an! Die Entscheidung um den Sieg fiel dann schon verfrüht beim dritten Schießen als mein Verfolger Daniel Böhm sich dann seine einzigen 2 Fehler leistete und mir somit ein großes Polster verschaftte, welches ich dann glücklicherweise bis ins Ziel ausbauen konnte. Die letzte Runde war dann echt hammergeil. So leicht und beflügelt läuft man nur ganz ganz selten dem Ziel entgegen und ich bin froh das ich das erleben konnte! Zweiter wurde erneut Daniel Böhm und dritter mein Zimmerkollege Christoph Knie der ja leider aus dem Weltcup zurück kehren musste. Ich für meinen Teil bin mit keinem einzigen Fehler an diesem Wochenende und dem damit verbundenen Doppelsieg bin ich sehr sehr zufrieden! Allein das die Gesundheit nicht so ganz mitgespielt hat macht es zu einem fast perfekten Wochenende! Jetzt gehts dann erstmal Richtung Thüringen wo mein Elternhaus steht und wo ich die Feiertage mit der Familie verbringen werde!
Euch allen ein frohes Fest und eine entspannt gemütliche Zeit im Kreise eurer Lieben! Bis bald, der Gräffix
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Meine ersten Eindrücke von Pokljuka www.tina-bachmann.de
Wie schon Hochfilzen, war Pokljuka für mich ein Wettkampfort, an dem ich zum ersten Mal gestartet bin. Für mich waren es wieder neue Erfahrungen, die ich dort sammeln konnte und vor allem wettertechnisch haben wir so ziemlich alles geboten bekommen. Schon die Wettervorhersage ließ uns frieren, da das Thermometer am Wochenende bis -20°C fallen sollte. Aber auch die Trainingstage vor dem Wettkampf fühlten sich durch den Wind schon sehr kalt an. Also musste ich im Training erstmal austesten, welche Handschuhe ich im Wettkampf anziehen kann, damit ich keine kalten Finger bekomme. Am Donnerstag bin ich, was meine Kleiderordnung betraf, noch ganz gut zurechtgekommen. Dafür habe ich mich auf der Strecke etwas schwer getan, was sich dann auch auf dem Schießstand ausgewirkt hatte. Am Ende musste ich mich mit 4 Schießfehlern und Rang 47 im Einzel abfinden. Aber es sollten ja noch zwei Rennen folgen. Der Sprintwettkampf am Samstag war der absolute Höhepunkt, was mein Kälteempfinden betraf. Ein eisiger Schneesturm und -12°C, das ging unter die Haut! Ich hatte mich gut erwärmt, doch eine einzige Minute im Starthaus reichte aus, um völlig auszukühlen. Ich habe bis zur letzten Runde gebraucht, ehe meine Finger wieder warm geworden sind. Schlussendlich waren es fünf verfehlte Scheiben, da ich weder den Abzug gespührt habe noch die Waffe richtig halten konnte. Doch mit meiner guten Laufleistung konnte ich mich noch für die Verfolgung qualifizieren.
Das Wochenende sollte ein Steigerungslauf werden. Denn in der Verfolgung passte dann meine Lauf- und meine Schießleistung wieder einigermaßen zusammen. Dafür war es der kälteste Tag, mit -15°C zur Wettkampfzeit. Da aber die Sonne lachte, hatte es sich nicht ganz so kalt angefühlt wie noch einen Tag zuvor und ich hatte auch, mit Ausnahme vom ersten Schießen, immer warme Finger. Mit den insgesamt drei Schießfehlern bin ich schon sehr zufrieden, wobei mich die beiden letzten Schüsse meiner stehend Serien sehr ärgern. Aber das Wichtigste für mich war am Ende, dass meine Aufholjagd gelungen ist und ich auf Platz 19 reingekommen bin.
Nun wünsche ich euch fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Bis bald eure Tina.
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Daniel Graf startet für Michael Rösch
Im Starterfeld der ODLO-Biathlon-World-Team-Challenge am Montag, den 28. Dezember 2009, in der VELTINS-Arena gibt es eine Änderung: Anstelle von Michael Rösch wird dessen Landsmann Daniel Graf an den Start gehen. Rösch war zuletzt gesundheitlich stark angeschlagen und konnte daher nicht seine gewohnten Leistungen abrufen. Der Staffel-Olympiasieger wurde beim Weltcup in Pokljuka am vergangenen Wochenende lediglich 54. im Einzelrennen. Im Sprint reichte es gar nur zu Platz 106. "Wir haben lange diskutiert, uns dann aber so entschieden", erklärt Bundestrainer Frank Ullrich die kurzfristige Absage von Rösch. "Michael hat das als harte, aber faire Entscheidung akzeptiert. Er soll jetzt erstmal richtig gesund werden und zu Hause zu Kräften kommen." Für den 26-Jährigen konnten die Verantwortlichen der ODLO-Biathlon-World-Team-Challenge jedoch schnell einen prominenten Ersatzstarter gewinnen: Daniel Graf. Der mehrfache Junioren-Weltmeister aus Gräfenroda, der vor drei Jahren bereits einmal WTC-Teilnehmer war, wird auf Schalke gemeinsam mit Eva Tofalvi an den Start gehen. Die Rumänin sollte ursprünglich mit dem Österreicher Christoph Sumann starten, der nun allerdings ein Duo mit Kati Wilhelm bilden wird.
Neben Eva Tofalvi und Daniel Graf sowie Kati Wilhelm und Christoph Sumann nehmen 16 weitere Skijäger an der ODLO-WTC 09 teil: Das deutsche Team um Simone Hauswald und Michael Greis ist ebenfalls beim großen Wintersportspektakel dabei wie die ukrainischen Vorjahressieger Oksana Khvostenko und Andryi Deryzemlya. Außerdem haben Marie Laure Brunet und Vincent Defrasne aus Frankreich, Jay Hakkinen und Lanny Barnes aus den USA, Olga Zaitzeva und Maxim Tchoudov aus Russland sowie Magdalena Gwizdon und Tomasz Sikora aus Polen ihre Zusage gegeben. Zudem wird es ein weiteres Mixed-Team geben: die weißrussisch-österreichische Kombination Darya Domracheva und Dominik Landertinger.
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Zweiter Platz und neuer Partner
Magdalena Neuner riss die Arme in die Höhe und strahlte trotz eisiger Kälte über das ganze Gesicht. Nach Platz drei im Sprint setzte die sechsmalige Weltmeisterin beim Biathlon-Weltcup im slowenischen Pokljuka am Sonntag im Verfolgungsrennen noch einen drauf und machte als Zweite hinter der russischen Doppelsiegerin Swetlana Slepzowa ihr eindrucksvolles Comeback perfekt. “Vor allem das letzte Stehend-Schießen hat mich sehr gefreut. So kann ich gut in die Weihnachtspause gehen“, sagte die 22-Jährige, die nach einem grippalen Infekt erst mit Verspätung in den Olympia-Winter gestartet war. Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) als Neunte und Andrea Henkel (Großbreitenbach) als Zehnte komplettierten das starke Ergebnis für das deutsche Team, das nach dem ersten Podestplatz durch Neuner am Samstag wie befreit wirkte. “Ich denke, das hat dem ganzen Team gut getan. Wir wissen, dass wir aufs Podest laufen können und das ist wichtig“, sagte die Wallgauerin. Das sah auch Frauen-Bundestrainer Uwe Müssiggang so: “Der Podestplatz war wichtig für die ganze Mannschaft.“ Während die dreifache Olympiasiegerin Wilhelm in der Verfolgung noch vier Plätze einbüßte, stürmte Henkel nach ihrem enttäuschenden 43. Rang vom Samstag mit nur einem Schießfehler noch unter die Top Ten. Simone Hauswald (Gosheim) wurde Elfte, Tina Bachmann (Schmiedeberg) 19. und Juliane Döll (Oberhof) 24. Magdalena Neuner war nach dem für sie perfekten Wochenende happy. “Es ist schön, dass ich mit der erfüllten Olympia-Norm und zwei Podestplätzen in die Festtage gegen kann“, sagte die bayerische Frohnatur, die auch privat wieder ihr Glück gefunden zu haben scheint. “Ja, es stimmt! Ich bin glücklich“, sagte sie der “Bild am Sonntag“ zu Spekulationen über einen neuen Freund.
Sportlich beseitigte Neuner bei Temperaturen um Minus 15 Grad alle Zweifel an ihrer Form. “Die Beine tun endlich wieder weh, so muss es sein. Ich muss mich bei den Anstiegen wieder richtig quälen“, sagte die 14-fache Weltcup-Gewinnerin. “Ich habe das Rennen relativ ruhig angehen lassen und wollte mich auf meinen Wettkampf konzentrieren. Das hat sehr gut geklappt“, meinte Neuner. Nach zwei freien Tagen will der deutsche Biathlon-Star auch zwischen Weihnachten und Neujahr trainieren, um den Aufschwung auch beim ersten Weltcup 2010 in Oberhof (6. bis 10. Januar) fortzusetzen.
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Peiffer und Schempp stark, Rösch verbannt
Arnd Peiffer und Simon Schempp haben im Lager der deutschen Biathleten mit guten Ergebnisse im Verfolgungsrennen von Pokljuka für Freude gesorgt. Die Routiniers konnten dagegen abermals nicht überzeugen, was Bundestrainer Frank Ullrich zu drastischen Maßnahmen animierte. Der dreifache Olympiasieger Michael Greis wurde nach Platz zwölf im Sprint in Absprache mit Ullrich wegen Rückenbeschwerden nach Hause geschickt, Michael Rösch sogar bis auf weiteres aus der Weltcup-Mannschaft gestrichen. "Bei Greis haben wir uns perspektivisch für eine Pause entschieden. Rösch soll zu Hause wieder seine Form aufbauen. Für ihn werden wir in Oberhof Anfang Januar einen jüngeren Athleten einsetzen", erklärte Ullrich.
Schempp bleibt bescheiden
Arnd Peiffer verpasste den dritten Rang nur um 1,7 Sekunden. Der 22-Jährige leistete sich beim Sieg des Russen Evgeni Ustyugov über 12,5 Kilometer nur einen Schießfehler und war nach seinem neunten Start in diesem Jahr hochzufrieden. "Das war das beste Verfolgungsrennen meiner Karriere", sagte der Clausthal-Zellerfelder. Eine tolle Leistung zeigte auch der 21-Jährige Schempp, der vom 42. noch auf den zehnten Rang stürmte.Von einer Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Vancouver will der Uhinger aber noch nicht sprechen. "Ich will mich erst einmal weiter im Team etablieren und dann sehen wir weiter." Alexander Wolf wurde 30., Andreas Birnbacher belegte Rang 39. Christoph Stephan hatte sich nicht für die Verfolgung qualifiziert.
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Rösch muss wegen schwacher Leistung pausieren
Rückschlag für Biathlet Michael Rösch: Nach seinen zuletzt schwachen Leistungen beim Weltcup in Pokljuka hat ihm Bundestrainer Frank Ullrich eine Wettkampfpause verordnet. Biathlet Michael Rösch bekommt nach seinen zuletzt schwachen Leistungen eine Wettkampfpause und wird weder bei der World Team Challenge am 28. Dezember auf Schalke noch beim Weltcup Anfang Januar in Oberhof starten. "Wir haben lange diskutiert, uns dann aber so entschieden. Er hat das als harte, aber faire Entscheidung akzeptiert. Michael soll jetzt erstmal richtig gesund werden und zu Hause zu Kräften kommen", sagte Bundestrainer Frank Ullrich. Team-Olympiasieger Rösch hatte beim Weltcup in Pokljuka als 54. des Einzel-Rennens und mit Platz 106 im Sprint schwache Leistungen geboten.
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Verfolgung der Männer - Peiffer Fünfter bei Sieg von Ustjugow 20.12.2009
Die deutschen Biathleten treffen wieder: Arnd Peiffer hat in der Verfolgung von Pokljuka mit einer Strafrunde den fünften Platz geholt. Simon Schempp kam mit null Fehlern auf Rang zehn. Der Sieg ging an den Russen Jewgeni Ustjugow, der auf der Schlussrunde Roland Lessing (Estland) überholte. Dritter wurde der Österreicher Simon Eder. Peiffer, der als Neunter in das Jagdrennen gestartet war, traf Scheibe um Scheibe. Erst beim letzten Stehendanschlag riskierte der Niedersachse zu viel und musste in die Strafrunde. Nach einem spannenden Finish überquerten Peiffer und der Österreicher Dominik Landertinger gleichzeitig die Ziellinie. "Ich wusste, von hinten kommt der Landi - ich hörte schon den Schnee knirschen. Es war schrecklich", so Peiffer nach dem Rennen. Nach einer Fotofinish-Entscheidung wurde Peiffer nachträglich hinter Landertinger auf Platz fünf gesetzt. Eine großartige Leistung zeigte Simon Schempp: Der 21-Jährige blieb als einziger Athlet neben Roland Lessing fehlerfrei und stürmte so von Rang 42 auf den zehnten Platz. "Tina Bachmann sagte zu mir, mach's einfach wie wir", schmunzelte Schempp mit Blick auf die gelungene Aufholjagd der deutschen Biathletinnen kurz zuvor. Auch Alexander Wolf konnte sich mit jeweils einer Strafrunde nach jedem Liegendanschlag nach vorn arbeiten. Als 45. gestartet, kam der Oberhofer als 30. ins Ziel. Einen rabenschwarzen Tag erwischte dagegen Andreas Birnbacher. Der Schlechinger musste insgesamt sieben Strafrunden absolvieren und kam fast drei Minuten nach dem Sieger auf Platz 39 ins Ziel.
Michael Greis hatte auf einen Start in der Verfolgung verzichtet. "Bei Michi zwickt es etwas im Rücken. Deshalb haben wir uns entschieden, das Rennen auszulassen", begründete Herren-Trainer Frank Ullrich die Entscheidung. Michael Rösch hatte sich nach einer sehr schwachen Sprint-Leistung nicht für die Verfolgung qualifizieren können und legt erst einmal eine Pause ein. Der Altenberger wird weder bei der World Team Challenge Auf Schalke am 28. Dezember noch beim Weltcup Anfang Januar in Oberhof starten. Rösch solle nach einer Erkältung erst einmal wieder gesund werden, erklärte Ullrich. |
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Verfolgung der Frauen - Neuner Verfolgungs-Zweite hinter Slepzowa 20.12.2009
Magdalena Neuner hat beim Biathlon-Weltcup von Pokljuka im Jagdrennen den zweiten Rang erobert. Sie musste sich nur der Russin Swetlana Slepzowa geschlagen geben, die einen souveränen Start-Ziel-Sieg feierte. Dritte wurde Slepzowas Landsfrau Anna Bogali-Titowez. Magdalena Neuner bewies wie Tags zuvor im Sprint, als sie Dritte wurde, gute Nerven. Zwar musste die 22-Jährige nach den ersten drei Schießeinlagen jeweils eine Strafrunde absolvieren, doch im entscheidenden letzten Stehendanschlag traf sie alle Scheiben und konnte sich in der Schlussrunde noch an Anna Bogali-Titowez vorbei auf den zweiten Rang schieben. "Jetzt kann ich beruhigt in die Weihnachtsferien gehen", freute sich Neuner über ihre wiedergewonnene Form. Niemals gefährdet war der Sieg von Swetlana Slepzowa. Sie war nach ihrem Sprint-Erfolg mit einer guten Minute Vorsprung ins Rennen gegangen und gab trotz insgesamt zweier Strafrunden ihre Führung nie ab. Für die 23-Jährige war es der sechste Weltcup-Erfolg.
Kati Wilhelm (Zella-Mehlis), Andrea Henkel aus Großbreitenbach und die Gosheimerin Simone Hauswald komplettierten mit den Rängen neun bis elf das sehr gute Mannschaftsergebnis. Henkel legte nach ihrer enttäuschenden Leistung im Sprint eine hervorragende Aufholjagd hin: Die Thüringerin ließ nur im ersten Liegendanschlag eine Scheibe stehen und arbeitete sich auch dank der viertschnellsten Laufzeit aller 60 gestarteten Athletinnen vom 45. auf den zehnten Rang vor. Kati Wilhelm dagegen leistete sich insgesamt drei Schießfehler und fiel damit von ihrem fünften Startplatz zurück. Die Gosheimerin Simone Hauswald musste gar vier Strafrunden absolvieren und konnte ihr gutes Ergebnis vom Vortag, als sie Siebte im Sprint wurde, nicht wiederholen. Nachwuchstalente Tina Bachmann aus Schmiedeberg und Juliane Döll (Oberhof). Die 23 Jahre alte Bachmann leistete sich zwar drei Fehlschüsse, war aber in der Loipe die fünftschnellste Athletin und kam so trotz Startplatz 42 als 19. ins Ziel. Die gleichaltrige Döll konnte zwar läuferisch nicht vorn mithalten, doch sie verfehlte nur eine der insgesamt 20 Scheiben und schob sich so von Startplatz 45 auf den 24. Rang vor.
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Sprint der Männer - Souveräner Sprint-Sieg für Russen Tscheresow 19.12.2009
Mit einem fehlerlosen Schießen bei schwierigen Bedingungen hat der russische Biathlet Iwan Tscheresow den Sprint im Weltcup von Pokljuka gewonnen. Er setzte sich nach zehn Kilometern vor Dominik Landertinger aus Österreich und dem Schweizer Thomas Frei durch. Bester Deutscher wurde Arnd Peiffer auf Rang neun. Wie zuvor die Frauen hatten auch die Männer mit schwierigen äußeren Bedingungen zu kämpfen. Schneefall, Kälte und Wind sorgten für ein wahres Fehlschuss-Festival. Tscheresow war einer der wenigen Athleten, die alle zehn Scheiben trafen, und auch in der Loipe gehörte der Russe zu den stärksten Läufern. Noch schneller unterwegs war Dominik Landertinger, der aber mit einem Fehlschuss im Liegendanschlag einen möglichen Sieg schon frühzeitig vergab. Thomas Frei würfelte die vorderen Platzierungen noch einmal durcheinander, als er mit einer Strafrunde und einer starken Laufleistung noch als Dritter aufs Podest stürmte.
Bester Deutscher auf Rang neun wurde Arnd Peiffer aus Clausthal-Zellerfeld. Er ließ nur die letzte der zehn Scheiben stehen. "Ich ärgere mich ein bisschen über den letzten Schuss, aber ich bin zufrieden", erklärte der Niedersachse, der in der letzten Runde von Wadenkrämpfen geplagt wurde. Michael Greis (Nesselwang) zeigte sich mit Rang zwölf ebenfalls zufrieden. "Heute war es ganz schwierig", so der dreimalige Olympiasieger. Beide DSV-Skijäger gehen mit etwas über einer Minute Rückstand auf den Führenden in die Verfolgung. Andreas Birnbacher kam mit jeweils einem Fehler im Liegend- und Stehenschießen auf den 21. Rang. "Meine Hände waren eiskalt. Ich bin froh, dass es wenigstens läuferisch zurzeit gut klappt", sagte der Schlechinger. Mit Blick auf die Verfolgung kündigte er an: "Es geht auf alle Fälle etwas nach in Richtung nach vorn."
Das Sprint-Ergebnis der Männer im Überblick Weiter auf ihre Olympiaqualifikation warten müssen Alexander Wolf, Michael Rösch und Simon Schemp. Zwar gehörte Wolf mit zwei Strafrunden noch zu den besseren Schützen im Feld, doch in der Loipe konnte der hochgewachsene Oberhofer nicht mithalten und kam als 45. ins Ziel. Etwas schneller war Nachwuchs-Biathlet Simon Schempp (Uhingen) unterwegs: Trotz dreier Schießfehler lief der 21-Jährige auf Platz 42. Weit abgeschlagen kam Christoph Stephan (Oberhof) mit vier Strafrunden auf Platz 76 ins Ziel. Michael Rösch wurde mit drei Fehlern liegend und zwei Fehlern stehend gar nur 108. Damit haben Stephan und Rösch auch die Teilnahme an der Verfolgung am Sonntag verpasst, bei der die 60 Besten des Sprints antreten. |
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Sprint der Frauen - Neuner im Sprint Dritte hinter Russinnen 19.12.2009
Die deutschen Biathletinnen haben ihren ersten Podestplatz der Saison errungen: Magdalena Neuner wurde im Sprint von Pokljuka Dritte hinter den Russinnen Swetlana Slepzowa und Anna Bogali-Titowez. Kati Wilhelm kam auf Rang fünf, Simone Hauswald wurde Siebte. Swetlana Slepzowa ließ sich von den schwierigen Bedingungen nicht beeindrucken. Trotz Scheetreiben, Kälte und wechselndem Wind blieb die Russin ohne Fehler und war auf der schwierigen Strecke von Pokljuka auch in der Loipe die Schnellste. Am Ende hatte sie rund 43 Sekunden Vorsprung vor ihrer Landsfrau Anna Bogali-Titowez, die sich an Magdalena Neuner (Wallgau) vorbei noch auf den zweiten Rang schob. Neuner, die nach einem Infekt zu Beginn der Saison in den bisherigen Rennen noch Probleme hatte, musste nach Stehend- und Liegendanschlag jeweils eine Strafrunde absolvieren. Trotzdem eroberte die laufstarke Athletin noch einen Podestplatz und schaffte damit auch die Olympianorm. "Beim ersten Anstieg habe ich gemerkt, dass die Kraft zurückkommt", erklärte sie ihre gute Laufleistung. Mit dem Schießen war Neuner nicht vollkommen zufrieden: "Liegend kann ich besser, stehend habe ich gekämpft." Am Sonntag (12.00 Uhr) wird Neuner mit 1:04,5 Minuten Rückstand auf Slepzowa in das Verfolgungsrennen über 10 Kilometer gehen. Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) zeigte starke Nerven, schoss ruhig und besonnen und musste nur nach dem Stehendanschlag eine Strafrunde absolvieren. Mit ihrem fünften Platz zeigte sich die 33-Jährige nach dem Rennen zufrieden. Simone Hauswald hatte nach einem fehlerlosen Liegendschießen zwischenzeitlich sogar die Führung übernehmen können, vergab diese aber mit zwei Fehlern im Stehendanschlag. "Ich habe den letzten Schuss zu schnell abgegeben" ärgerte sich die Gosheimerin nach dem Rennen. "Aber morgen rolle ich das Feld von hinten auf", kündigte Hauswald mit Blick auf die Jagdrennen am Sonntag an.
Gar nicht mit der Kälte klar kam Andrea Henkel (Großbreitenbach). "Ich bin nicht kältebeständigt", erklärte sie ihr schlechtes Abschneiden mit vier Fehlern und Platz 43. Gleich beim ersten Schießen hatte sie Probleme, musste eine Patrone nachladen und gab den folgenden Schuss viel zu schnell ab. "Ich hatte im Liegendschießen null Gefühl in den Händen", so Henkel. Noch eine Strafrunde mehr hatte Tina Bachmann aus Schmiedeberg auf dem Konto, sie kam aber noch auf den 42. Platz. Juliane Döll (Oberhof) ließ zwar nur eine Scheibe stehen, kam aber nur auf den 45. Rang.
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Einzel der Männer - Deutsche Biathleten enttäuschen erneut 17.12.2009
Die erfolgsverwöhnten deutschen Biathleten laufen ihrer Form im Olympia-Winter weiter hinterher. Keiner der DSV-Skijäger schafften im Einzelrennen von Pokljuka den Sprung unter die Top Ten. Den Sieg im zweiten Einzelrennen der Saison holte sich der Österreicher Christoph Sumann vor dem Franzosen Simon Fourcade und Alexander Os aus Norwegen. Bis zum letzten Schießen lag Sumann auf Siegkurs. Dann schoss er einmal danaben. Es folgte eine lange Zitterpartie im Ziel. Denn der Franzose Simon Fourcade war mit ebenfalls einem Fehler zeitlich nur um zwei Sekunden langsamer unterwegs. Am Ende reichte es für Sumann zum Sieg. Damit konnte er auch als erster Österreicher in der Skijäger-Historie das gelbe Trikot in der Gesamtwertung übernehmen. Denn der bis dahin führende Norweger Emil Hegle Svensen verzichtet ebenso wie sein Landsmann und Biathlon-Altmeister Ole Einar Bjoerndalen auf die Rennen in Pokljuka.
Eine lange Zitterpartie war das Rennen auch für Alexander Wolf, der mit zwei Fehlern zunächst als Achter ins Ziel kam und dann bis zum Schluss warten musste, ob er den Platz halten und damit sein Ticket zu den Olympischen Spielen in Vancouver lösen kann oder nicht. Am Ende reichte es nur zu Platz 20 direkt vor Michael Greis und Andreas Birnbacher mit je drei Schießfehlern auf den Rängen 21 und 22. Die geforderte Olympia-Norm erfüllte Wolf damit erneut nicht. "Wir müssen die Ruhe bewahren. Wir hatten schon öfter Phasen, wo es zu Beginn einer Saison nicht lief, wir beim Saison-Höhepunkt aber voll da waren", sagte der Oberhofer nach dem Rennen dennoch optimistisch. Positiv äußerte sich nach dem Rennen auch Michael Greis: "Drei Fehler geht gerade noch so, zumal ich läuferisch gut unterwegs war", sagte er. "Zum Glück habe ich hinten heraus noch mal null geschossen. Das war gut für den Kopf, damit ich weiß, dass ich auch treffen kann." Bester Deutscher wurde am Ende Arnd Peiffer mit zwei Schießfehlern auf Rang 18. Christoph Stephan wurde 41., Simon Schempp 43. und Michael Rösch nach drei Fehlschüssen am Ende lediglich 54. Auch er hat damit noch immer kein Ticket für Vancouver gelöst. |
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Einzel der Frauen - Erneut schwedischer Doppelsieg 17.12.2009
Die Schwedin Helena Jonsson hat mit einer insgesamt fehlerfreien Schießleistung das Einzelrennen von Pokljuka vor ihrer Landsfrau Anna Carin Olofsson-Zidek gewonnen. Dritte wurde die Slowakin Anastasia Kusmina. Beste Deutsche: Andrea Henkel mit einem Schießfehler auf Rang fünf. Zwar ging Jonsson nach dem ersten Anschlag trotz null Fehlern zunächst als Vierte hinter Magdalena Neuner, Andrea Henkel und Simone Hauswald wieder auf die Strecke. Beim zweiten Anschlag übernahm die Schwedin dann aber mit erneut null Fehlern die Führung und gab sie bis zum Schluss nicht mehr ab. "Es ist unglaublich", sagte Jonsson nach dem Rennen über ihren Sieg. "Ich habe den Sommer über gut trainiert und Wolfgang Pichler ist ein guter Trainer." Für Jonsson ist es bereits der dritte Sieg in diesem Winter, vor allem auch wegen ihrer guten Schießleistungen. "Ich habe viel Selbstvertrauen am Schießstand", erklärte Jonsson zur Begründung. Die deutschen Damen dagegen handelten sich auch diesmal viele Fehler und damit Strafminuten ein.
Beste Deutsche wurde am Ende Andrea Henkel auf Rang fünf. Sie verfehlte beim zweiten Schießen im Stehendanschlag nur einmal ihr Ziel. "Der eine Fehler, den ich gemacht habe, da habe ich zu früh weggezogen", sagt sie nach dem Rennen und zeigte sich ansonsten zufrieden: "Das war mein bester Einzel seit Langem, über einen Fehler will ich nicht böse sein. Schade, dass wir nicht aufs Podest gekommen sind." Die übrigen deutschen Biathletinnen vergaben bessere Rennergebnisse erneut am Schießstand. Magdalena Neuner verfehlte die Scheiben insgesamt viermal und wurde am Ende 18. "Ich wollte es vielleicht zu sehr mit der Brechstange und das hat nicht geklappt", sagt die Wallgauerin im Ziel, die sich auch in diesem Rennen nicht für Olympia qualifizieren konnte. "Natürlich wäre es schön, wenn ich die Norm bis zur Weihnachtspause noch erfüllen würde, aber ich muss locker bleiben", sagte die 22-Jährige. Ebenso schlecht wie Neuner schoss diesmal auch Simone Hauswald. Mit insgesamt vier Fehlern wurde sie 27. hinter Kati Wilhelm, die mit drei Strafminuten Rang 26 belegte. "Meine Finger waren beim ersten Schießen eisig, da habe ich nichts gespürt. Am Ende habe ich ein paar Körner für die beiden Rennen am Samstag und Sonntag gespart", sagte Wilhelm. Die beste Leistung am Schießstand zeigte Kathrin Hitzer. Nach ihrer langwierigen Fußverletzung kam die 23- Jährige trotz nur eines Schießfehlers auf Platz 32. Julian Döll wurde 34., Tina Bachmann belegte Rang 47.
Ärgerlich war das Ergebnis auch für Bundestrainer Uwe Müssiggang. Noch vor dem Rennen erklärte er, dass die Schießleistungen im Trainig stimmten. Nur im Wettkampf könnten seine Mädchen das derzeit nicht umsetzen. "Ich denke, dass die Mädchen die Nerven besser im Zaum halten müssen. Wir versuchen, Ruhe rein zu bringen in die Mannschaft." Das Rennen zeigte schließlich, wie richtig Müssiggang mit seiner Einschätzung lag. Dennoch ist er zuversichtlich: "Lena hat heute gezeigt, dass sie Läuferisch wieder da ist und Andrea war im Schießen gut."
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Pokljuka: Ohne Beck nach Slowenien
Mit acht Damen reist das Team von Bundestrainer Uwe Müssiggang zum dritten Biathlon-Weltcup der Saison ins slowenische Pokljuka. Dabei "teilen" sich Kathrin Hitzer und Sabrina Buchholz einen Startplatz. Martina Beck legt dagegen eine Pause ein und steigt erst im Januar wieder ins Geschehen ein. Die Mittenwalderin hat die Olympia-Norm bereits erreicht und möchte genügend Kraft im Vancouver-Winter haben. "Ich habe letztes Jahr gesehen, dass es etwas schwierig war, konstant gut und fit durch den Winter zu kommen. Deshalb haben wir uns in diesem Jahr überlegt, noch einmal einen zusätzlichen Trainingsblock einzubauen", sagte die 30-Jährige, die zu Hause eine ruhige Trainingswoche einlegen und regenerieren will. Der Bundestrainer vertraut auch beim dritten Weltcup wieder Tina Bachmann, Juliane Döll, Simone Hauswald, Andrea Henkel, Magdalena Neuner und Kati Wilhelm, die in allen drei Wettbewerben ins Rennen gehen sollen. Buchholz wird im Sprint und in der Verfolgung starten, Hitzer soll das Einzelrennen bestreiten. Mit der bisherigen Leistung der DSV-Athletinnen ist Müssiggang zufrieden. "Nach zwei Weltcupwochen können wir festhalten, dass wir im grünen Bereich sind. Vor allem im Laufen bestimmen wir wieder das Niveau. Beim Verfolgungswettkampf brachte Andrea die beste Einzelzeit und Magdalena zeigte mit der schnellsten Schlussrunde von allen, dass nach der krankheitsbedingten Pause schon bald wieder mit ihr zu rechnen sein dürfte", sagte der Bundestrainer rückblickend auf den Weltcup in Hochfilzen. Für den dritten Weltcup erwartet er einen Podestplatz, den die bislang dürftigen Schießleistungen verhinderten. "Daran werden wir in Pokljuka weiter arbeiten müssen", so Müssiggang.
Bei den Herren gehen wie in Hochfilzen Andreas Birnbacher, Michael Greis, Arnd Peiffer, Michael Rösch, Simon Schempp, Christoph Stephan und Alexander Wolf sowohl im Einzel, als auch im Sprint und nach entsprechenden Ergebnissen auch in der Verfolgung ins Rennen. Mit dem Sprintrennen in Hochfilzen konnte Bundestrainer Frank Ullrich nicht zufrieden sein, doch in der Verfolgung zeigte sich seine Truppe verbessert. "Was die Mannschaft zu leisten im Stande ist, hat sie dann am Sonntag gezeigt", hob Ullrich dem dritten Platz in der Staffel hervor. Diese Leistung gelte es in Pokljuka "weiter zu stabilisieren". "Pokljuka ist nach Östersund und Hochfilzen der dritte Wettkampfort, den ich bisher nur aus dem Fernseher kannte", sagte Schempp. Da die Strecke im Sommer ohnehin umgebaut wurde, kann die Konkurrenz nicht von ihrer Erfahrung profitieren. Von daher liegt es wieder ganz in den Beinen und Händen des 21-Jährigen, gute Resultate zu erzielen. Obwohl die Beine "ganz schön schwer" seien, hofft er, "noch drei ordentliche Rennen abliefern zu können". "Die letzten drei Rennen haben ganz schön geschlaucht", meinte auch Peiffer, der ein "ordentliches Einzelrennen" anstrebt. "Da habe ich nach Östersund ja noch etwas gut zumachen", verkündete der 22-Jährige, der wie Schempp zum ersten Mal in Pokljuka dabei ist.
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Biathlon-Küken Schempp macht Routiniers Dampf
Als Bundestrainer Frank Ullrich die Besetzung der Männer-Staffel beim Biathlon-Weltcup in Hochfilzen bekanntgab, glaubte Simon Schempp sich verhört zu haben. Als Schlussläufer hatte Ullrich den 21-Jährigen vorgesehen. Ausgerechnet das Küken im deutschen Team sollte das bis dato verkorkste Wochenende retten. «Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal Schlussläufer war. Das muss mehr als drei Jahre her bei den Junioren gewesen sein», sagte der völlig überraschte Schempp. Der Schwabe absolvierte in Hochfilzen erst das vierte Weltcup-Wochenende seiner Karriere, dennoch schenkte ihm der Bundestrainer das Vertrauen. «Simon hat in der Verfolgung als einziger überzeugt und das Vertrauen in der Staffel mehr als gerechtfertigt», lobte Ullrich seinen Youngster. Der Chef der in diesem Olympia-Winter der Spitze bislang noch hinterherlaufenden Biathleten setzte mit der Nominierung Schempps auch ein deutliches Signal an sein Team. Nur die Leistung zählt, und die lässt bei einigen noch zu wünschen übrig.
Vor allem den beiden Erfahrenen Alexander Wolf und Michael Rösch wollte Ullrich mit der unerwarteten Personalie Dampf machen. Beide haben nach der zweiten Weltcup-Station des Winters die Norm für die Winterspiele in Kanada noch nicht erfüllt. Wolf verpasste als 73. im Sprint in Hochfilzen sogar die Qualifikation für die Verfolgung, Rösch belegte dort lediglich Rang 38. «Ich hätte mir schon gewünscht, dass sie etwas mehr Zug zeigen», sagte Ullrich. Doch jenen unbedingten Willen zeigte nur Schempp, der auch in der Staffel ohne Fehler blieb und den ersten Podestplatz des Jahres für die deutschen Männer nach Hause lief. «Ich war schon ziemlich nervös bin nun aber umso glücklicher, dass es geklappt hat», sagte der Uhinger. In der Verfolgung raste er vom 57. noch auf den 33. Platz. «Simon ist sehr laufstark und auch beim Schießen hat er es hier sehr gut gemacht», sagte der Bundestrainer. Mit dem restlichen Team konnte er hingegen nicht zufrieden sein. Nachdem die deutschen Skijäger bei schwierigen Witterungsbedingungen im Sprint Probleme mit dem Material hatten, spielten sie in der Verfolgung keine Rolle mehr. «So schlecht sind wir bei weitem nicht», sagte der dreifache Olympiasieger Michael Greis. Und auch Ullrich nimmt die ausbleibenden Erfolge bislang noch gelassen zur Kenntnis. «Die Saison ist noch lang, unser Hauptaugenmerk liegt auf Olympia.» Dennoch war auch der 51-Jährigen nach dem ersten «Stockerl» des Winters erleichtert. «So geht es jetzt weiter», prophezeite Ullrich. Im slowenischen Pokljuka auch wieder mit Schempp.
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Staffel der Männer - Deutsches Quartett fährt auf Platz drei 13.12.2009
Das Sprintergebnis war mäßig, das Verfolungsrennen ein Debakel - doch zum Abschluss des Weltcup-Wochenendes haben sich die deutschen Biathlon-Männer rehabilitiert. Christoph Stephan, Arnd Peiffer, Michael Greis und Simon Schempp belegten im Staffelrennen hinter Österreich und Russland den dritten Platz und sorgten damit für die einzige deutsche Podestplatzierung in Hochfilzen. Nach zahlreichen Fehlschüssen in den vergangenen Tagen zeigten die Deutschen diesmal eine überzeugende Leistung am Schießstand. Startläufer Christoph Stephan (Oberhof), der im Sprint nur Rang 96 belegt hatte, musste lediglich ein einziges Mal nachladen, Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) kam sogar ganz ohne Schießfehler durch sein Rennen. Der Kontakt zu den Österreichern riss erst ab, als Michael Greis (Nesselwang) drei Extrapatronen benötigte.
Schlussläufer Simon Schempp (Uhingen), der von Platz zwei aus ins Rennen ging, musste bei seinem Staffeldebüt zwar noch den Russen Maxim Tschudow passieren lassen, doch mit einer couragierten Leistung sicherte er den Platz auf dem Siegertreppchen. "Das hat Simon super gemacht", lobte Routinier Greis, und Bundestrainer Frank Ullrich ergänzte: "Er hat das bravourös gemeistert." Aber auch mit den anderen Athleten war der Coach hochzufrieden: "Die Jungs haben nach den schwachen Einzelresultaten Charakter und Mumm gezeigt." Die Österreicher Simon Eder, Daniel Mesotitsch, Dominik Landertinger und Christoph Sumann feierte vor heimischem Publikum einen souveränen Sieg. Dabei profitierten die Gastgeber aber auch davon, dass sich der dritte russische Starter Nikolai Kruglow im stehenden Anschlag eine Strafrunde einhandelte. Das französische Quartett konnte hingegen trotz identischer Besetzung seinen Sieg von Östersund nicht wiederholen. Nach einer katastrophalen Leistung von Startläufer Vincent Jay lag das Team zwischenzeitlich nur auf Platz 19 - eine Aufholjagd von Vicent Defrasne und den Fourcade-Brüdern führte die Franzosen immerhin noch auf Platz vier. Die hoch gehandelten Norweger, die diesmal ohne Ole Einar Björndalen antraten, hatten ebenfalls nichts mit der Entscheidung zu tun. Ihr zweiter Läufer Lars Berger hatte große Probleme mit der Waffe, wodurch die Skandinavier aussichtslos zurückfielen. Selbst Weltcup-Spitzenreiter Emil Hegle Svendsen konnte als Schlussläufer nur noch Rang fünf retten.
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Staffel der Frauen - Kein Podestplatz für die deutsche Frauen-Staffel 13.12.2009
Eine Woche nach ihrem Staffelsieg von Östersund sind die deutschen Biathletinnen am Siegerpodest vorbeigefahren. Nach insgesamt zwölf Nachladern am Schießstand reichte es für Martina Beck, Simone Hauswald, Andrea Henkel und Kati Wilhelm in Hochfilzen nur zum vierten Platz. Den Sieg im österreichischen Pillerseetal sicherte sich das Quartett aus Russland: Swetlana Sleptsowa, Anna Bouligina, Jana Romanowa und Olga Saitsewa siegten vor den Teams aus Frankreich und Schweden. Die deutsche Staffel trat in der gleichen Besetzung an wie in der Vorwoche in Östersund, zeigte diesmal jedoch deutliche Defizite am Schießstand. Schon Startläuferin Martina Beck (Mittenwald) - eigentlich eine sichere Schützin - musste im stehenden Anschlag zweimal nachladen. Simone Hauswald (Gosheim) handelte sich anschließend drei Nachlader ein, und Andrea Henkel (Großbreitenbach) benötigte sogar fünf Extrapatronen - trotzdem hielt sich der Rückstand in Grenzen, weil beide in der Loipe eine starke Leistung zeigten. Schlussläuferin Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) musste im liegenden Anschlag schließlich zweimal nachladen, doch mit einem glänzenden Stehendschießen erhielt sie sich die Chance auf den Sieg. In der Schlussrunde konnte sie läuferisch allerdings nicht mehr mit Saitsewa mithalten und wurde auf dem Weg zum Ziel sogar noch von Sandrine Bailly und Helena Jonsson überholt.
"Kati ist im Moment noch nicht ganz da, wo sie hin will", nahm Bundestrainer Uwe Müssiggang die Thüringerin in Schutz. Viel mehr ärgerte er sich über die zahlreichen Schießfehler. Beim Anschießen habe es keine Probleme gegeben, berichtete der Coach. Im Rennen hätten seine Läuferinnen jedoch offenbar "zu viel gewollt". Das siegreiche Quartett aus Russland benötigte nur halb so viele Extrapatronen wie die deutsche Staffel, war aber auf der Strecke nicht ganz so stark. So verlor Jana Romanowa, die für Olga Medwedtsewa ins Team gerückt war, auf ihrer letzten Runde eine halbe Minute auf Andrea Henkel. "Ich hatte ja auch was gutzumachen nach meinem katastrophalen Schießen", erzählte die Großbreitenbacherin. Trotzdem feierte die russische Mannschaft ihren ersten Saisonsieg, während die deutschen Biathlon-Frauen zwei Wochen vor Olympia noch Luft nach oben haben: In Hochfilzen reicht es kein einziges Mal zu einem Podestplatz.
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Verfolgung der Frauen - Jonsson gewinnt - Hauswald zeigt Nerven 12.12.2009
Schwedens Biathletinnen dominieren weiter den Weltcup: Helena Jonsson gewann am das Verfolgungsrennen im österreichischen Hochfilzen und sorgte im vierten Einzelrennen des Winters bereits für den dritten schwedischen Sieg. Die deutschen Starterinnen verpassten hingegen erneut den Sprung auf das Siegerpodest. Dabei war Simone Hauswald lange Zeit auf Erfolgskurs. Nach drei fehlerfreien Schießen lag die Gosheimerin sogar in Führung - doch beim abschließenden Stehendschießen verlor sie die Nerven, musste dreimal in die Strafrunde und rutschte auf Platz sieben ab. "Ich hab' mich vielleicht nicht ganz so optimal konzentriert", räumte die 30-Jährige ein. Dafür ließ Martina Beck (Mittenwald) am Schießstand nur eine von 20 Scheiben stehen, kletterte von Rang 10 nach dem Sprint auf den vierten Platz und verpasste das Siegerpodest um lediglich 4,2 Sekunden. Das gute deutsche Mannschaftsergebnis komplettierten Andrea Henkel (Großbreitenbach) als Sechste und Tina Bachmann (Schmiedeberg) als Zehnte. Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) musste sich nach vier Schießfehlern hingegen mit Rang 18 zufrieden geben, und Magdalena Neuner läuft nach der Krankheitspause weiter ihrer Form hinterher. Die Wallgauerin erlebte ein ähnliches Rennen wie vortags im Sprint: Im liegenden Anschlag zeigte sie eine gute Leistung und arbeitete sich zwischenzeitlich von Platz 29 auf Platz 18 vor. Doch bei den beiden anschließenden Stehendschießen ließ sie vier von zehn Scheiben stehen und kam mit drei Minuten Rückstand als 28. ins Ziel. Weltcup-Titelverteidigerin Jonsson, die insgesamt nur eine Strafrunde kassierte, feierte unterdessen ihren zweiten Saisonsieg. Lange Zeit lieferte sie sich einen spannenden Dreikampf mit Hauswald und ihrer Landsfrau Anna-Carin Olofsson-Zidek, die nach ihrem Sprintsieg vom Vortag als Erste in die Loipe gegangen war. Doch auch Olofsson-Zidek leistete sich beim letzten Schießen drei Fehler und wurde letztlich nur Achte. Davon profitierten die beiden Russinen Swetlana Sleptsowa und Olga Saitsewa, die die Plätze zwei und drei belegten. Aber auch sie hatten keine Chance, Jonssons souveränen Sieglauf zu stoppen.
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Verfolgung der Männer - Sieg für Norwegen - Debakel für Deutschland 12.12.2009
Der Norweger Emil Hegle Svendsen hat seinen zweiten Saisonsieg geschafft. Nach einer dramatischen Schlussrunde gewann der Weltcup-Spitzenreiter das Verfolgungsrennen in Hochfilzen vor dem Österreicher Simon Eder und seinem norwegischen Landsmann Ole Einar Björndalen. Die deutschen Biathleten dümpeln hingegen zwei Monate vor den Olympischen Spielen im Mittelmaß: Als bester Deutscher kam Michael Greis (Nesselwang) gerade einmal auf Platz 26. Als Favorit galt vor dem Rennen Ole Einar Björndalen, der nach seinem Vortagssieg im Sprint als Erster in die Loipe ging. Doch einen scheinbar sicheren Sieg verschenkte der Norweger, als ihm beim dritten Schießen gleich zwei Fehler unterliefen. Diese Patzer nutzte Svendsen, um mit seinem dritten Null-Fehler-Schießen die Führung zu übernehmen. Aber als sich der Norweger beim letzten Schießen ebenfalls einen Fehler leistete, ging er nahezu zeitgleich mit Eder und Björndalen auf die Schlussrunde, wo sich Svendsen erst auf der Zielgeraden durchsetzten konnte.
Unterdessen suchen die deutschen Skijäger weiter nach ihrer Form. Michael Greis kam mit fünf Schießfehlern auf Platz 26, Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) schoss zwar nur drei Fehler, rutschte aber von Rang 14 im Sprint auf Rang 27 ab. Andreas Birnbacher (Schleching) belegte nach vier Strafrunden Platz 28, und Michael Rösch (Altenberg), der ebenfalls viermal in die Runde musste, kam nicht über Rang 38 hinaus. Für die einzige positive Nachricht sorgte Simon Schempp (Uhingen), der am Schießstand 19 von 20 Scheiben traf und sich von Platz 57 nach dem Sprint auf Platz 33 verbesserte. "Simon hat heute als einziger die Erwartungen erfüllt", sagte Bundestrainer Frank Ullrich, der aber trotzdem nicht den Stab über sein Team brechen wollte. "Wir sind sicherlich nicht so schlecht, wie es das heutige Ergebnis aussagt." |
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Sprint der Frauen - Schweden-Duo hängt deutsche Skijägerinnen ab 11.12.2009
Schwedens Biathletinnen scheinen im Olympia-Winter eine Klasse für sich zu sein. Anna-Carin Olofsson-Zidek und Helena Jonsson sorgten beim Frauen-Sprint in Hochfilzen bereits für den zweiten schwedischen Doppelsieg der Saison. Die erfolgsverwöhnten Deutschen müssen hingegen trotz ansteigender Formkurve weiter auf den ersten Podestplatz in einem Einzelrennen warten: Simone Hauswald (Gosheim) wurde immerhin Vierte. Schon beim 15-Kilometer-Rennen vor einer Woche in Östersund hatten die beiden Schwedinnen den Sieg unter sich ausgemacht. Damals gewann Weltcup-Titelverteidigerin Jonsson vor ihrer 36-jährigen Teamgefährtin, diesmal war es genau umgekehrt. Am Schießstand blieben beide fehlerlos - was sie vor allem von der Konkurrenz unterschied, war aber ihre überragende Laufform. So schoss Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) im dichten Schneetreiben zwar ebenfalls null Fehler, doch in der Loipe verlor sie eine Minute auf das skandinavische Erfolgsduo. "Ich bin noch nicht so frisch", räumte die Thüringerin ein, die sich am Ende mit Platz sieben begnügen musste.
Die beste Deutsche war Simone Hauswald, die einmal mehr unter Beweis stellte, dass sie in Hochfilzen gut zurecht kommt. Nachdem sie im vergangenen Jahr den Sprint im Pillerseetal gewonnen hatte, belegte sie diesmal trotz eines Schießfehlers Platz vier und verfehlte einen Platz auf dem Siegerpodest nur um 0,7 Sekunden. Eine tolle Leistung zeigte auch Tina Bachmann (Schmiedeberg), die bei ihren ersten Saisonrennen gleich auf Rang fünf fuhr. Neben Kati Wilhelm auf Platz sieben sorgte Martina Beck (Mittenwald) als Zehnte für die vierte deutsche Top-10-Platzierung. Weniger gut lief es bei Magdalena Neuner (Wallgau), die nach ihrer Virusinfektion ein verspätetes Saisondebüt feierte. Die erste Runde war gut - doch im stehenden Anschlag schoss Neuner zwei Fehler und brach auf der Schlussrunde auch läuferisch ein. Sie sei am Ende "total fertig und platt" gewesen, räumte die sechsfache Weltmeisterin ein, die am Samstag nun mit über zwei Minuten Rückstand ins Verfolgungsrennen geht. "Das war zu erwarten", meinte Bundestrainer Uwe Müssiggang. "Lena braucht noch ein paar Rennen.
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Sprint der Männer - Björndalen bleibt der "König des Biathlons" 11.12.2009
Ole Einar Björndalen hat einmal mehr seine Ausnahmestellung im Biathlon-Weltcup unter Beweis gestellt. Der 35-jährige Norweger feierte im zweiten Sprintrennen des Winters den zweiten Sieg. Die deutschen Skijäger präsentierten sich hingegen noch nicht olympiareif - keiner von ihnen kam unter die ersten Zehn. Ausschlaggebend für Björndalens 91. Weltcup-Sieg war dessen einwandfreie Schießleistung, denn in der Loipe war der Norweger diesmal nicht so überragend wie gewohnt. "Läuferisch war es nicht optimal heute", räumte Björndalen ein. Simon Eder (Österreich), Rustam Valiullin (Weißrussland) und Maxim Tschudow (Russland) lagen nach dem Liegendschießen vor Björndalen, doch im stehenden Anschlag blieb keiner von ihnen ohne Fehler. Der einzige, der dem Norweger gefährlich nah kam, war der fehlerfrei schießende Russe Nikolai Kruglow - doch auch er hatte im Ziel 6,7 Sekunden Rückstand und musste sich mit Platz zwei begnügen.
Von den deutschen Athleten kam hingegen keiner ohne Strafrunde ins Ziel. Am besten lief es noch für Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld), der trotz eines Fehlers im Stehendschießen nur 51 Sekunden hinter Björndalen lag und letztlich Rang 14 belegte. Damit hatte er nach seinem 10. Platz im Sprint von Östersund die interne Olympia-Norm erfüllt. "Die Quali vor Weihnachten in der Tasche zu haben, ist super", bilanzierte der 22-Jährige. Michael Greis (Nesselwang), der im stehenden Anschlag zwei "Fahrkarten" schoss, war auf Platz 23 bereits der zweitbeste Deutsche. Mit einem Rückstand von 1:07 Minuten zur Spitze hat er jedoch zumindest eine ordentliche Ausgangsposition für das Verfolgungsrennen am Samstag. Ebenfalls noch in Schlagdistanz sind Andreas Birnbacher (Schleching) und Michael Rösch (Altenberg) auf den Plätzen 32 und 33, während sich Simon Schempp (Uhingen) mit drei Strafrunden fast zwei Minuten Rückstand einhandelte. Damit ging es ihm aber immernoch besser als den Oberhofern Alexander Wolf und Christoph Stephan, die die Top-60 verpassten und sich damit nicht für das Jagdrennen qualifizieren konnten. |
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Hochfilzen: Biathleten jagen Podestplätze
Beim zweiten Biathlon-Weltcup des Olympia-Winters will Kati Wilhelm unter die ersten Drei kommen und auch Christoph Stephan hat das Podest im Visier. Bei den Damen geht Tina Bachmann für Miriam Gössner an den Start, bei den Herren ersetzt Simon Schempp dort Christoph Knie, der beim IBU-Cup antritt. "Nach dem Auftakt in Östersund und der Qualifikation für Olympia würde ich in Hochfilzen schon auch gerne mal in einem Einzelrennen auf dem Siegerpodest stehen. In der Staffel lief es ja schon gar nicht schlecht", meinte Wilhelm, die "möglichst in jedem Rennen immer ein Stückchen vorwärts kommen" will. Neben ihr hat Bundestrainer Uwe Müssiggang Tina Bachmann, Martina Beck, Juliane Döll, Simone Hauswald, Andrea Henkel, Magdalena Neuner für den zweiten Weltcup des Winters nominiert. "Nachdem feststand, dass ich nicht mit nach Östersund fahren kann, habe ich mich auch nicht mehr groß darüber aufgeregt. Klar wäre ich gerne zum Auftakt dabei gewesen, aber halbkrank macht das einfach keinen Sinn", erklärte Neuner vor ihrem Saisoneinstand.
Hitzer startet im IBU-Cup
Bachmann steht planmäßig an Stelle von Miriam Gössner (Abstecher zum Langlauf-Weltcup) im Aufgebot für Hochfilzen, während Döll nach ihrem guten Einstand in Östersund Kathrin Hitzer ersetzt. Die Gosheimerin legt wegen anhaltenden Knöchelproblemen eine Weltcup-Pause ein und sammelt wie Knie im IBU-Cup in Ridnaun Wettkampfpraxis. Bundestrainer Frank Ullrich setzt weiterhin auf die Athleten aus dem ersten Weltcup. Lediglich Schempp ergänzt das Team um Andreas Birnbacher, Michael Greis, Arnd Peiffer, Christoph Stephan, Michael Rösch und Alexander Wolf nun in allen Einzelrennen.
Greis: "Hochfilzen taugt mir"
"Nach meinem vierten Platz war ich zunächst natürlich erleichtert, dass ich die Olympia-Qualifikation in der Tasche habe, andererseits aber auch ein wenig sauer, weil es so knapp am Podest vorbei war. Aber wie gesagt: Die erste Hürde ist genommen und jetzt kann ich eigentlich befreit losrennen", sagte Stephan und kündigte an: "Bis Vancouver möchte ich jedenfalls unbedingt noch mindestens einmal auf dem Treppchen stehen. Das habe ich mir fest vorgenommen. Ob es in Hochfilzen klappt, werden wir sehen." Auch Greis war mit den Rennen in Schweden zufrieden, "sieht man mal von der Staffel ab". Er hat die Olympia-Norm ebenso wie Stephan, Birnbacher, Beck und Wilhelm bereits erfüllt. "Hochfilzen taugt mir ganz gut, allerdings werden wir uns wohl auf ganz andere Bedingungen einstellen müssen als zuletzt in Östersund", prognostiziert er für den zweiten Weltcup.
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Staffel der Frauen - Deutsche Damen holen ersten Saisonsieg 06.12.2009
Die Biathlon-Staffel der Frauen hat zum Abschluss des Weltcup-Auftakts in Östersund für den ersten deutschen Saisonsieg gesorgt. Martina Beck, Andrea Henkel, Simone Hauswald und Kati Wilhelm hatten nach 4 x 6 km 18,4 Sekunden Vorsprung vor Russland. Auf den dritten Platz kamen die Franzosen. Ende gut - alles gut: Im letzten Rennen des Weltcup-Auftakts gelang dem deutschen Biathlon-Team dann doch noch der erste Sieg des Olympiawinters. Und der fiel eindrucksvoll aus, fast war es ein Start-Ziel-Erfolg. Startläuferin Martina Beck meisterte ihre Aufgabe gewohnt souverän und setzte sich nach ihrer zweiten Schießeinlage an die Spitze des Feldes. Die Mittenwalderin übergab als Erste an Andrea Henkel, die jedoch nach einem Sturz beim Wechsel hinter die chinesische und die französische Staffel zurückfiel. „Ich glaub’ nicht, dass ich sie umgeschubst habe, wahrscheinlich hat die Andrea ein bisschen geträumt“, versuchte Martina Beck den Stolperer zu erklären. Durch ein fehlerfreies Liegendschießen konnte Henkel schnell zur führenden Chinesin Chaoqing Song aufschließen, beim Stehendanschlag verlor sie dann durch zwei Nachlader wieder etwas Zeit. Knapp neun Sekunden hinter den Chinesinnen schickte die Thüringerin Simone Hauswald ins Rennen. Als dritte wechselten fast zeitgleich mit den Deutschen die Russinnen. Lokalmatadorin Anna Carin Olofsson fiel durch insgesamt vier Nachlader weit zurück. Hauswald und Olga Saizewa aus Russland lieferten sich auf der dritten Runde einen packenden Zweikampf, die Chinesin Yingchao Kong konnte läuferisch nicht mit den beiden mithalten. Nach dem Stehendanschlag setzte sich die Deutsche dann von Saizewa ab, die dreimal nachladen musste. Beim letzten Wechsel gab Simone Hauswald Schlussläuferin Kati Wilhelm zehn Sekunden Vorsprung auf Olga Medwedzwa mit. Eine Vorentscheidung fiel bereits beim Liegendschießen, als Kati Wilhelm mit dem plötzlich auffrischenden Wind besser zurechtkam als ihre Kontrahentin. Beide mussten zweimal nachladen, Wilhelm beendete ihr Schießen aber deutlich früher als Medwedzewa. Nach dem Stehendanschlag konnten die Deutschen dann bereits feiern, Kati Wilhelm brachte den Sieg sicher nach Hause.
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Staffel der Männer - Deutschland auf Platz fünf 06.12.2009
Die deutschen Biathleten haben beim ersten Staffel-Rennen der neuen Weltcup-Saison als Fünfte den angestrebten Podestplatz verpasst. In der Besetzung Christoph Stephan, Andreas Birnbacher, Arnd Pfeiffer und Michael Greis hatten die Skijäger im schwedischen Östersund über 4 x 7,5 Kilometer knapp 40 Sekunden Rückstand auf Sieger Frankreich. Zweiter wurde die Staffel aus Norwegen vor den Österreichern. Damit warten die deutschen Herren weiter auf den ersten Staffelsieg seit dem olympischen Triumph von Turin im Jahr 2006. Der dreimalige Olympiasieger Michael Greis musste nach dem letzten Schießen eine Strafrunde drehen und verschenkte damit als Schlussläufer den möglichen Sieg. "Ich hab die Chance gehabt zu gewinnen, deswegen ärgere ich mich. Aber das gibt mir Motivation für die kommenden Rennen. Ich versuche es, das nächste Mal besser zu machen", sagte Greis nach dem Rennen. |
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Sprint der Männer - "Dominator" Bjoerndalen feiert 90. Weltcupsieg 05.12.2009
Der Norweger Ole Einar Bjoerndalen hat am Samstag (05.12.2009) den 10-km-Sprint von Östersund gewonnen und damit seinen 90. Weltcupsieg gefeiert. Der fünfmalige Olympiasieger verwies seinen Landsmann Emil Hegle Svendsen und den US-Amerikaner Tim Burke auf die Plätze zwei und drei. Die Deutschen setzten nach dem schwachen Abschneiden im Einzel ein deutliches Ausrufezeichen: Vier DSV-Skijäger kamen unter die Top Ten. Der beste des siebenköpfigen deutschen Teams war Christoph Stephan, der fehlerfrei schoss und als Vierter das Podest nur knapp verfehlte. Drei Sekunden hinter Stephan kam Michael Greis ins Ziel, der eine Scheibe stehen ließ. Andreas Birnbacher (1 Fehler) und der fehlerfreie Arnd Peiffer als Zehnter vervollständigten das hervorragende Mannschaftsergebnis. Stephan, Greis und Birnbacher schafften damit die Olympia-Norm für Vancouver. "Im ersten Rennen haben wir nicht an uns geglaubt und uns in die Hose gemacht. Dabei haben wir gut trainiert und das endlich auch gezeigt", sagte Stephan, der den Treppchenplatz nur um 9,8 Sekunden verpasste. Für Ole Einar Bjoerndalen - im Einzelrennen am Donnerstag mit fünf Fehlern nur 43. - war es "ein perfektes Rennen". Er schoss zweimal "Null" und kam am Ende mit einer knappen halben Minute Vorsprung auf seinen Landsmann Emil Hegle Svendsen ins Ziel. Der Sieger des Einzels leistete sich diesmal einen Fehler. Wiederum hervorragend unterwegs war der US-Amerikaner Tim Burke, der nach seinem überraschenden zweiten Einzel-Platz einen weiteren Podestplatz nachschob.
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Sprint der Frauen - Sieg für Berger - Wilhelm löst Olympia-Ticket 05.12.2009
Die Norwegerin Tora Berger hat den Weltcup-Sprint von Östersund gewonnen. Nach 7,5 Kilometern lag die Schwester von Biathlet und Langläufer Lars Berger knapp sieben Sekunden vor der Russin Olga Medwedzewa. Dritte wurde die Finnin Kaisa Mäkäräinen. Für die deutschen Skijägerinnen lief es im Sprint etwas besser als im Auftakt-Einzel am Mittwoch: Kati Wilhelm lief als Sechste mit einem Schießfehler in die Top Ten und sorgte damit für das bisher beste deutsche Resultat der neuen Weltcup-Saison. Für die Thüringerin bedeutete dies zugleich die Olympia-Qualifikation für Vancouver. Auch Martina Beck (2 Fehler) erfüllte die Norm - sie kam als Elfte erneut unter die besten 15. Insgesamt aber leisteten sich die DSV-Damen wie bereits im Einzelrennen zu viele Fehler am Schießstand. Andrea Henkel, Juliane Döll und Kathrin Hitzer verpassten durch jeweils zwei Strafrunden eine Top-Platzierung. Die laufstarke Simone Hauswald ließ sogar sechs von insgesamt zehn Scheiben stehen. Miriam Gössner, die nach einem Fehler im Liegendanschlag noch gut im Rennen lag, fiel nach vier "Fahrkarten" im Stehendschießen weit zurück.
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Einzelwettkampf der Männer - Kein Olympia-Ticket für Biathlon-Männer 03.12.2009
Auch die Biathlon-Männer haben beim Weltcup-Auftakt kein Olympia-Ticket erkämpft. Nach dem Fehlstart des deutschen Frauen-Teams kamen die Männer im ersten der 25 Saison-Rennen ebenfalls nicht unter die Top acht. Die Skijäger zeigten wie die Frauen Nerven am Schießstand - insgesamt 29 Fehler standen am Ende in der Bilanz. Beim Sieg des dreimaligen Weltmeisters Emil Hegle Svendsen (Norwegen) vor Tim Burke, dem amerikanischen Freund von Andrea Henkel, im Einzelrennen über 20 Kilometer in Östersund waren der dreimalige Olympiasieger Michael Greis (Nesselwang) als Neunter zusammen mit dem ebenfalls mit zwei Fehlschüssen laufenden Alexander Wolf (Oberhof) auf Rang elf einmal mehr die Besten. «Ich bin sehr zufrieden mit Michael und Alexander. Aber die anderen haben sich alle einen Klops geleistet. Da war die Aufregung spürbar», sagte Bundestrainer Frank Ullrich. «Es war der erste Wettkampf, den darf man nicht über-, aber auch nicht unterbewerten», meinte der Coach. Greis verpasste das Olympia-Ticket nur knapp - Platz acht hätte dem Allgäuer gereicht. «Das Fazit fällt positiv aus. Ich habe ein ganz gutes Rennen gemacht. Man muss immer erst reinkommen, dafür war es in Ordnung, auch mit der halben Olympia-Quali in der Tasche», sagte Greis. Ein weiterer Platz in den Top 15 reicht dem 33-Jährigen, um sich für die Spiele in Vancouver zu qualifizieren.
«Es war ein Rennen, das ganz gelungen war. Beim letzten Schuss im Stehend-Schießen muss ich mir an die eigene Nase fassen, das darf nicht passieren. Wenn ich treffe, wäre es das Podium gewesen», sagte Wolf. Der Oberhofer lag 2:28,3 Minuten hinter dem ebenfalls mit einer Strafminute belasteten Svendsen (52,43,7) zurück. Der Rückstand von Greis betrug 2:06,06 Minuten. Die deutschen Skijäger befanden sich im Flutlicht-Rennen im Schnee von Östersund in guter Gesellschaft, denn auch Superstar Ole Einar Björndalen aus Norwegen zielte am Schießstand gleich fünfmal daneben, kam auf Rang 43. Mit jeweils fünf Fehlschüssen beendeten auch Michael Rösch (Altenberg/46.), Christoph Stephan (Oberhof/53.) und Andreas Birnbacher (Schleching/55.) das Rennen mit Ski und Gewehr auf den hinteren Plätzen. Arnd Pfeiffer (Clausthal-Zellerfeld/65) lag mit vier Schießfehlern allerdings noch weiter zurück. 104. wurde Christoph Knie (Bad Berleburg/6 Fehler). Die deutschen Biathletinnen wollen im eisigen Schweden nach dem schwächsten Auftakt-Ergebnis im Weltcup seit zehn Jahren für Wiedergutmachung sorgen. Im Sprint zwei Tage darauf will das Team um Kati Wilhelm und Andrea Henkel die ersten Olympia-Tickets lösen. Danach stehen erneut die Männer auf dem Prüfstand, ehe das erste Biathlon-Wochenende am 6. Dezember mit den Staffel-Wettbewerben beendet wird.
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Einzelwettkampf der Frauen - Schwedinnen auf Plätzen 1 und 2 02.12.2009
Helena Jonsson hat bewiesen, dass die letzte Saison kein Zufall war und hat den ersten Wettkampf beim e.on Ruhrgas IBU Weltcup in Östersund überzeugend gewonnen. Nachdem sie 43:01.4 Minuten für die 15 km lange Strecke und vier Schießeinlagen benötigt hatte, war sie im Ziel 26,2 Sekunden schneller als ihre Teamkollegin Anna Carin Olofsson-Zidek. Jonsson blieb am Schießstand fast fehlerfrei und machte lediglich im zweiten Liegendschießen einen Fehler, während Olofsson-Zidek zwei Strafminuten für verfehlte Scheiben beim ersten und zweiten Stehendschießen erhielt. Dritte wurde Darya Domracheva aus Weißrussland mit zwei Fehlern und einem Rückstand von 1:16.6 Minuten. Vierte wurde Svetlana Sleptsova, gefolgt von den Ukrainerinnen Valj Semerenko und Oksana Khvostenko. Marie Laure Brunet aus Frankreich und Michela Ponza aus Italien komplettierten die Top 8. Davon waren Semerenko und Brunet die einzigen, die am heutigen Tag ohne Fehler blieben.
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Ullrich schließt Frieden mit Michael Greis
 Es war ein turbulentes Jahr, dieses letzte als Bundestrainer. Zum Start der Olympiasaison, während welcher Frank Ullrich die deutschen Biathleten noch betreuen wird, scheint er Frieden gemacht zu haben. Von Dopingvorwürfen aus DDR-Zeiten hat ihn eine Untersuchungskommission im Sommer freigesprochen, und auch der Disput mit dem dreimaligen Olympiasieger Michael Greis scheint sich vor dem Weltcup-Auftakt im schwedischen Östersund in gegenseitiges Wohlgefallen aufgelöst zu haben. "Er hat fast alles von unserer Kritik angenommen und vieles verändert", sagt Greis. Der früher als autoritär geltende Dirigent Ullrich ist ein Stück mehr zum Moderator geworden, der seinen Athleten mehr Freiheiten als früher einräumt. Ihm selbst wie dem Klima in der Mannschaft tut das offenbar gut. "Aus meiner Sicht ist es jetzt ein deutlich entspannteres Verhältnis mit Michi", sagt Ullrich. "Wir sind auf einer Wellenlänge, auch weil wir große gemeinsame Ziele haben." Vorzeigeathlet Greis will bei den Winterspielen in Vancouver seine drei Olympiasiege von Turin 2006 mit "möglichst zwei Medaillen" bestätigen und der Bundestrainer einen erfolgreichen Abschied nach zwölf Jahren auf dem deutschen Chefsessel feiern. "Ich denke nicht daran, dass danach Schluss ist. Ich gehe vielleicht noch motivierter in die Saison rein. Das werden meine 10. Olympischen Spiele und es ist immer wieder mit nichts vergleichbar", sagt Ullrich. Für die DDR war er als Athlet Olympiasieger 1980 und mehrmaliger Weltmeister, als Chefcoach zeichnete der Thüringer im geeinten Deutschland bislang für eine Serie von WM-Medaillen und neun Olympiamedaillen (davon vier in Gold) verantwortlich. In Vancouver soll möglichst viel Edelmetall dazukommen. Ab dem Frühjahr 2010 wird Frauen-Bundestrainer Uwe Müssiggang dann den Männer-Bereich mit übernehmen und Ullrich über seine Zukunft entscheiden. Er hat mit dem Deutschen Skiverband (DSV) über eine mögliche neue Position verhandelt, aber auch andere "gute Gespräche" geführt. Ullrich ist zum Beispiel beim großen Erzrivalen Norwegen als Coach im Gespräch. Er freut sich auf eine neue Herausforderung und seine Stimme klingt fast so, als wäre er auch ein bisschen erleichtert über seinen Abschied als Bundestrainer: "Einen Frank Ullrich, der im Sessel sitzt, wird es nicht geben."
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Auftakt in die neue Saison
Bundestrainer Frank Ullrich: „Die Mannschaft hat sich in den vergangenen Monaten unwahrscheinlich ins Zeug gelegt. Sowohl die trainingssälteren als auch die jüngeren Athleten haben in jeder Trainingseinheit ihr Bestes gegeben. Alles in allem sind wir deshalb sehr zufrieden, wie es bisher gelaufen ist. Selbst bei Michi sieht es inzwischen wieder richtig gut aus, nachdem er zwischenzeitlich wegen seiner Gelenkprobleme ein wenig Gas raus nehmen musste. Aufgrund der tollen Leistungen im Training und in den Testwettkämpfen haben wir uns auch entschieden, zunächst einmal mit acht Athleten zu den ersten Weltcups zu fahren. Simon Schempp und Christoph Knie haben sich ganz einfach ihre Einsätze verdient. Wir wissen natürlich auch, dass die Konkurrenz im Olympia-Jahr sicher nicht schwächer geworden ist. Wir sind aber doch zuversichtlich, dass wir den positiven Trend und Schwung aus dem vergangenen Jahr fortsetzen können."
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Auftakt in die neue Saison
Bundestrainer Uwe Müssiggang: „Dass wir nun kurzfristig beim Auftakt auf Lena verzichten müssen, ist natürlich schade. Wir hatten eigentlich gedacht, dass sie bis Montag soweit fit ist, dass sie noch nachreisen kann, aber diese Hoffnung hat sich nach der jüngsten Untersuchung leider zerschlagen. Wir wollen und können in der Olympia-Saison kein Risiko eingehen. Ich gehe aber davon aus, dass uns Lena dann in Hochfilzen wieder zur Verfügung steht. Insgesamt sind wir recht zufrieden, was den Verlauf der Vorbereitungen betrifft. Größere Probleme hatte eigentlich nur Kathrin Hitzer, die zeitweise wieder wegen Schwierigkeiten mit dem Fuß aussetzen musste. Kurz vor Muonio erwischte es dann auch noch Andrea Henkel, die wegen eines Infekts ebenfalls pausieren musste. Beide sind aber mittlerweile wieder fit und gesund. Unsere Entscheidung auf den Gletscherlehrgang zu verzichten und stattdessen in der DKB-Skihalle in Oberhof zu trainieren, war wohl auch nicht verkehrt. Wir konnten so - wetterunabhängig - unser Programm so absolvieren, wie wir uns das vorgenommen haben."
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Kein Platz in der Vitrine
Sie hat alles gewonnen, was es im Biathlon zu gewinnen gibt: Nichtsdestotrotz geht Kati Wilhelm auch in ihre wohl letzte Saison erfolgshungrig. Eine Einzel- und eine Staffelmedaille soll es bei Olympia schon sein. Gerade mal neun Monate ist es her, da trumpfte Kati Wilhelm bei der WM in Pyeong Chang grandios auf: Zweimal Gold und zweimal Silber brachte sie aus Südkorea zurück nach Thüringen. Und am Ende der Saison landete sie im Gesamtweltcup auf Rang zwei - um ein einziges Pünktchen geschlagen von der Schwedin Helena Jonsson. Bittere Tränen weinte Kati Wilhelm darüber, dass sie die große Kristallkugel so knapp verfehlt hatte. Wer bei Olympischen Spielen schon sechs Medaillen und bei Weltmeisterschaften bereits 13 Mal Edelmetall gewonnen hat, ist eben nur mit dem Optimum zufrieden. Auch bei Olympia in Vancouver, bereits ihren vierten Winterspielen?
"Mir fehlt kein Titel in der Vitrine. Ich kann ruhiger an die Sache herangehen als vor ein paar Jahren. Ich bin stolz, dass ich nichts beweisen muss", wehrt die 33-Jährige vor dem Weltcup-Auftakt morgen in Östersund (Schweden) ab. Wer wollte der Frau mit dem flammend roten Haarschopf da widersprechen. Dann blitzt es aber doch in ihren Augen: "Ich möchte gerne wieder eine Einzel- und eine Staffelmedaille gewinnen, Farbe egal. Und der Gesamtweltcup ist nie aus dem Kopf." Klar habe sie auch bei den Weltcups den Anspruch, vorne dabei zu sein, allein schon um zu wissen, dass die Vorbereitung vor dem Saison-Höhepunkt stimmt. Denn Olympia ist für die Frau vom SC Motor Zella-Mehlis das Maß aller Dinge: "Wenn man die Deutschland-Hymne hört, dann weiß man, warum man das alles gemacht hat." Manchmal aber, so fügt sie hinzu, müsse man eben auch mit einem siebten Platz zufrieden sein.
Auch in ihrem möglicherweise letzten Jahr im Leistungssport ("Ich habe mich noch nicht entschieden, aber eigentlich gibt es ja keinen besseren Zeitpunkt, als mit einer Olympia-Medaille die Karriere zu beenden") ist Kati Wilhelm durchaus noch motiviert, sich zu verbessern. Zum Beispiel will sie bei der Technik zusammen mit Odd Lierhus, dem ehemaligen Trainer von Liv-Grete Poiree, und Ex-Biathlet Andi Stitzl noch die eine oder andere Reserve herauskitzeln: bei einer höheren Schrittfrequenz und einer aufrechteren Laufhaltung etwa. Oder bei den steilen Abfahrten: "Ich komme den Berg runter, aber da fährt der Schiss mit." Positiv ausgewirkt haben sollte sich auch das Sommertraining im neuen Skitunnel in Oberhof. "Man kann in der Skihalle besser trainieren als auf dem Gletscher. Man hat da wirklich perfekte Voraussetzungen", weiß die Sportsoldatin (Hauptfeldwebel) aus Steinbach-Hallenberg. 6000 Kilometer wird sie bis zum Saisonende geskatet sein. Große Sicherheit gibt überdies der Umstand, Teil einer deutschen Mannschaft zu sein, die die absolute Weltspitze verkörpert. "Wenn man in der Mannschaft gut ist, weiß man, dass man eine Medaille gewinnen kann." Bei der deswegen stets schwierigen Nominierung der Mannschaft, so Kati Wilhelm, gehe es unter Bundestrainer Uwe Müssiggang sehr fair zu.
Fairness hat die Ausnahme-Skijägerin hingegen von Seiten des russischen Teams nach den Zwei-Jahres-Sperren für Albina Achatowa, Jekaterina Jurjewa und Dimitri Jaroschenko wegen Dopings vermisst. "Was gefehlt hat, war, dass sich die russischen Mannschaftskolleginnen von den Dopingsündern distanziert haben. Es hat nie eine gesagt: Wir verurteilen das, wir finden das Scheiße. Und es hat auch kein Schuldeingeständnis gegeben", ereifert sich Kati Wilhelm, "ich finde das schlimm." Das habe das Verhältnis zu den Russen, ohnehin der härteste Kontrahent des deutschen Teams, nicht gerade verbessert. Kati Wilhelm sieht die Internationale Biathlon-Union (IBU) in der Pflicht, weiterhin strenge Kontrollen - auch unangekündigt im Training - durchzuführen, um die Betrüger zu entlarven. Ihr Plädoyer: "Es gibt immer noch Nationen ohne Tests. Es muss aber jeder hart kontrolliert werden."
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Weltcup-Auftakt ohne Magdalena Neuner

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